Alfred Reichling

Alfred Reichling (* 21. Januar 1931 in Germersheim; † 14. Mai 2026 in Würzburg) war ein deutscher Orgelforscher, Autor und Herausgeber. Er war von 1980 bis 1993 Professor für Musik und Didaktik der Musik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Werk

Alfred Reichling absolvierte 1949 eine kirchenmusikalische Ausbildung am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer, wo er das Orgelspiel bei Ludwig Doerr erlernte. Er studierte 1950–1954 an der Staatlichen Hochschule für Musik in München Lehramt Musik und vertiefte sein Orgelspiel privat bei Karl Richter. 1956–1961 war er am Humanistischen Gymnasium Ingolstadt und ab 1957 an der Pädagogischen Hochschule Eichstätt tätig. 1961 wurde er an die Pädagogische Hochschule Würzburg berufen, die 1972 in die Universität Würzburg eingegliedert wurde. Hier übernahm er 1980 eine Professur für Musik und Didaktik der Musik, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1993 innehatte.

Alfred Reichling war eng mit der Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO) verbunden. Er war 1951 Gründungsmitglied, ab 1962 im Arbeitsausschuss, ab 1968 im Vorstand und 1973–1983 als Vizepräsident. Von 1983 bis 1998 war er Präsident der Gesellschaft und wurde 1998 Ehrenmitglied. Ab 1967 war er im Vorstand der GdO und Herausgeber der Acta Organologica. Ab 1977 gab er die Documenta Organologica heraus. Von 1992 bis 2010 war er Vorstandsmitglied der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands. Er war Mitarbeiter des The New Grove und von Die Musik in Geschichte und Gegenwart, zu deren Beirat für Orgel- und Harmoniumbau er gehörte.

Neben der Hochschullehre und der Orgelforschung war Reichling praktizierender Musiker und Organist. Er spielte in den 1960er Jahren mehrere Schallplatten mit mittelalterlicher Orgelmusik zusammen mit der Choralschola Capella antiqua Stuttgart ein. Bis 1972 war er Leiter des Kammerorchesters der Würzburger Hochschule. Reichling gab einige Bände barocker Orgelmusik heraus und trat durch zahlreiche orgelwissenschaftliche Publikationen hervor, besonders im Bereich des Orgelbaus und der Orgelbaugeschichte. Zusammen mit seinem Sohn Matthias Reichling (* 1958 in Ingolstadt) trieb er die systematische Erforschung der süddeutschen und alpenländischen Orgellandschaft voran und erschloss sie durch Publikationen. Etliche Artikel verfasste er für das Oesterreichische Musiklexikon. Die Forschungsergebnisse fanden Eingang im Dehio-Handbuch Tirol. 1999 erhielt er die „Medaille für Verdienste um den Denkmalschutz“ der Republik Österreich.

Tonträger

Schriften und Musikalien (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Martin Balz: Nachruf für Alfred Reichling. In: Ars Organi. Jg. 74, 2026, S. 116 f.
  2. 1 2 3 Matthias Schneider: Glückwunsch für Alfred Reichling. In: Ars Organi. Jg. 69, 2021, S. 23.
  3. ↑ Prof. Alfred Reichling wird 70. In: UNI-INTERN 2/2001. Universität Würzburg:, archiviert vom Original am 17. September 2011; abgerufen am 31. Mai 2026.
  4. ↑ Univ.-Prof. Alfred Reichling. Gesellschaft der Orgelfreunde, abgerufen am 31. Mai 2026.
  5. ↑ Kurzviten von Alfred und Matthias Reichling, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (zobodat.at [PDF; abgerufen am 27. Mai 2021]).