Alkuin Hollaender

Alkuin Hollaender (* 20. März 1851 in Ratibor; † 24. September 1909) war ein deutscher Historiker und Lehrer.

Leben

Seine Eltern waren der Musiklehrer Isaac Hollaender und Rosalie, geborene Pappenheim. Er hatte acht Geschwister, darunter die späteren Pianisten Alexis Hollaender und Alma Haas sowie den Maler Alphons Hollaender. Paul Kayser, der spätere Leiter der Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt, war über Alkuins Schwester Alwine (1841–1925) mit ihm verschwägert.

Hollaender besuchte zunächst das Elisabeth-Gymnasium in Breslau, dann das Friedrichswerderschen Gymnasium in Berlin. Nachdem er 1870 maturiert hatte, setzt er seine historisch-philologischen Studium an den Universitäten Berlin, Göttingen und Straßburg fort. Theodor Mommsen, Johann Gustav Droysen, Georg Waitz, Wilhelm Studemund und Julius Weizsäcker waren seine Lehrer. Seine Dissertation, über die Kriege der Alamannen im dritten Jahrhundert n. Chr. wurde von Weizsäcker betreut; Hollaender promovierte 1874 in Tübingen, und nicht Straßburg, weil letztere Fakultät auf eine lateinische Fassung dieser Dissertation bestand. Während er dann in Straßburg sein philologisches Staatsexamen bestand und seinen militärischen Dienst leistete, studierte er bei Fritz Baumgarten. Die Geschichte der Stadt Straßburg bildete den Schwerpunkt seiner Forschung bis zum Lebensende. Beruflich wirkte er nach zwei Jahren an der Realschule in Essen an der Realschule bei St. Johann, dann schließlich dreißig Jahre an Straßburgs Oberrealschule am Kaiserpalast als Oberlehrer und Professor. Er unterrichtete ebenso im Pensionat des Diakonissenhauses und an der Iindner’schen höheren Töchterschule in genannter Stadt.

Er war seit dem 23. März 1901 verheiratet mit Martha Obkircher.

Noch 1978 waren Hollaenders Arbeiten über den Schmalkaldischen Krieg unüberholt. Sein Aufsatz von 1892 über die deutsch-schweizerische Intervention zugunsten der Waldenser galt als eine der zwei besten Studien.

Veröffentlichungen (in Auswahl)

Nachruf

Einzelnachweise

  1. ↑ Pappenheim II, Genealogie im Portal thekesters.net, abgerufen am 13. Mai 2026
  2. ↑ Wiegand: Alcuin Hollaender, passim.
  3. ↑ Cornel Zwierlein, The Waldensians, Bucer, Beza, Castellio, and French-German Confessional Diplomacy 1556/7. Archiv für Reformationsgeschichte 106 (2015), S. 184–241, hier S. 189.
Personendaten
NAME Hollaender, Alkuin
KURZBESCHREIBUNG deutscher Historiker und Lehrer
GEBURTSDATUM 20. März 1851
GEBURTSORT Ratibor
STERBEDATUM 24. September 1909