Langhaarcollie

Langhaarcollie
(Rough Collie)
Langhaarcollie
FCI-Standard Nr. 156
Widerristhöhe:

Rüde 56–61 cm
Hündin 51–56 cm

Gewicht:

Nicht festgelegt

Zuchtstandards:

FCI, KC

Liste der Haushunde

Der Langhaarcollie (en. Collie Rough oder Rough Collie) ist eine von der FCI anerkannte britische Hunderasse (FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 156).

Beschreibung

Der Langhaarcollie wird heute in zwei Varianten gezüchtet: im britischen und im amerikanischen Typ. Beide werden in Arbeits- und Showlinien gezüchtet, die sich nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrem Verhalten unterscheiden.

Farbschläge

Den Collie gibt es weltweit in drei Farbschlägen: zobel-weiß (sable-white), tricolor (überwiegend schwarz-weiß mit tan) und blue-merle.

Die sable-Variante variiert zwischen einem hellen Goldton und einem tiefdunklen Mahagoni, deshalb spricht man auch vom dark-sable. Eine Sonderform ist der weiße Collie, der bisher nur im amerikanischen Standard anerkannt wird.

Der Blue-Merle ist ein graumelierter Collie, also ein Tricolor-Collie mit einer Aufhellung, die durch das Merle-Gen bewirkt wird. Das Merle-Allel darf nur von einem Elterntier vererbt werden, da es sonst zu Schädigungen an Augen und im Innenohr kommt (Taubheit und Blindheit). Da das Merle-Gen in zobelfarbenen Collies im erwachsenen Zustand häufig nicht mehr erkennbar ist, besteht bei Sable-Merle-Collies immer die Gefahr, dass versehentlich zwei Elterntiere mit Merle-Gen verpaart werden. Deshalb ist die Sable-Merle-Farbe im Club für Britische Hütehunde (VDH) verboten.

Der schwarze Collie, der über fast keine Abzeichen verfügte, bei dem jedoch ein schmaler weißer Kragen, weiße Beine und eine weiße Rutenspitze erwünscht waren, ist heute in keinem Standard mehr beschrieben und wird seit Jahrzehnten nicht mehr gezüchtet oder ausgestellt. Ursprünglich war er aber beim amerikanischen Standard erlaubt. Der weiße Collie hat den typisch gezeichneten Colliekopf mit sable, tricolor, blue-merle oder sable-merle Kopf und wird erst hinter der typischen Halskrause überwiegend weiß. Flecken sind dabei durchaus möglich, idealerweise beträgt der Weißanteil 80 %. Neuere Studien lassen vermuten, dass weiße Collies mit sehr ausgiebigen Abzeichen und heterozygoten Merle-Faktor auch ein höheres Risiko zu gesundheitlicher Beeinträchtigung haben.

Die züchterischen Problemzonen des Collies liegen in einer ungenügenden Größe, einem zu engen Kiefer und in einer X-Beinigen Stellung der Hinterbeine.

Britischer Typ

Der Langhaarcollie vom britischen Typ ist ein eleganter bis 61 cm großer Begleithund und hat ein etwas durchmischtes Ober- bzw. Unterfell, wodurch das Fell mehr aufplüscht. Sein eleganter Gang wirkt adlig. Der Hund hat dichtes Fell mit seidig weicher Unterwolle.

Amerikanische Variante

Mit der Verbreitung vom Collie in den USA wurde dort ein eigener Collieclub gegründet, der neben anderen Abweichungen auch den weißen Collie anerkannte. Der Collie nach AKC-Standard ist 24 bis 26 Zoll (61–66 cm) groß und wird bis zu 65 Pfund (34 kg) schwer. Er hat eine etwas andere Gesichtsform mit kräftigerem Kopf und größeren Augen, der ganze Körperbau ist substanzvoller. Man kann das glatte Deckhaar und die Unterwolle deutlich unterscheiden, auch ist die Unterwolle weniger üppig und neigt daher nicht so sehr zur Verfilzung. Der amerikanische Standard erlaubt weitere Farbschläge, die im britischen KC Standard nicht erlaubt sind. Auch in anderen Punkten unterscheidet sich der AKC-Standard von den Standards der KC und damit des FCI.

