Aloïs De Beule

Büste von Aloïs De Beule von einem seiner Mitarbeiter, Modest Van Hecke (1928)
Das Bildhaueratelier von De Beule in Gent (1898 oder früher)
12. Station des neugotischen, polychromen Kreuzwegs in der St.-Peter-Kettenkirche in Uitbergen (1904). De Beule entwarf 14 vollständige Kreuzwege, von denen seine Werkstatt etwa 250 Stück herstellte.
Detail der monumentalen Statue von Ros Beiaard und den Vier Haimonskinder für die Weltausstellung 1913 in Gent

Aloïs De Beule (* 27. August 1861 in Zele; † 15. Dezember 1935 in Gent) war ein belgischer Bildhauer, der vor allem für seine religiösen Skulpturen und öffentlichen Denkmäler bekannt war.

Leben und Werk

De Beule absolvierte seine künstlerische Ausbildung an der Sint-Lucasschule und er ging bei dem deutschen Bildhauer Matthias Zens, der sich in Gent niedergelassen hatte, in die Lehre. Ab 1888 leitete er in Gent eine Bildhauerwerkstatt, die sich auf religiöse Kunst spezialisierte. Sein frühes Werk war stark von der Neogotik geprägt und umfasste Kreuzwege und Heiligenfiguren. Besondere Anerkennung erlangte er durch den zwischen 1889 und 1894 geschaffenen Kreuzweg für die St.-Jakobs-Kirche in Gent. Seine Werkstatt belieferte Kirchen und Klöster in Belgien und im Ausland, insbesondere in England.

Neben religiösen Auftragsarbeiten schuf De Beule auch weltliche Skulpturen und Denkmäler. Im Jahr 1898 entwarf er drei Denkmäler zur Erinnerung an den Bauernkrieg von 1798. Seinen Durchbruch beim breiteren Publikum erzielte er 1913 mit der monumentalen Skulpturengruppe Ros Bayard und die vier Haimonskinder, die auf der Weltausstellung in Gent gezeigt wurde.

Während des Ersten Weltkriegs floh De Beule mit seiner Familie nach London und kehrte nach Kriegsende nach Gent zurück. In der Nachkriegszeit entwarf er zahlreiche Kriegerdenkmäler, die an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnerten. Zwischen 1920 und 1931 entstanden nach seinen Entwürfen insgesamt 28 solcher Denkmäler.

Seine Arbeitsweise beruhte auf einer arbeitsteiligen Werkstattorganisation, in der er Modelle aus Ton schuf, die anschließend von spezialisierten Mitarbeitern vervielfältigt und ausgeführt wurden. Zu seinen Schülern und Mitarbeitern gehörten mehrere später bedeutende belgische Bildhauer, darunter Geo Verbanck, Oscar Sinia und Achilles Moortgat.

Aloïs De Beule starb 1935 in Gent und wurde auf dem Friedhof Campo Santo beigesetzt.

Obwohl sein Werk aufgrund seiner religiösen Themen und der Serienproduktion lange Zeit wenig Beachtung fand, wird seit dem Ende des 20. Jahrhunderts der Erhaltung und Restaurierung von De Beules Werk wieder verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Aloïs De Beule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Aloïs De Beule. In: RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis. Abgerufen am 16. Oktober 2026.
  2. ↑ Gaston De Knibber: Aloïs De Beule. J. Van Lantschoot, Dendermonde 1936, S. 22–25; François De Geest: Aloïs De Beule. Beeldhouwer voor kerk en staat. Heemkring Erfgoed Zele, Zele 2016, S. 21–35.
  3. ↑ François De Geest: Aloïs De Beule. Beeldhouwer voor kerk en staat. Heemkring Erfgoed Zele, Zele 2016, S. 39–42; Gaston De Knibber: Aloïs De Beule. J. Van Lantschoot, Dendermonde 1936, S. 34.
  4. ↑ François De Geest: Aloïs De Beule. Beeldhouwer voor kerk en staat. Heemkring Erfgoed Zele, Zele 2016, S. 74–75; Gaston De Knibber: Aloïs De Beule. J. Van Lantschoot, Dendermonde 1936, S. 55–59.
  5. ↑ François De Geest: Aloïs De Beule. Beeldhouwer voor kerk en staat. Heemkring Erfgoed Zele, Zele 2016, S. 76–79.
Personendaten
NAME De Beule, Aloïs
ALTERNATIVNAMEN De Beule, Alois
KURZBESCHREIBUNG belgischer Bildhauer
GEBURTSDATUM 27. August 1861
GEBURTSORT Zele
STERBEDATUM 15. Dezember 1935
STERBEORT Gent