Alison Saar wurde als Tochter der Bildhauerin Betye Saar und des Keramikers und späteren Kunstkonservators Richard Saar in Los Angeles geboren. Sie wuchs zusammen mit zwei Schwestern in Laurel Canyon, einer ländlichen Gegend in Kalifornien, auf. Saars ältere Schwester Lezley ist Malerin und Installationskünstlerin, deren Werk sich mit den Mythen und den fluiden Konzepten von Identität, insbesondere im Hinblick auf Mehrfachzugehörigkeit und Transidentität, beschäftigt.
Bereits im Alter von etwa zwölf Jahren begann Saar, handgefertigte Puppen zu gestalten, denen sie individuelle Geschichten und Charaktereigenschaften verlieh. Diese frühen Arbeiten weckten ihr Interesse an dreidimensionaler und figurativer Kunst. Saar sieht in diesen Puppen einen entscheidenden Ursprung ihres heutigen Schaffens: Ihre Skulpturen zeichnen sich durch eine ähnliche Haltung und Ausdrucksweise aus und erinnern in ihrer Präsenz an Puppen.
Saar wurde früh von der Volkskunst und der Fähigkeit visionärer Künstlerinnen und Künstler beeinflusst, aus weggeworfenen Objekten ästhetische Werke zu schaffen. Während der High School und ihres Studiums unterstützte sie ihren Vater 11 Jahre bei Restaurierungsarbeiten, wobei sie mit Artefakten unterschiedlicher Kulturen – darunter chinesische Fresken, ägyptische Mumien sowie präkolumbianische und afrikanische Kunst – vertraut wurde und Kenntnisse über Materialien, Techniken und Ästhetik erwarb.
Inspiriert durch die Kunst von Mark Rothko und Josef Albers studierte Saar Kunst und Kunstgeschichte am Scripps College in Claremont (Kalifornien), unter anderem bei Samella Lewis, einer anerkannten Expertin für afroamerikanische und karibische Kunst, und belegte dort vorwiegend kunsthistorische Seminare.
1978 erhielt sie einen Bachelor of Arts mit ihrer Abschlussarbeit über südafrikanisch-amerikanische Volkskunst mit einem Schwerpunkt auf dem Werk autodidaktischer afroamerikanischer Künstlerinnen und Künstler wie Horace Pippin, William Edmondson, Nellie Mae Rowe, Clementine Hunter oder Bill Traylor.
Nach einer Auszeit wurde Saar klar, dass sie, wie sie selbst sagte, „a better maker than writer“ sei, und sie beschloss, ihre kreative Ausdrucksform konsequent in der bildenden Kunst weiterzuverfolgen. 1981 erwarb sie den Master of Fine Arts vom Otis-Parsons Institute in Los Angeles. Anschließend arbeitete Saar zwei Jahre in der Baum Silverman Gallery in Los Angeles.
Von 1982 bis 1995 lebte Saar zusammen mit ihrem Ehemann, dem Künstler Tom Leeser in einem Loft im New Yorker Stadtteil Chelsea und hatte mit ihm zwei Kinder: Sohn Kyle wurde 1989 geboren, Tochter Maddy Inez 1993. Auch sie wurde Künstlerin. Seit 1995 lebt Saars wieder in Los Angeles und hat ein Studio in der Nähe ihres Geburtsorts.
Ihre Tätigkeit im Studio Museum in Harlem, wo sie zunächst für die Verwaltung und Dokumentation der Kunstwerke verantwortlich war, mündete 1983 in eine Position als Artist in Residence. Sie begann in ihre Kunst gefundene Objekte aus dem städtischen Umfeld zu integrieren und verband damit Alltagsmaterialien mit kultureller Symbolik. Während eines Arbeitsaufenthalts 1985 in Roswell (New Mexico) erweiterte sie ihre ursprünglich urban geprägte Formensprache um Einflüsse aus der Kultur der indigenen Völker des Südwestens der USA sowie aus der mexikanischen Kunsttradition.