Schottischer Schäferhund im Ostblock

Europa jenseits des Eisernen Vorhangs war für Tiere eine Art genetische Refugium. Ein Austausch mit westlichen Züchtern fand kaum statt, dafür umso intensiver zwischen Polen, der ehemaligen CSSR, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien. Man legte mehr Wert auf Nützlichkeit. Wie beim deutschen Schäferhund war auch der Collie des Ostens ganz anders. Zwar waren alle Ostblockländer Mitglieder der FCI, züchteten aber auf dem Stand von 1945 isoliert den Nachkriegstyp weiter. Der Collie wurde hier als Schottischer Schäferhund geführt und ab den 1980er Jahren den Dienst- und Gebrauchshunden zugeordnet, d. h. er musste nun die Schutzhundeprüfung ablegen. Legendär wurde Andy vom Königshof, der alle Schäferhunde schlug und von 1985 bis 1988 DDR-Champion der Schutzhunde war. Er wurde 1990 als PRD/CEA und HD frei bestätigt. Der Ostblock-Collie entstammte der Arbeitslinie, war etwas größer als der britische Typ, hatte das Haarkleid des Amerikaners und den Kopf des Briten, zugelassen waren nur die britischen Farbschläge zobel-weiß, tricolor und blue-merle. Besonders groß wurden Hunde in Russland, wo Crossings mit deutschen Schäferhunden und mongolischen Bankhars (ähnlich einem altdeutschen Schäferhund) zu einem beeindruckend großen und kräftigen Collie führten. Anders als in Europa sah der russische Standard keinerlei Größenbegrenzung vor, sodass russische Collies oft deutlich robuster und jenseits der 65 cm groß wurden. Belegt ist deren Einsatz auch in der Armee. Nachdem jedoch um 1990 eine Schwemme von Importhunden aus Westeuropa auch diese Zuchtbasis ruinierten, gibt es inzwischen wieder Züchter in Belarus und Russland die versuchen den alten Sowjet-Collietyp zu retten. Sollte es ihnen gelingen wäre dies eine wertvolle Genreserve für die Zukunft.

Genetische Erkenntnisse

Genetisch zeigen sich die Vorfahren des Langhaar-Collie als alte Vertreter der britischen Hütehunde, wobei ihm das schwere Gelände der westlichen und zentralen Highlands wohl vor äußeren Einflüssen geschützt hat. Langhaarige Collies bilden den äußersten Punkt der (Collie-Klade), was sie zu den am längsten gezüchteten Collies macht. Ihre Vorfahren könnten kontinentale Hütehunde sein, die während der Bronzezeit auf die britische Insel gelangten. Dies legt eine 2020 veröffentlichte Studie von Bergström nahe, die durch archäologische Funde bestätigt wurde. Die ältesten Beschreibungen lassen ursprünglich auch lohfarbene und schwarze Hochland Collies zu. Inzwischen werden eine ganze Reihe Hunderassen genetisch zur sogenannten Collie-Klade gezählt, sein engster Verwandter ist der Sheltie, in dem eventuell norwegische Wikingerhunde eingekreuzt wurden, was die Existenz eines Collieartigen Hundes bis ins 9. Jahrhundert datieren könnte. Eng verwandt ist neben dem Border Collie auch der häufig rutenlose Old English Sheepdog, auch Bobtail genannt, der historisch als Drover Dog oder normannisch Cur bezeichnet wurde und für die Metzger/Händler das Vieh von den Farmen und Märkten abholte. Beliebt war bei den Viehtreibern die Einkreuzung des Scottish Sheepdog (Highland Collie), was Youatt in seinem Buch The Dogs berichtet. Der Bearded Collie dürfte ebenfalls eher von Metzgerhunden abstammen, die jedoch mit dem Border Collie veredelt wurden und eher auf dem schottischen Tryst in Falkirk heimisch waren. Tryst ist eine Marktmesse, vor allem eine wiederkehrende, die auf einem Zeitplan gehalten wurde, wo der Verkauf von Nutztieren stattfand. Explizit wird auch ein english sheepdog erwähnt, der wohl dem Welsh Collie am nächsten kommt und vermutlich mehr Weiß in die Collieklade brachte.

Als Smithfield Collies, benannt nach dem Londoner Smithfield Market, tauchten bunt gemischte britische Hütehunde im frühen 19. Jhd. zunehmend auch in den englischen Kolonien auf.

