| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Kommunennummer: | 4631 | |
| Provinz (fylke): | Vestland | |
| Verwaltungssitz: | Knarvik | |
| Offizieller Name: | Alver kommune (no) | |
| Koordinaten: | 60° 40′ N, 5° 20′ O | |
| Fläche: | 679,15 km² | |
| Einwohner: | 30.285 (1. Jan. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 45 Einwohner je km² | |
| Sprachform: | Nynorsk | |
| Webpräsenz: | ||
| Verkehr | ||
| Straße: | Europastraße 39 | |
| Politik | ||
| Bürgermeisterin: | Ingrid Fjeldsbø (H) (2023) | |
| Lage in der Provinz Vestland | ||
Alver ist eine Kommune im norwegischen Fylke Vestland. Die Kommune hat 30.285 Einwohner (Stand: 1. Januar 2026). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Knarvik. In Alver befindet sich die Erdölraffinerie Mongstad.
Die Kommune entstand im Zuge der Kommunalreform in Norwegen zum 1. Januar 2020 durch die Zusammenlegung von Lindås, Meland und Radøy.

Die Kommune Alver liegt im Küstengebiet der Landschaft Nordhordland im Westen des Fylkes Vestland. Sie grenzt im Nordwesten an die Kommunen Fedje und Austrheim, im Norden an Gulen und Masfjorden, im Nordosten an Modalen, im Osten an Vaksdal und Osterøy, im Süden an Bergen und Askøy sowie im Westen an Øygarden. Nur die Grenzen zu Austrheim, Masfjorden und Modalen verlaufen teilweise an Land.
Die Küste ist stark durch Fjorde gegliedert. Der Großteil der Kommune liegt auf Halbinseln und Inseln zwischen dem Austfjord im Norden, dem Oster- und Herdlefjord im Süden sowie dem Hjeltefjord im Westen. Insgesamt gehören über 800 Inseln zu Alver. Die größten Inseln der Kommune sind die Radøy mit rund 111 km² und die Holsnøy mit etwa 89 km². Die beiden Inseln befinden sich im Südwesten von Alver.
Zur Kommune gehören neben den 679 km² an Landfläche auch 298 km² an Meeresfläche. Die Fläche der Süßgewässer beträgt 30,81 km².
Die Berge steigen im Nordosten des Gemeindegebiets bis zum 957 moh. hohen Sørdalsnuten an.

Die Zahl der Einwohner auf dem Gebiet der heutigen Kommune stieg über die Jahrzehnte hinweg stark an. Ursächlich dafür sind die Nähe zu Bergen, der Ausbau der Verkehrsanbindung sowie der Ausbau der Ölindustrie in der Kommune.
In der Kommune liegen mehrere Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Diese sind Haugland mit 417, Manger mit 1142, Austmarka (Alver) mit 440, Lindås mit 1448, Knarvik mit 6722, Leknes mit 1219, Seim mit 483, Rissundet mit 223, Frekhaug mit 3734, Krossneset mit 485, Holme mit 923, Moldekleiv mit 610 und Vikebø mit 318 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2026).
Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Vestland Nynorsk, die weniger weit verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.
| Jahr | Einwohnerzahl | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Anzahl | Prozent | ||
| 1970 | 14.570 | — | — |
| 1980 | 17.970 | +3.400 | +23,3 % |
| 1990 | 20.955 | +2.985 | +16,6 % |
| 2000 | 22.430 | +1.475 | +7,0 % |
| 2010 | 25.742 | +3.312 | +14,8 % |
| 2020 | 29.224 | +3.482 | +13,5 % |
In der heutigen Kommune wurden in den 1960er-Jahren Funde aus der Steinzeit gemacht. In Sletta bei der Ortschaft Manger befindet sich das Westnorwegische Auswanderungszentrum (Vestnorsk utvandringssenter). Dort befindet sich auch die Emigrantkyrkja, eine Kirche, die aus den USA nach Norwegen überführt wurde.
Die Kommune Alver entstand am 1. Januar 2020 durch die Zusammenlegung von Lindås, Meland und Radøy im Zuge der Kommunalreform in Norwegen. Die Vorgängerkommunen waren noch Teil des Fylkes Hordaland. Hordaland ging zu Beginn des Jahres 2020 im Rahmen der Regionalreform in Norwegen in das neu geschaffene Fylke Vestland über.
Die Kommune Lindås war infolge der Formannskapslovene entstanden, durch die im Jahr 1837 die kommunale Selbstverwaltung in Norwegen eingeführt wurde. Im Jahr 1879 wurde die Kommune Masfjorden und 1910 Austrheim von Lindås abgespalten. Im Jahr 1964 kam es zu mehreren Eingemeindungen, als unter anderem ein von 1240 Personen bewohntes Gebiet aus Hamre und Alversund mit 2099 Einwohnern in Lindås aufgingen.
Die Kommune Meland war 1923 mit damals 1716 Einwohnern aus Alversund hervorgegangen. Durch Eingemeindungen aus dem Jahr 1964 wuchs Meland auf die gesamte Insel Holsenøy an.
Die Kommune Radøy war zum 1. Januar 1964 durch die Fusionierung von Hordabø, Manger mit Teilen von Sæbø, Lindås, Herdla und Austrheim entstanden.