Werk
Alison Saar ist besonders für ihre kraftvollen Darstellungen schwarzer Frauen bekannt. Ihre Figuren zeichnen sich durch eine standhafte, entschlossene Körperhaltung mit breiten Schultern und festem Stand aus und sollen Stärke, Würde und Widerstandskraft symbolisieren. Saar verbindet in ihrem Werk persönliche Erfahrungen mit mythologischen und historischen Bezügen, wodurch ihre Themen universelle Gültigkeit erhalten.
Durch die Kombination von afrikanischer Kunst und Ritualen, griechischer Mythologie und Elementen des deutschen Expressionismus hinterfragt sie stereotype Darstellungen und formuliert eine Kritik an menschlicher Diskriminierung. Die Figuren ihrer Skulpturen sind häufig mit abstrahierten oder nach innen gerichteten Blicken dargestellt, was ihre emotionale Wirkung verstärkt, ohne den direkten Kontakt zu den Betrachtenden zu suchen. In der Verbindung von Stärke und Verletzlichkeit verkörpern die dargestellten Frauen grundlegende Aspekte menschlicher Existenz – soziale, politische und biologische. Sie stehen sinnbildlich für eine verdichtete Darstellung des Menschseins.
Saar arbeitet häufig mit gefundenen Materialien, etwa grob bearbeitetes Holz aus Containern, Blech, Nägel, Keramikscherben, Glasfragmente, gebrauchte Säcke und andere Überreste des städtischen Lebens. Insbesondere Zinnplatten, deren geprägte Ornamente im 19. und frühen 20. Jahrhundert die Wände und Decken von Manhattans Gebäuden schmückten, wurden zu einem charakteristischen Element ihres Œuvres. Sie verkleidete damit Skulpturen und verzierte die Rahmen ihrer Assemblagen. Das Verwenden von Blech dient dabei sowohl praktischen als auch symbolischen Zwecken: Es verdeckt Unregelmäßigkeiten des wiederverwendeten Holzes und fungiert zugleich als eine Art schützende Haut oder Rüstung. Die ornamentalen Muster des Metalls erinnern Saar an afrikanische Narbentätowierungen (Skarifizierungen), die als kulturelle „äußere Biografien“ gelesen werden können – Zeichen von Zugehörigkeit, Identität und persönlicher Geschichte. Zudem verwendete Saar Pfosten und Balken, die sie auf den Straßen Manhattans fand. Diese Fundstücke verliehen ihren Arbeiten eine altersgeprägte Patina und den Eindruck einer von der Zeit verwitterten und erodierten Welt.
Saar remigriert häufig Figuren aus dem Roman Onkel Toms Hütte in ihren Arbeiten, um afroamerikanische Figuren neu darzustellen und nutzt die literarische Vorlage, um stereotype Darstellungen zu überarbeiten und neue Narrative von Empowerment zu schaffen.
Mamba Mambo (1985)
Das Werk bezieht sich auf die traditionellen, mit Pailletten bestickten Voodoo-Flaggen, die in haitianischen Zeremonien verwendet werden, um Geister herbeizurufen. In Saars Interpretation zeigt das Werk eine nackte schwarze Frau mit roten High Heels, die in jeder Hand eine sich windende Schlange hält. Diese Figur verbindet Attribute der Voodoo-Priesterin und sollen Kraft, Autorität und weibliche Selbstbestimmung symbolisieren. Durch die Einbindung eigener Symbole – etwa ihrer Initialen in Form von Veve-Zeichen – macht Saar das Werk selbstreferenziell und thematisiert laut Lisa Farrington die Rückeroberung des weiblichen Körpers und Blicks aus einer feministischen Perspektive.
Swing Low: Harriet Tubman Memorial (2006)
Harriet Tubman wurde in den Jahren nach ihrem Tod im Jahr 1913 zu einer feministischen Ikone innerhalb afroamerikanischer Frauenorganisationen. Schwarze Künstlerinnen wie Bisa Butler, Faith Ringgold und Elizabeth Catlett fanden in ihr eine zentrale Inspirationsfigur, die sie dazu anregten, den Kampf um Gleichberechtigung – sowohl als Schwarze als auch als Frauen – künstlerisch zu dokumentieren. Harriet Tubmans Lieblingshymne war „Swing Low, Sweet Chariot“, ein geistliches Lied, das mit den geheimen Botschaften zwischen den sogenannten „Conductors“ der Underground Railroad und den versklavten Menschen, die über dieses Netzwerk flohen, in Verbindung gebracht wird. Die Bedeutung dieser Hymne für Tubmans Vermächtnis findet ihren Ausdruck in Saars Skulptur, die denselben Titel trägt.