Hierzu sei erwähnt, das im England des 18. Jhd. zur Eindämmung der Wilderei eine Steuer auf Jagdhunde erhoben wurde, nur Hütehunde waren davon befreit. Dieses Gesetz definierte sie als Hunde mit Stummelrute (engl. Stumpy Tail) bzw. ohne Rute (bob-tailed), was dazu führte, dass sich dieses Gen unter den Hütehunden stark verbreitete und auch in andere Rassen eingekreuzt wurde, um Steuern zu sparen; einfach war auch das kupieren. Eine genetische Nähe zum schottischen Gordon Setter bzw. Irish Setter ist ebenfalls durch gPRA-Studien nachgewiesen. In Schottland nannte man diese Jagdhund-Hütehund-Kreuzungen gelegentlich MacNap. Gemeint war damit ein vielseitiger Hund, der sowohl Fische (Lachs), Vögel (Moorhuhn, Fasan) als auch Hasen jagen konnte und die Obrigkeit als Hütehund neppte, um keine Steuern zu zahlen.

Merle Collies tauchen zuerst bei den romantischen Malern auf und wurden dann durch züchterische Förderung üblich. Es ist zu vermuten, dass ursprünglich ein importierter weißer Hund unter den Vorfahren war, der eine sprunghafte Insertation des Merle-Basenpaars in Chromosom 10 auslöste. Der erste durch Foto belegte Merle Collie war 1878 Tweed von James Thomson, der einen Hütehund-Wettbewerb gewann. Problematisch ist eine Paarung zweier Merle-Träger, die als Qualzucht gilt, da Nachkommen vielfach unter Blindheit und/oder Taubheit leiden. Auch das Harlekin-Merle hat bereits das Potential dafür. Problematisch ist auch ein hoher Weißanteil am Kopf. Hundeclubs gestatten keine Paarung von Merle-Collies. Unter anderen Rassen der Collieklade kann auch ein Zobel-Merle vorkommen. Für weiße Rough Collies, wie sie der amerikanische Standard erlaubt, gibt es dagegen keinen Beleg in England oder Schottland; obwohl gelegentlich behauptet wird, dass Old Cockie einen Weißfaktor gehabt haben soll.

Zudem gilt der Collie als Urvererber des MDR1-Gendefekts, der bei mehr als 30 Rassen auftaucht und von engagierten Züchtern bekämpft wird.

Verschiedene Colliezuchtvereine in Deutschland schreiben in ihrer Zuchtordnungen inzwischen die Vermeidung dieser und anderer Erbkrankheiten vor. Für den VDH gibt es allerdings bisher weder im Club für britische Hütehunde (CfbrH) oder im Deutschen Collie Club (DCC) entsprechende Zuchtauflagen. Auch werden auf den Homepages keine Informationen zu den verschiedenen beim Collie auftauchenden Erbkrankheiten vorgehalten, ebenso existieren keine frei zugänglichen Datenbanken, in der sich Käufer z. B. über Gesundheitswerte informieren können.

Eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Fremdstoffe, die besonders bei der Medikation z. B. mit bestimmten Zeckenmitteln aber auch bei der Krebsbehandlung deutlich wird, weisen auch britische Windhundrassen auf, weshalb eine Verwandtschaft mit Collies vermutet wird. Für den Silken Windsprite ist eine Verwandtschaft mit dem Sheltie nachgewiesen.

Die frühe Form der gPRA ist bei zahlreichen Hunderassen verbreitet und wurde 1909 erstmals bei einem Gordon Setter aus Norwegen entdeckt. Neben der gesamten Collie-Klade (Wolf et al. 1978, Petersen-Jones et al. 1999) sind weitere Rassen davon betroffen, u. a. der Irish Setter (Aguirre 1978), Norwegischer Elchhund (Acland und Aguirre 1987), der Zwergschnauzer (Zhang et al. 1999) und Rauhaar-Teckel (Ropstad et al. 2007), der Sloughi (Dekomien et al. 2000) und der Pit Bull Terrier (Kijas et al. 2004).

Auch die CEA (Collie-Eye-Anomalie) oder auch Choroidale Hypoplasie (CH) ist innerhalb der Collie-Klade wie auch beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Silken Windhound, Silken Windsprite (Langhaar-Whippet) Lancashire Heeler, Boykin und Japanischem Hokkaido nachgewiesen. Der Collie ist seit dem 19. Jahrhundert eine der einflussreichsten Rassen Großbritanniens, die heutige Bekanntheit weltweit beruht auch auf den sehr bekannten Lad Büchern von Albert Payson Terhune und der vielfachen Verfilmung von Lassie’s Abenteuern.

