Altenbeuren

Altenbeuren
Gemeinde Salem
Koordinaten: 47° 47′ N, 9° 20′ OKoordinaten: 47° 47′ 8″ N, 9° 19′ 30″ O
Postleitzahl: 88682
Vorwahl: 07553
Postkarte Altenbeuren (um 1940)
Postkarte Altenbeuren (um 1940)

Das Dorf Altenbeuren gehört zu Beuren, einem Ortsteil von Salem im Bodenseekreis.

Lage und Verkehr

Altenbeuren liegt im Hinterland des nördlichen Bodenseeufers am Rand des Salemertals. Es gehört zur historischen Region Linzgaus.

Der Ort liegt nördlich der historischen Landstraße von Salem in das Deggenhauser Tal, heute L204. Die Kreisstraße K7757 zweigt von dieser ab, führt durch den Ort hindurch nach Beuren. Am Ortsende zweigt eine Straße in den Weiler Bächen ab.

Geschichte

Die Besiedlung des Ortes durch die Alemannen wird im 6. oder frühen 7. Jahrhundert vermutet, der ersten Ausbauzeit unter fränkischer Herrschaft.

In einer Urkunde aus dem Jahr 783 wird Altenbeuren erstmals schriftlich erwähnt. In der wird die Schenkung des Wichar an das Kloster St. Gallen mit folgendem Text dokumentiert:

„… Ich übergebe und übertrage aus meinem rechtmäßigen Besitz mit dem heutigen Tag zur Herrschaft der obengenannten Kirche des Heiligen Gallus im Dorf Altenbeuren dreißig Hektar dieses Landes, eingeschlossen einhundert Jurnales und über die Wiesen hin siebenunddreißig Hütten, weitere Gebäude sowie Höfe mit Häusern, Betrieben und Werkstätten und deren sieben Leibeigene mit folgenden Namen: Franco und Liutsinda, Kerhilt, Liublia, Folrato, Dacarat, Hailrat mit allem Geld und all ihrem Hab und Gut…“

Das Kloster Salem erwirbt im 13. Jahrhundert Besitzungen in Altenbeuren, unter anderem im Jahr 1282 eine Mühle. Die Ortsherrschaft lag jedoch immer bei der Grafschaft Heiligenberg. Altenbeuren gehörte zu dem für das 15. Jahrhundert anzunehmende und im 16. Jahrhundert belegte „Amt“ Beuren. Der Ort war verwaltungsmäßig immer mit Beuren verbunden, formal wurden die beiden Ortsgemeinden jedoch erst zum 1. Januar 1925 vereinigt.

Postkarte Altenbeuren um 1910 mit Gasthaus Linde

Altenbeuren erhielt 1954 den Anschluss an die Wasserversorgung und 1959 den Anschluss an das Stromnetz des Badenwerkes. Die Kanalisation wurde im Jahr 2000 fertiggestellt. Die ehemalige Molke wurde 2006 in ein Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

Die „Restauration zur Linde“ bestand von 1820 bis 1972.

Sehenswürdigkeiten

Antoniuskapelle

In Altenbeuren stehen insgesamt sechs Objekte unter Denkmalschutz

Kultur und Brauchtum

Kirchlich gehörte Altenbeuren bis heute zur katholischen Pfarrei Weildorf. Die Bemühungen zur Umpfarrung nach Beuren waren erfolglos.

Das kulturelle Leben sowie sämtliche dörfliche und kirchliche Feste sind vom 1957 gegründeten alemannischen Narrenverein der „Schlüsselbieter“ geprägt, dem einzigen Verein in Altenbeuren. Den „Schlüsselbietern“ gehört der überwiegende Teil der etwa 150 Einwohner von Altenbeuren an. Fastnacht und Funken werden in Altenbeuren noch in einem sehr ursprünglichen, alemannischen Sinn vom ganzen Dorf gemeinsam begangen.

Literatur

Commons: Altenbeuren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Festschrift 2008
  2. ↑ Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg Bodenseekreis – Salem-Beuren - Altenbeuren
  3. ↑ „Schlüsselbieter“ aus Altenbeuren prägen Dorfleben über das gesamte Jahr, Südkurier, 11. Januar 2016, abgerufen am 10. September 2021