Die Skulptur aus Bronze und chinesischem Granit zeigt Harriet Tubman in schreitender Pose, während sie symbolisch die „Wurzeln der Sklaverei“ hinter sich herausreißt. Ihr Rock ist mit stilisierten Porträts geschmückt, die an westafrikanische „Passport Masks“ erinnern. Diese traditionellen westafrikanische Masken, insbesondere der Guro in der Elfenbeinküste, deren abstrahierte Gesichter soziale Zugehörigkeit, Status und Identität markieren, werden bei rituellen Tänzen getragen und dienen symbolisch als „Ausweis“ innerhalb der Gemeinschaft. Sie sind den Menschen der Underground Railroad gewidmet, denen Tubman zur Freiheit verhalf. Bronzetafeln am Sockel illustrieren Stationen ihres Lebens und traditionelle Quiltmuster. Die umgebende Anlage des Harriet Tubman Triangle wurde mit Pflanzen gestaltet, die sowohl in New York als auch in Tubmans Heimatstaat Maryland heimisch sind.
Displacement Recollection Exchange and Archive of Mobile (2012)
Hier handelt es sich um eine partizipative Installation, die die Betrachterinnen und Betrachter aktiv in den Entstehungsprozess einbezieht. Die Arbeit thematisiert historische Formen von Vertreibung in der Stadt Mobile (Alabama) und verweist zugleich auf die damaligen anti-immigrantischen Gesetzgebungen des Bundesstaates. Durch die Verbindung von Erinnerung, Ortsgeschichte und sozialpolitischer Gegenwart untersucht die Installation Mechanismen von Ausschluss und Zugehörigkeit im amerikanischen Süden.
Mammy Machine (2012)
Das Werk ist Teil einer Werkreihe, die sich formal an sogenannten moonshine stills – improvisierten Destillationsapparaturen – orientiert. Die Skulptur zeigt ein geschlossenes System, in dem schmutziges Spülwasser aus einer Metallwanne in gummierte Brüste geleitet wird, die das Wasser anschließend wieder zurück in die Wanne tropfen lassen.
Das Werk zeigt ein autarkes System, in dem abgetrennte Brüste unaufhörlich Milch produzieren. Das Werk thematisiert kulturelle Stereotype, ökonomische Belastungen und gesellschaftliche Erwartungen an Schwarze Frauen bzw. Women of Color, ständig Fürsorge zu leisten. Zugleich verweist die Arbeit auf die historische Figur der „Mammy“, die im Kontext der Sklaverei und des Antebellum-Südens als Pflegerin und Ernährerin weißer Familien diente. Darüber hinaus steht Mammy Machine in einer künstlerischen Tradition, die sich kritisch mit rassistisch geprägten Darstellungen wie der Werbefigur „Aunt Jemima“ auseinandersetzt.
Weight (2012)
Alison Saars Skulptur aus Holz, Seil und Baumwolle zeigt ein schwarzes Mädchen, das nackt auf einer Schaukel aus alten Alltagsgegenständen wie einer Bratpfanne und Boxhandschuhen sitzt. Das Werk thematisiert die historische und gegenwärtige Erfahrung von Rassismus in den USA und verweist auf das Erbe der Sklaverei in den Vereinigten Staaten. Das Werk reflektiert die Last des Erbes von Sklaverei und Rassismus in den USA und entstand kurz nach der Wahl Barack Obamas, in einer Zeit, in der die Hoffnung auf ein „post-rassistisches“ Zeitalter von neuem Hass begleitet wurde. Saar verknüpft in der Arbeit Symbole der Versklavung – etwa eine Baumwollwaage – mit gegenwärtigen Erfahrungen sozialer Ungleichheit. Inspiriert wurde sie dabei auch von Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien in Los Angeles, deren Lebensrealität sie tief berührte. Weight wird so zu einer Meditation über Rassismus, gesellschaftliche Erwartungen und den unerfüllten Traum von Gleichheit.