Rassespezifische Erkrankungen

Seit Anfang der 1980er Jahre ist bekannt, dass Collies auf bestimmte Medikamente empfindlich reagieren. Dies kann zum Tod der betroffenen Hunde führen. In Anlehnung an eines der für den Collie möglicherweise todbringenden Medikamente wurde damals der Begriff „Ivermectinempfindlicher Collie“ geprägt. Beschrieben wurden Reaktionen von Bewegungsstörungen, Erbrechen und Koma bis hin zum Tod. Dabei fiel aber auch auf, dass andere Tiere derselben Rasse keinerlei Beeinträchtigungen zeigten. Im äußeren Erscheinungsbild konnten keine Unterschiede zwischen gefährdeten und ungefährdeten Tieren festgestellt werden.

Molekulargenetische Forschungen zeigten später, dass der MDR1-Defekt Ursache dieser Empfindlichkeit ist, die sich nicht nur auf Ivermectin beschränkt. Auch für andere Hunde oder Menschen harmlose Wirkstoffe können die beschriebenen Nebenwirkungen hervorrufen. Von allen Hunderassen, bei denen dieser Defekt auftaucht, sind die Collies am stärksten betroffen: 76 % der getesteten Hunde besaßen mindestens ein defektes Allel. Ein Gentest ist verfügbar.

Collies zeigen darüber hinaus ein gehäuftes Auftreten der Dermatomyositis, einer genetisch bedingten Haut-Muskel-Erkrankung bei Junghunden. Die Collie Eye Anomaly ist nach ihrem Vorkommen bei der Rasse benannt. Die gute Arbeit der Rassehundvereine, die umfangreiche Tests zur Voraussetzung für die Zuchtzulassung machten, hat sich inzwischen ausgezahlt, die Zahl genetisch freier Hunde nimmt zu. Da aber in der Zucht oft noch Schönheit und Preise bei Hundeschauen vor genetischer Vielfalt und Gesundheit priorisiert werden, kommen diese Gendefekte weiterhin in der Rasse vor.

Eine weitere beim Collie auftretende Erbkrankheit ist die entzündliche Lungenerkrankung IPD.

Inzuchtfolgen

Gleich zwei US-amerikanische Studien zählen den Collie zu den ingezüchtesten Hunderassen überhaupt. Der Verwandtschaftsgrad der Hunde untereinander entspricht in etwa dem von Geschwistern.

In der Studie von Dreger et al von 2016 wurden Langhaar- und Kurzhaarcollie unter „Collie“ zusammengefasst. In einer Tabelle wurden die verschiedenen Rassen nach dem Grad der Inzucht geordnet. Hier belegt der Collie unter all den getesteten Rassen den Platz fünf.

In der Studie von Bannasch et al von 2021 wurden Langhaar- und Kurzhaarcollie getrennt untersucht. Ergebnis: Geordnet nach Inzuchtgrad belegt der Langhaarcollie Platz drei, der Kurzhaarcollie Platz zehn.

Für europäische bzw. in Europa lebende und in der FCI registrierte Collies kann diese enge Verwandtschaft gut in dem von engagierten Privatleuten geführten Collie Breed Archive nachvollzogen werden. Dort lassen sich Ahnentafeln z. T. bis in die Anfänge der Colliezucht zurückverfolgen. Dabei fallen noch Ende des letzten Jahrhunderts Geschwister- und Elter-Kind-Verpaarungen auf. Anhand der Ahnentafeln ist für jeden Hund der rechnerische Inzuchtkoeffizient angegeben.

Aus inzwischen möglichen und von verschiedenen Laboren angebotenen genetischen Untersuchungen ist bekannt, dass der genetischen Inzuchtkoeffizient wesentlich höher liegt. Weitere Inzuchtprobleme beim Collies zeigen sich in einem zu geringen Grad der Heterozygotie und einer zu geringen Anzahl von DLA-Haplotypen.

Zu den Folgen dieser Inzucht gehören u. a. eine weite Verbreitung von Erbkrankheiten, leer bleibende Hündinnen, zeugungsunfähige Rüden und eine geringe Anzahl von Welpen pro Wurf.

Outcross und Backcross – Toftie/RetroCollie im ProCollie Projekt

Durch die Erkenntnisse der modernen Genetik mit all ihren Testmöglichkeiten und des sehr engen genetischen Inzuchtkoefizienten bietet sich engagierten Züchtern ein ganzes Portfolio, um die Zukunft des Collies zu sichern.

