Almir Pazzianoto Pinto

Almir Pazzianoto Pinto

Almir Pazzianotto Pinto (* 29. Oktober 1936 in Capivari, Bundesstaat São Paulo) ist ein brasilianischer Jurist und Politiker, der unter anderem zwischen 1985 und 1988 Arbeitsminister sowie von 2000 bis 2002 Präsident des Obersten Arbeitsgerichts war.

Leben

Almir Pazzianotto Pinto begann nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften an der Katholischen Universität Campinas (Pontifícia Universidade Católica de Campinas), das er 1960 mit einem Bacharel em Ciências Jurídicas beendete. Im Anschluss erhielt er seine Zulassung als Rechtsanwalt und war als Rechtsberater des Gewerkschaftsverbands der Metallurgie-, Maschinenbau- und Elektroindustrie (Federação dos Trabalhadores nas Indústrias Metalúrgicas, Mecânicas e de Material Elétrico) des Bundesstaates São Paulo tätig sowie selbst Mitglied des Gewerkschaftsverbands der Chemie- und Pharmaindustrie (Federação dos Trabalhadores nas Indústrias Químicas e Farmacêuticas) des Bundesstaates São Paulo. Er nahm 1972 in São Paulo am IV. und 1974 in Mexiko-Stadt am V. Iberoamerikanischen Kongress für Arbeitsrecht und Sozialversicherung teil.

Er begann sein politisches Engagement in der Brasilianischen Demokratischen Bewegung MDB (Movimento Democrático Brasileiro), deren Mitglied er von 1966 bis 1979 war. Er wurde für die MDB 1974 Mitglied der Legislativversammlung des Bundesstaats São Paulo (Assembleia Legislativa do Estado do São Paulo) und gehörte dieser nach seinen Wiederwahlen 1979 und 1982 im Zeitraum von 1974 bis 1986 an. In der Legislativversammlung von São Paulo war er von 1977 bis 1982 Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitsbeziehungen und zwischen 1984 und 1985 Vorsitzender des Ausschusses für Lohnpolitik. Am 15. März 1985 wurde er als Arbeitsminister (Ministro do Trabalho) in das Kabinett von Staatspräsident José Sarney berufen und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 27. September 1988, woraufhin der Generalsekretär des Arbeitsministeriums, Eros Antonio de Almeida, am 28. September 1988 kommissarisch das Amt übernahm, ehe Ronaldo Costa Couto neuer Arbeitsminister wurde. Als Arbeitsminister war er 1985 sowie 1988 Leiter der Delegation bei der LXXI. und LXXV. Internationalen Arbeitskonferenz in Genf. Ferner war er 1987 Leiter der brasilianischen Delegation bei der von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem Inter-American Center of Tax Administrations (CIAT) veranstalteten Konferenz „Demokratische Verwaltung der Arbeit angesichts der Krise“ und leitete im November 1987 zudem die Delegation beim ILO-Treffen zum Thema „Beschäftigung und Strukturanpassung“ in Genf.

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde Pazzianotto Pinto wiederum am 29. September 1988 als Richter an das Oberste Arbeitsgericht TST (Tribunal Superior do Trabalho) berufen. Dort fungierte er zwischen 1996 und 1998 als Generalinspektor für Arbeitsjustiz (Corregedor-Geral da Justiça do Trabalho) sowie von 1998 bis 2000 als Vizepräsident. Als Nachfolger von Wagner Antônio Pimenta wurde er schließlich 2000 Präsident des Obersten Arbeitsgerichts und bekleidete dieses Amt bis 2002, woraufhin Francisco Fausto Paula de Medeiros ihn ablöste.

Almir Pazzianoto Pinto. In: Tribunal Superior do Trabalho: Ex-Presidentes. (englisch).

Einzelnachweise

  1. ↑ Sarney (Costa), José (de Araújo). In: rulers.org. (englisch).
  2. ↑ Couto, Ronaldo Costa. In: rulers.org. (englisch).
  3. ↑ Wagner Antônio Pimenta. In: Tribunal Superior do Trabalho: Ex-Presidentes. (englisch).
  4. ↑ Francisco Fausto Paula de Medeiros. In: Tribunal Superior do Trabalho: Ex-Presidentes. (englisch).
Personendaten
NAME Pinto, Almir Pazzianoto
ALTERNATIVNAMEN Pinto, Almir Pazzianotto
KURZBESCHREIBUNG brasilianischer Jurist und Politiker
GEBURTSDATUM 29. Oktober 1936
GEBURTSORT Capivari, Bundesstaat São Paulo