Weitere Werke (Auswahl)
1984: Rufus Lupis Rap, Installation
1985: Sapphire, Holz, Scherben, elektrisches Licht, Armory Center for the Arts, Pasadena
2011: Foison, Holzskulptur mit grün patinierter Kupferblechverkleidung überzogen, gegossene Bronzeelemente in Form von Baumwollbällchen und Motten sowie Acrylfarbe
2020: Rise, Linoleumdruck, Whitney Museum of American Art, New York Der Druck entstand im Zusammenhang mit Black Lives Matter. Die Einnahmen kamen drei Gemeinden in Los Angeles zugute.
2022: Scorch Song, Holz, Nägel, Bratpfanne und Teer, National Museum of Women in the Arts, Washington, D.C.
2024: Kindred, Museum of Modern Art, New York
Gruppenausstellungen (Auswahl)
Soweit nicht anders nachgewiesen, sind die Angaben den Informationen auf „Alison Saar“, Webseite der L.A. Louver Gallery, Los Angeles, entnommen.
1984: A Celebration of American Women Artists: Part II: The Recent Generation, Sidney Janis Gallery, New York
1985: The Doll Show: Artists’ Dolls and Figurines, Hillwood Art Gallery, New York
1987: The Mind's I. Part 4: on the concept of self in transition: exhibition of works by Albert Chong, Linda Peer, Alison Saar and Patti Warashina, Asian Art Institute, New York
1988: Enigmatic inquiry: the search for meaning: works by Italo Scanga, Richard Reese, AlisonSaar, Gray Art Gallery, East Carolina University, Greenville
1988: Influences from the untaught: contemporary drawings: Trena Banks, Beverly Buchanan, Tom Duncan, Denis Gaston, Bert L. Long, Aminah Brenda L. Robinson, Alison Saar, Josette Urso, Drawing Center, New York
1988: New Visions: James Little, Whitfield Lovell, Alison Saar, Queens Museum, New York
1995: Body, Mind, and Spirit: Eight Sculptors-- Judith Davies, John O'Brien, Minoru Ohira, Alison Saar, Peter Shelton, Kiki Smith, Simon Toparovsky, Connie Zehr, The Gallery, Claremont (Kalifornien)
1996: Bearing Witness: Contemporary Works by African-American Women Artists, Spellman College Museum of Fine Art, Atlanta
2005-06: Linkages & Themes in the African Diaspora: Selections from the Eileen Harris Norton and Peter Norton Art Collections, Museum of the African Diaspora, San Francisco
2006: Group Show, L.A. Louver, Los Angeles
2006: Otis--L.A.: Nine Decades of Los Angeles Art Exhibition Highlights Lasting Impact of LA Artists & Movements, Municipal Art Gallery, Barnsdall Art Park, Los Angeles
2007: Family Legacies: The Art of Betye, Lezley and Alison Saar, Ackland Art Museum, University of North Carolina at Chapel Hill, Chapel Hill
2018: 0.10 Reloaded Avantgarde 2018, Knust Kunz, München
2018: Witness: Themes of Social Justice in Contemporary Printmaking and Photography from the Collections of Jordan D. Schnitzer and His Family Foundation, Hallie Ford Museum of Art, Salem
2018: Black Matter/ing: An Activist Poiesis, Wright Museum of Art, Beloit College, Beloit
2018: Dread & Delight: Fairy Tales in an Anxious World, Weatherspoon Art Museum, Greensboro (North Carolina)
2018: Edging Forward: New Prints 2018/Winter, Print Center New York, New York
2018: Evolver, L.A. Louver, Venice
2018: Figures to Remember: The Human Form in Major African American Works, Fort Wayne Museum of Art, Fort Wayne
2019: Made in California: Art + Photographic Portraits of Artists by Shimabukuro, Robert and Frances Fullerton Museum of Art (RAFFMA), University of California, San Bernardino (Kalifornien)
2019: People, Deitch Projects, Los Angeles
