Alice Beck Kehoe

Alice Beck Kehoe (* 18. September 1934 in New York City) ist eine US-amerikanische Anthropologin. Ihr besonderes Interesse gilt den indigenen Völkern Amerikas.

Leben

Sie war die Tochter von Roman Beck, einem Anwalt und Lena Beck, geborene Rosenstock. Kehoe studierte am Barnard College Anthropologie und arbeitete in den Semesterferien im American Museum of Natural History. Nach dem Studium arbeitete am Museum of the Plains Indian in Browning. Dort lernte sich auch den Museumsdirektor Thomas F. Kehoe kennen, den sie später, am 18. September 1956, heiratete. Beide promovierten anschließend an der Harvard University. Als ihr Mann die Stelle als Archäologe der Provinz Saskatchewan bekam, gingen die Kehoes nach Kanada. Als Kehoe den Arbeitsplatz 1964 verlor, beschloss das Paar nach Nebraska zu gehen und an der University of Nebraska-Lincoln zu unterrichten. Als Thomas Kehoe 1968 eine Stelle am Milwaukee Public Museum fand, ging das Paar nach Milwaukee. Alice Beck Kehoe begann, an der Marquette University zu unterrichten, wo sie bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2000 wirkte.

Kehoe beschäftigt sich intensiv mit den indigenen Völkern Amerikas und suchte lange nach einem Bindeglied zwischen den Zeremonien der Indianer im Südosten der Vereinigten Staaten und denen Mesoamerikas. Ihr generelles Interesse gilt der Archäologie und den Kulturen im Nordwesten der USA. Auf der Suche nach einem ethnographischen Thema für ihre Dissertation stieß sie zufällig über den Geistertanz der Saskatchewan Dakota New Tidings und widmete ihrer Arbeit diesem Ritual.

Kehoe arbeitete viele Jahre mit den Blackfoot, einem Stamm der Algonquian-Indianer aus Browning in Montana. Lange Zeit besuchte sie jedes Jahr den Stamm und studierte Geschichte und Kultur des Volkes. Sie beobachtete die Medizinmänner und arbeitete gemeinsam mit Piakwutch, „einem älteren geachteten Cree, der sich für die Saskatchewan Cree Community einsetzte [...].“ Außerdem arbeitete sie mit den indigenen Völkern Boliviens am Titicacasee. Ihr Interesse an präkolumbischen transatlantischen Kontakten führte zu einem Treffen mit Richard Nielsen, der sie einlud, ihm bei den archäologischen Aspekten bei der Untersuchung des Runensteins von Kensington zu helfen, von dem Kehoe glaubte, dass es sich nicht um eine Fälschung des 19. Jahrhunderts, sondern um eine Runeninschrift skandinavischer Seefahrer aus dem 14. Jahrhundert handele.

Kehoe bekleidete ein Amt bei der American Anthropological Association (AAA) und war Präsidentin der Central States Anthropological Society (CSAS).

2016 wurde Kehoe von der Plains Anthropological Association für ihre „beständige Arbeit in Anthropologie und Archäologie der Great Plains“ mit dem Distinguished Service Award geehrt.

Schriften

Einzelnachweise

  1. ↑ Kehoe, Alice Beck 1934-. 8 Februar 2024, auf encyclopedia.com
  2. Alice Beck Kehoe: Shamans and Religion: An Anthropological Exploration in Critical Thinking. Waveland Press, 2000, ISBN 978-1-57766-162-7 (englisch).
    1. ↑ S. 60
    2. ↑ S. 70
Personendaten
NAME Kehoe, Alice Beck
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Anthropologin
GEBURTSDATUM 18. September 1934
GEBURTSORT New York City