Neben den verschiedenen und in der Zuchtordnung verankerten Verpaarungsvorschriften oder dem Nutzen eines Matchingtools gehört auch die von Genetikern und Experten geforderte kontrollierte Öffnung der Zuchtbücher für die Registerzucht oder das Zulassen von Verpaarungen von Langhaar- mit Kurzhaarcollie oder mit funktionell ähnlichen Rassen dazu und die Inzucht vollständig zu unterbinden. Leider brauchen solche Veränderungen ihre Zeit der Akzeptanz.

Um gesündere Gene wieder fest in der Rasse zu verankern, ging die erfahrene und internationale erfolgreiche Colliezüchterin und Collie-Richterin Angela Harvey noch einen Schritt weiter. Nachdem sie internationale Collie-Linien in ihrem Zwinger Wicani wieder zusammenführte, initiierte sie 2019 das frei nach ihrem Wohnort benannte Toftie-Yorkshire Outcrossing Projekt, um mit Hilfe alte Linien des vom FCI nicht anerkannten Welsh Sheepdog die genetische Vielfalt der Rough Collies wieder zu erhöhen und die Zuchtfehler der frühen extremen InlineZuchten zu korrigieren. Der Welsh Sheepdog wird seit 1997 von der Welsh Sheepdog Society auf Reinheit gezüchtet, nachdem dieser alte Landschlag drohte in der Einkreuzung von Border Collies vollständig zu verschwinden. Schon in der zweiten Generation hatte sie Hunde, die vom Collie optisch kaum zu unterscheiden waren, aber die genetische Diversität erheblich erhöhten, neue DLA-Haplotypen, eine größere Erbgesundheit sowie weniger Fell und einen besseren Körperbau mitbrachten. Auch in Agility und an der Arbeit mit Rindern und Schafen prüfte sie ihre Hunde.

In Deutschland wurde dies 2024 von erfahrenen Colliezüchterinnen wie Sabine von Clanner (Clavonen Collies) und Bärbel Knieling (Zwinger vom Brüggener Land) aufgegriffen, die sich zur Interessengemeinschaft ProCollie zusammenschlossen und Inzuchten bis in die 10. Generation ausschließen. Namhafte Unterstützerin und Beraterin ist auch Eva-Maria Krämer. Ein weiteres Outcrossing, diesmal mit dem altdeutschen Hütehund, dem Vorläufer des Deutschen Schäferhundes startete Verena Schaube (vom Bopparder Hamm) mit ihren Schäcos (Outcrossing) und RetroCollies (Backcrossing). Auch hier zeigten die genetischen Tests schon in der ersten Generation eine beeindruckende DLA Vielfalt.

Leider wird das Projekt weder von CfbrH, noch vom VDH unterstützt und die daraus resultierenden Hunde wurden daher bei offenen Hundevereinen registriert. Trotzdem lässt sich die noch kleine Gruppe nicht aufhalten und führt die Zucht mit großer Sorgfalt fort. Inzwischen gibt es erste Würfe und die Rückmeldungen zu den jungen Hunden sind recht positiv. So befindet sich der Toftie Clavonen`s Welsh Girl Auri Rufname Darcy seit 2024 in der Ausbildung zum Rettungshund. Andere werden in Agility und weiteren Sportarten geprüft. Auch International laufen inzwischen kleine Tofties in Polen und anderen Ländern herum. Es ist den Züchtern zu wünschen, das ihr Projekt auch die Anerkennung bekommt, die es verdient.

Herkunft

Collie im Jahre 1915

Der Rough Collie stammt aus den westlichen Highlands wie auch die Hochlandrinder, einem recht unzugänglich und gering besiedeltem Gebiet mit zahlreichen Hochmooren. Diese seit Jahrhunderten von den Highlandclans gezüchteten Hunde sind der Anfang einer ganzen Familie von Hütehunden, die man wissenschaftlich als Collie-Clade oder auch UK Rural Clade oder einfach Collie Lineage bezeichnen kann. Dabei werden die Corgis als Subclade behandelt und die internationalen Rassen mit mehr als 50-%-Anteil als erweiterte Collie-Clade bezeichnet.