2019: Re: assemble: Kim Abeles, Nancy Kyes, Nancy Monk, Sarah Perry, Alison Saar, Deborah Butterfield, Susanna Meiers, Echiko Ohira, Vida Ratzlaff Hackman, Lezley Saar, Todd Madigan Gallery, California State University, Bakersfield
2020: Questions of Identity, San Diego Museum of Art, San Diego
2020: Re-materialize: El Anatsui, Shari Mendelson, Jackie Milad, Alison Saar, Arthur Ross Gallery, University of Pennsylvania, Philadelphia
2020: Tell Me Your Story, Kunsthal KAdE, Amersfoort
2020: Woven Threads: Migration of Myths and Metaphors, La Sierra University, Brandstater Gallery, Riverside (Kalifornien)
2020–21: Woman – Made: From the Collection, Leepa-Rattner Museum of Art, Saint Petersburg College, Tarpon Springs
2020–21: Bud Shark’s Ink: The California Crew, Boulder Museum of Contemporary Art, Boulder
2020–21: Collective Constellation: Selections from The Eileen Harris Norton Collection, Art + Practice in Zusammenarbeit mit dem Armand Hammer Museum of Art, Los Angeles
2020–21: 45 at 45: L.A. Louver Celebrates 45 Years with 45 Artists, L.A. Louver, Venice (Los Angeles)
2021: Legends from Los Angeles: Betye, Lezley and Alison Saar in the Crocker Collection, Crocker Art Museum, Sacramento
2021: She Rises: Selections from the Samella Lewis Contemporary Art Collection, Ruth Chandler Williamson Gallery, Scripps College, Claremont
2021: Then & Now, Telluride Gallery of Fine Art, Telluride
2021: Lives that Bind: A Restorative Justice Installation, City of Santa Monica Percent for Art Program, Santa Monica City Services Building, Santa Monica
2022: The Future is Female, 21c Museum Hotel, Nashville
2022: Drawing Down the Moon, Armand Hammer Museum of Art, Los Angeles
2022: America: Between Dreams and Realities, Selections from The Hirshhorn Museum and Sculpture Garden Collection [America: entre rêves et réalités], Musée national des beaux-arts du Québec, Québec
2022: Behind the Scenes, Southern Graphics Council International printmaking conference am UW-Madison Department of Art, Tandem Press, Madison (Wisconsin)
2022: FAST FORWARD: The Future is Female, Bermudez Projects, Los Angeles
2022: Strange Weather: Contemporary Art from the Collections of Jordan D. Schnitzer and His Family Foundation, Santa Cruz Museum of Art and History, Santa Cruz (Kalifornien)
2022: Candlewood Arts Festival, Borrego Springs
2022: The Printer’s Proof: Artist and Printmaker Collaborations, Albuquerque Museum, Albuquerque
2022-23: Dialogues Across Disciplines: Building a Teaching Collection at the Wellin Museum, Ruth and Elmer Wellin Museum of Art, Hamilton College, Clinton (New York)
2022-23: Claiming Space: Refiguring the Body in Landscape, Montalvo Arts Center, Saratoga (Kalifornien)
2022-23: Luster and Light, ASU Art Museum, Arizona State University, Tempe (Arizona)
2023: Hélio Melo & Alison Saar, Sea View, Los Angeles
2023: Roar!!!, Jim Kempner Fine Art, New York City
2023: Prints and Works on Paper, Hemphill Fine Arts, Washington, D.C.
2023: Basic Matters: Substance in Contemporary Art, Columbus Museum of Art, Columbus
2023-24: In Focus: Artists at Work, National Museum of Women in the Arts, Washington, D. C.
2023-24: Strange Weather: From the Collections of Jordan D. Schnitzer and his Family Foundation, Jordan Schnitzer Museum of Art, University of Oregon, Eugene
2023-24: The Sky’s the Limit, National Museum of Women in the Arts, Washington, D.C.
