Aloys Hennes

Notenblatt, 1874, Marsch von Aloys Hennes zum Gedenken an das gescheiterte Bismarck-Attentat in Bad Kissingen.

Aloys Hennes (* 8. September 1827 in Aachen; † 8. Juni 1889 in Berlin) war ein deutscher Pianist und Komponist.

Leben

Hennes war Schüler von Ferdinand Hiller und Carl Reinecke. Er wurde Klavierlehrer unter anderem in Wiesbaden und 1872 in Berlin. Ab 1881 war er als Lehrer am Konservatorium von Xaver Scharwenka in Berlin tätig. Bekannt wurde er vor allem durch seine lehrreichen Klavierunterrichtsbriefe, die zunächst im Selbstverlag und später in gebundener Form als Buch erschienen. Diese Unterrichtsbriefe wurden zum Beispiel auch in die englische Sprache übersetzt, die Herausgabe der deutschen Fassung wurde nach seinem Tod vom Musikverlag Breitkopf & Härtel fortgeführt. Nach Angaben der Deutschen Nationalbibliothek komponierte er rund 400 Musikstücke.

Hennes war von 1859 bis 1864 mit der Dichterin Marie Clausnitzer-Hennes verheiratet. Seine Tochter Therese Hennes, geboren 1861 in Wiesbaden, wurde ebenfalls Pianistin und galt als Wunderkind, doch war ihr in der damaligen patriarchalischen Gesellschaft ein musikalischer Erfolg versagt.

Hennes ist auch der Autor des ältesten Wanderführers für die Umgebung Berlins, „100 Nachmittags-Ausflüge in die Umgegend von Berlin“ 1879. Er beschrieb Kurzausflüge in die nähere, damals noch unbebaute Umgebung der Stadt, die durch die 1877 vollendete Ringbahn leicht erreichbar wurden (Oberspreegebiet, Grunewald, Potsdamer Havelgebiet, Havelgebiet um die Jungfernheide/Tegeler See und „Seitentouren“). „Das Buch, mit Lust und Liebe angefertigt, erfreute sich bald großer Verbreitung. ... Der Vater der eigentlichen Wegweiser für die Mark.“ Ein Jahr später folgten „32 Ausflüge in die weitere Umgegend von Berlin (Biesenthal, Eberswalde, Chorin, Oderberg, Freienwalde und Buckow)“ nach. Nach Hennes‘ Tod wurden alle Bände unter dem Titel „200 Ausflüge in die Umgegend von Berlin“ (1896) vereinigt. Dieses Werk, später in „Straube’s Märkisches Wanderbuch“ umbenannt und mehrfach bearbeitet, erlebte bis 1929 unter verschiedenen Bearbeitern 28 Auflagen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Aloys Hennes: A new method for the piano, after the Klavier-Unterrichts-Briefe. New York Public Library (Letters on piano-instruction)
  2. ↑ Therese Hennes. (Memento vom 22. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 423 kB) Musik und Gender im Internet, Hochschule für Musik und Theater Hamburg
  3. ↑ „Der Bär, Illustrirte Berliner Wochenschrift“, Nr. 7/1881, S. 73.
  4. ↑ Emil Albrecht (1856–1920): Wie Kießlings Wanderbuch entstand. In: „Die Mark, Illustrierte Zeitschrift für Heimatwandern und Landeskunde der Mark Brandenburg“, XVI. Jahrg., Heft 12 / Mitte Juli 1920, S. 108 f.
  5. ↑ „Der Bär, Illustrirte Berliner Wochenschrift“, Nr. 41/1881, S. 527, ein weiteres Jahr später ein Buch über Ausflüge vom heutigen S-Bahnhof Grunewald aus.
  6. ↑ Nachweis im International Music Score Library Project
  7. ↑ „Der Bär, Illustrirte Berliner Wochenschrift“, Nr. 38/1888, S. 479.
  8. ↑ Online-Ausgabe von 1879
  9. ↑ Online-Ausgabe von 1881
Personendaten
NAME Hennes, Aloys
KURZBESCHREIBUNG deutscher Pianist
GEBURTSDATUM 8. September 1827
GEBURTSORT Aachen
STERBEDATUM 8. Juni 1889
STERBEORT Berlin