In der Kommune liegen 13 Kirchen der Norwegischen Kirche. Die modernste Kirche ist die Knarvik kyrkje, die seit 2014 als Gotteshaus genutzt wird und Raum für 500 Personen bietet. Die Ostereidet kyrkje besteht seit 1988. Eine Holzkirche mit 290 Sitzplätzen ist die Hundvin kyrkje aus dem Jahr 1936.
Zehn Kirchen stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Myking kyrkje ist eine Kirche in der Ortschaft Myking aus dem Jahr 1861. Sie hat 250 Sitzplätze und wurde nach Plänen von Christian Heinrich Grosch erbaut. Die restlichen Kirchen sind Holzkirchen. Dabei handelt es sich um die Lindås kyrkje aus dem Jahr 1865, die Meland kyrkje aus 1866, die Hordabø kyrkje aus 1875, die Seim kyrkje aus 1878, die Alversund kyrkje aus 1879, die Sæbø kyrkje aus 1883, die beiden im Jahr 1891 fertiggestellten Manger kyrkje und Vike kyrkje sowie die Lygra kyrkje aus 1892. Die größten dieser Kirchen sind die Manger kyrkje mit 440 und die Hordabø kyrkje mit 330 Plätzen.
Durch die Kommune verläuft die Europastraße 39 (E39) von Bergen über die Nordhordlandsbrua kommend nach Trondheim. Die E39 führt weitgehend entlang der Nordküste des Osterfjords durch den Südosten der Kommune. Anschließend durchquert sie den 4910 Meter langen Eikefettunnel und verlässt sie Kommune in nördliche Richtung. Der Eikefettunnel war bei seiner Eröffnung im Jahr 1980 Norwegens zweitlängster Straßentunnel.
Von der E39 zweigen zahlreiche Fylkesveier ab, die zu den Ortschaften weiter im Nordwesten von Alver führen. Der Fylkesvei 57 stellt die Verbindung zwischen Knarvik und dem Industriegebiet in Mongstad her.
Der Hafen in Mongstad, der für die dortige Erdölraffinerie genutzt wird, ist gemessen an der Tonnage der größte Hafen Norwegens.
Der nächste Bahnhof befindet sich in Bergen.
Die lokale Wirtschaft ist von der Nähe zu Bergen und von der Erdölraffinerie in Mongstad geprägt. Die Raffinerie, die auf der Grenze zu Austrheim liegt, wird von Equinor betrieben und ist die größte Norwegens. Sie nahm ihren Betrieb im Jahr 1975 auf. Das Erdöl wird sowohl über Pipelines als auch über Schiffe von den Ölfeldern nach Mongstad transportiert. Im Bereich der Industrie ist zudem die mechanische Industrie von Bedeutung, die vor allem auf den Bau von Schiffen und Ölplattformen ausgelegt ist.
In der Landwirtschaft ist vor allem die Haltung von Rindern und Schafen verbreitet. Bei den landwirtschaftlich genutzten Flächen handelt es sich überwiegend um Weideareal. Es wird zudem etwas Gartenbau in Alver betrieben. Die Fischerei ist von eher geringerer Bedeutung. An einigen Orten befinden sich Aquakulturen.
Viele der Einwohner haben ihren Arbeitsplatz außerhalb von Alver. Im Jahr 2025 kamen auf rund 15.200 Erwerbstätige aus der Kommune etwa 11.490 Arbeitsplätze in Alver. Von den Erwerbstätigen der Kommune waren knapp 8760 in Alver selbst tätig. Über 4270 Personen pendelten in die Nachbarkommune Bergen. Jeweils mindestens 100 Personen pendelten zudem in die Kommunen Austrheim, Oslo, Øygarden und Stavanger. Der Arbeitsort von 250 Personen lag auf dem norwegischen Kontinentalschelf außerhalb der norwegischen Kommunalstruktur.
Das seit 2020 offizielle Wappen von Alver zeigt eine silberne Brücke und ein silbernes Boot auf blauem Hintergrund. Es soll die Bedeutung des Meeres und der Brücken, die die Vorgängerkommunen miteinander verbanden, symbolisieren.
Der Name der Kommune leitet sich vom Hofnamen „Alver“ ab. Dieser gab auch dem Ort Alversund nördlich von Knarvik und der dortigen Meerenge Alverstraumen, der Verbindung von Radfjord und Radsund, den Namen. Der Name ist auf das altnordische Alviðra zurückzuführen und kommt so auch auf Island vor. Er setzt sich aus den Bestandteilen al (deutsch „gesamt, alle“) und viðra (deutsch „Wetter“) zusammen. Der Hofname bezieht sich auf Wetterlagen, die aus allen Himmelsrichtungen einwirken.