Vorgeschichte der Collie-Clade

Die ersten Hunde der britischen Inseln wurden in der Gough’s Cave (Goughs Höhle, Somerset, England) bzw. in Star Carr (Yorkshire, England), einem offenen Siedlungsplatz an einem glazialen See, gefunden. Sie belegen das im späten Magdalenien um 14.900-14.100 Cal BP (12.950 bis 12.150 BCE) in der Goughs Cave bzw. 9270-8840 Cal BP (8735-8475 BCE) in Star Carr bereits eindeutig domestizierte Hunde auf britischen Inseln lebten, was etwa dem Zeitraum des Hundes von Bonn-Oberkassel und eine Route über Doggerland entspricht. Seit dem Neolithikum sind enge Kontakte zwischen Nordirland und Südwest-Schottland sowie Handelskontakte nach Wales belegt, die bis in die Urnenfelder Zeit (Hallstatt A) um 1300–1200 v. Chr. Bestand hatten, was durch zahlreiche archäologische und architektonische Bauwerke sowie Keramikchronologien dieser Zeit belegt ist. Angenommen wird eine allmähliche Spezialisierung auf 3 Grundtypen, darunter prestigeträchtige große schlanke Begleithunde für die Hirschjagd, mittelgroße wendige Hof- und Wachhunde und kleinere Jagdhunde. Sogenannte Toyhunde sind nicht belegt. Auch eine Merle Farbe konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Schon in der Bronzezeit gab es, abstammungsbedingt vom Wolf, ähnlich große Hunde in ganz Nordeuropa, wie u. a. der Hund vom Tumulus in New Grange und die Hunde von Herxheim belegen. Erste Windhundähnliche Typen deuten in der frühen Eisenzeit an der genetische Einfluss von Hunden aus dem Nahen Osten wie auch aus Zentralasien zunahm. Sicher trugen auch latenezeitliche Kelten die um ca. 600 v. Chr. die Inseln erreichten, ihren Teil zu den Hunden der Britischen Inseln bei und festigten die britisch/irische Hundepopulation. Entgegen landläufiger Mythen hinterließen die Hunde der Römer fast keine Spuren in der lokalen Hundepopulation. Dür die Zucht ihrer Schafe griffen sie auf lokale Hunde zurück, während ihre Toyartigen Kleinhunde wie auch ihre Mastiff-nahen Wachhunde den Abzug der Römer offenbar begleiteten.

Nachdem die Römer England verlassen hatten, kamen um das Jahr 400 n. Chr. die Angelsachsen, die neue Hunde mit sich führten. Um das Jahr 800 n. Chr. herum kamen die ersten Wikinger aus dem heutigen Norwegen, nahmen nach und nach die Shetlands und Orkney sowie die Hebriden und Teile von Caithness und Sutherland in den nördlichen Highlands ein. Sie brachten neben primitiven Nordland-Pferde, Spaelsau-Schafe auch Hunde mit. Mit Skye, Mull und Islay und besonders in Dublin waren sie bald auch im Westen aktiv und verschmolzen mit den gälischen Clans. Schließlich nahmen dänische Wikinger mit Dublin und dem Königreich Jorvik großen Einfluss auf die britischen Inseln, was auch mit zahlreichen Schlachten in Northumbria verbunden war. Wir wissen durch archäologische Funde auch, dass es spätestens ab dem 8. Jh. Greyhound-verwandte Windhunde beim Adel der Goten, Franken, Schotten, Iren und Angelsachsen, Wikingern und osteuropäischen Slawen (z. B. Chotěbuz) sowie den Rus und den skandinavischen Grönländern gab, die genetisch der Collieklade nahestehen. Die frühesten windhundartigen Überreste wurden in Vendel, Valsgärde und Gamla Uppsala gemacht und stammen aus der Vendelzeit der Yngerlinger Dynastie. Dies belegt den Statussymbol im skandinavischen Adel jener Zeit. Vermutlich sind dies die Ahnen der britischen Windhunde einschl. des irischen Wolfshund und haben auch in den Highland Collies sowie im russischen Barsoi Spuren hinterlassen. Der Beleg dazu sind 2 Helme aus der gleichen Werkstatt, gefunden in Sutton Hoo und Gamla Uppsala. Der russische Zar Nikolaus II. war ebenfalls ein begeisterter Colliezüchter, die er direkt neben seinen Barsoi-Zwinger hielt. Dies zeigt sich auch daran, dass Highland Collies wie auch Greyhounds und Borsois nasenorientiert und auf Sicht arbeiten können. Auch die schlanke elegante Figur des Langhaar-Collies und die geringe Neigung zu Übergewicht sprechen dafür.