2016: Bearing, Museum of the African Diaspora, San Franisco Die Ausstellung untersucht, wie das historische Erbe auf den Körper einwirkt und wie diese Vergangenheit die gesellschaftliche Vorstellung von Identität prägt und leitet. Im Zentrum steht Saars Auseinandersetzung mit dem Körper, insbesondere dem mütterlichen Körper, der sowohl die körperliche als auch die kulturelle Widerstandskraft afroamerikanischer Frauen verkörpert. Saar verwendet sowohl bearbeitete Materialien wie Glas und Teer als auch gefundene Objekte wie Zuckersäcke, Wischmopps und rohe Baumwolle, um die historische Vergangenheit mit gegenwärtigen Körpern zu verbinden. Die mit diesen Materialien verknüpften historischen Bedeutungen regen eine Auseinandersetzung mit den Belastungen an, die Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner infolge des Erbes von Sklaverei und rassistischer Diskriminierung in Vergangenheit und Gegenwart tragen.
2016: Alison Saar: Silt, Soot and Smut, L.A. Louver, Los Angeles
2017: Alison Saar: Work on Paper, David Klein Gallery, Detroit
2017: Crepuscular Blue: Prints and Sculpture by Alison Saar from the Collections of Jordan D., Pacific Northwest College of Art, Center for Contemporary Art and Culture, Portland (Oregon)
2018: Alison Saar: Topsy Turvy, L.A. Louver, Los Angeles
2019: Alison Saar: Grow’d, Skyroom installation, L.A. Louver, Los Angeles
2019: Mirror Mirror: The Prints and Sculpture of Alison Saar from the Collections of Jordan D. Schnitzer and His Family Foundation, University of North Texas, Denton
2012–2014: Scenic Designs for Lighthouse/Lightning Rod, Garth Fagan Dance Company, New York
2014: Embodied, Hall of Justice, Los Angeles
2018: Copacetic, Metro Transit Authority, Metro North 125th Station, New York
2022: To Sit Awhile, Lorraine Hansberry Initiative, Chicago Die Skulptur wurde zwischen 2022 und 2024 in den Vereinigten Staaten gezeigt. Sie ist Teil der Initiative, das Vermächtnis der amerikanischen Dramatikerin und Bürgerrechtsaktivistin Lorraine Hansberry zu würdigen und zugleich nachfolgende Generationen zu fördern. Nach einer landesweiten Tournee, u. a. durch Städte wie New York, Philadelphia, Detroit, Minneapolis, Washington, D.C., Atlanta, Seattle, San Francisco und Los Angeles wurde Chicago als Geburtsort Hansberrys der dauerhafte Standort der Skulptur. In jeder Station arbeitete die Initiative mit lokalen Theatern und Organisationen für soziale Gerechtigkeit zusammen, um parallel zur Präsentation der Skulptur zeitgenössische Werke von Autorinnen und Autoren of Color vorzustellen.
2024: Salon, Auftragsarbeit des Internationalen Olympischen Komitees und der Stadt Paris, dauerhaft installiert im öffentlichen Garten der Avenue des Champs Élysées, Paris. Die Bronzeskulptur zeigt eine schwarze Frau, die einen Olivenzweig und eine goldene Flamme hält, Symbole für Frieden und die Kraft der Frauen. Umgeben ist die Figur von einem Kreis aus Stühlen unterschiedlicher kultureller Herkunft, darunter ein westafrikanischer Hocker, ein französischer Melkschemel und ein chinesischer Gartenstuhl, die zum Verweilen und Dialog einladen. Das Werk versteht sich als partizipatives Monument, das Begegnung und Gemeinschaft fördern soll. Der Titel bezieht sich auf Gertrude Steins literarische Salons in Paris und soll einen Ort schaffen, an dem sich Menschen, insbesondere außerhalb der dominierenden weißen, männlichen Repräsentationsfiguren, wiederfinden können. Das Werk ist ihr erstes öffentliches Werk außerhalb der USA und schließt thematisch an frühere Arbeiten wie das Harriet-Tubman-Denkmal an.
Werke in öffentlichen Sammlungen
Saar ist mit ihren Werken in zahlreichen Museen und Privatsammlungen in den Vereinigten Staaten vertreten. Darunter befindet sich das High Museum of Art in Atlanta, das Walker Art Center in Minneapolis sowie das Whitney Museum of American Art in New York.
Zudem befinden sich ihre Werke in Sammlungen wie dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden sowie dem Metropolitan Museum of Art.
Preise und Auszeichnungen
1983: Artist in Residence, Studio Museum in Harlem, New York
2026: Art Gala Artist, San Jose Museum of Art, San Jose
Rezeption
In der kunsthistorischen Rezeption wird Saars Werk als Ausdruck eines amerikanischen Prozesses spiritueller und politischer Spaltung sowie historischer Aufarbeitung beschrieben. Die amerikanische Kunsthistorikerin und Kuratorin Lowery Stokes Sims betont Saars „Bibliothek an Bezügen“, die so vielfältig sei wie ihr eigenes kulturelles Erbe. Ihre besondere Leistung liege darin, persönliche und kulturell spezifische Themen in eine Form zu übersetzen, die über Fragen von „Rasse“ und Geschlecht hinaus universelle Anliegen thematisiere.
Die Kritikerin Leah Ollman hob hervor, dass sich in Saars Skulpturen „das Persönliche, Politische und Poetische“ vereinten.
Der amerikanische Kunstkritiker Christopher Knight verglich in seiner 1993 in der Los Angeles Times erschienenen Rezension Alison Saar: Big Ideas and Considerable Skill die Originalität von Saars Werk mit derjenigen Michelangelos.
Publikationen
Zusammen mit Erica Hunt:Arcade, 1996. Small Pr Distribution, 1996, ISBN 0-932716-39-3.
Zusammen mit Mary Nooter Roberts:Body Politics: The Female Image in Luba Art and the Sculpture of Alison Saar. Fowler Museum of Cultural History, University of California, 2000.
Recipes for Trouble. Frieze Los Angeles, 2020.
Literatur
Elizabeth Shepherd (Hrsg.):Secrets, Dialogues, Revelations: The Art of Betye and Alison Saar. University of Washington Press, 1994, ISBN 0-943739-14-4.
Ruth Twiggs:Tangible Spirits. Virginia Museum of Fine Arts, 2004, ISBN 0-917046-72-2.
Carolyn Vaughn (Hrsg.):Mirror, Mirror: The Prints of Alison Saar: From the Collections of Jordan D. Schnitzer and His Family Foundation. Jordan Schnitzer Family Foundation, 2019, ISBN 978-1-7323212-1-2.
Rebecca Mcgrew und Irene Tsatsos (Hrsg.):Alison Saar: Of Aether and Earthe. Pomona College Museum of Art, 2020, ISBN 978-0-9979306-3-4.
↑Erin Jamieson:Systemic Racism as a Living Text: Implications of "Uncle Tom's Cabin" as a Fictionalized Narrative of Present and Past Black Bodies. In: Journal of African American Studies. Band22, Nr.4, 2018, S.329–344.
↑Lisa E. Farrington:Reinventing Herself: The Black Female Nude. In: Woman's Art Journal. Nr.2, S.15–23 (2003/2004).
1234Alison Saar: Bearing.Museum of the African Diaspora,2016,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am7.März 2016;abgerufen am 31.August 2025.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.moadsf.org
↑Breach.Museum of Modern Art, New York,abgerufen am 2.September 2025.
↑Stanch.Museum of Modern Art, New York,abgerufen am 2.September 2025.
↑High Cotton.Museum of Fine Arts, Houston,abgerufen am 2.September 2025.
↑Jessica Dallow und Barbara C. Matilsky:Family Legacies: The Art of Betye, Lezley, and Alison Saar. Hrsg.: University of Washington Press. 2005, S.978–0295985640.
↑Rebecca Epstein:Alison Saar: Coup.L. A. Louver Gallery, Los Angeles,2.April 2015,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am2.April 2015;abgerufen am 31.August 2025.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lalouver.com
↑Delaware Center for Contemporary Arts (Hrsg.):Alison Saar: Duped. 2007, ISBN 978-0-9785927-2-1.