Mit der Eroberung Englands durch William den Eroberer kamen 1066 Normannen ins Land und verwüsteten 1069 den Norden, dies ging als The Harrying of the North, die Plünderung des Nordens, in die Geschichte ein. Das Doomstaybook belegt das weite Gebiete Wales, Nordenglands bis in die Südschottischen Lowlands wüst und leer waren. Der neu eingesetzte normannische Adel baute nach 1082 den komplett vernichteten Viehbestand der Lowlands und Northumbria wieder auf und holte sich neue Schafe samt Hunden, die wohl vorwiegend aus Südengland und Wales, wahrscheinlich auch Irlands stammten. So machten sie die Lowlands, die Pennines, Cumbria und Northumbria zum typischen Schafgebiet, während die Highlands vom Krieg verschont blieben und weiterhin vorwiegend Rinder hielten. Auch Irland blieb bis ins 16. Jhd. ein fast reines Rinderland. Die Wertschätzung der Rinder zeigt sich an den vielen Mythen, in denen der Reichtum anhand von Rinder definiert wurde. Schafe wurden hier traditionell nur zur Eigenversorgung mit Wolle gehalten. Zeitgleich tauchen immer mehr Hunde mit verkürzten Beinen unter der Bezeichnung Corgi oder Heeler auf.

Vereinigtes Königreich

1169 landeten in Irland englische Normannen unter der Führung von Richard de Clare genannt Strongbow, die bis 1250 einen Großteil Irlands besetzen konnten. Eine Rückeroberung beschränkte die Normannen auf einen Teil im Westen, Pale genannt. Mit den Statuten von Kilkenny 1366 begann die systematische Diskriminierung der Irischen Bevölkerung die mit Poynings Law 1494.

1540 begann in Irland die zweite englische Invasion unter den Tudors die Leinster, Munster Connacht und schließlich auch Ulster umfasste. Damit einher geht die Plantation Irlands (Ansiedlung) mit englischen Siedlern sowie die unfreiwillige Umsiedelung schottische Siedler, was mit großer Enteignung der gälischen Bevölkerung Irlands und Spannungen mit den einheimischen rechtlosen Iren und den rechtlosen schottischen Siedlern einher ging. Im Ergebnis wurden weite Teile Irlands zur Rindfleischkammer der englischen Armee, während die einheimischen Iren an die steinige Westküste gedrängt wurden. Durch die Organisation des irischen Adels wurde der Widerstand durch illegale Wollexporte von Schafwolle gegen Waffen nach Frankreich finanziert. Bald darauf schickten die Iren über die schlecht einsehbare Bucht von Galway auch junge Männer zur Ausbildung in die französische Armee, die als „Wildgänse“ deklariert wurden.

1587 verabschiedete man in England ein Gesetz „zur Beruhigung und Gehorsamserhaltung der unordentlichen Untertanen der Borders, Highlands und Inseln“. Dem Gesetz war eine Clanliste beigefügt, die sowohl die Borders als auch die Highlands umfasste. Anhand dieser lassen sich verschiedene frühe Züchter den einzelnen Clans und Regionen zuordnen, was Licht in die frühe Zuchtgeschichte bringt. So finden sich unter den GrenzClans des Borderlands die Telfers, Johnsons (alias Johnstone), Elliots und Rutherfords.

1606 begann man mit der Plantation of Ulster um den irischen Widerstand zu brechen. Nur wenig später bezwangen sie auch die schottische Monarchie.1649 tobte in Irland ein erbitterter Krieg zwischen den englischen Truppen Oliver Cromwells der mit der Schlacht am Boyne 1690 und der protestantischen Vorherrschaft durch die Penal-Laws-Gesetzgebung der Engländer endete. 1831 folgte der Verbot der irischen Sprache in Schulen und vollendete die Kolonialisierung Irlands. 1846–1849 folgten mehrere Missernten aufgrund der Kartoffelfäule was ca. eine Mio. Iren das Leben kostete und eine weitere Mio. zur Auswanderung zwang.

Mit der Vereinigung der Königreiche Schottland und England 1707 stieg der Bedarf an Fleisch, und schon bald durchzog ein Wegenetz ganz Schottland, auf dem Highland-Rinder zum Tryst (dt. Viehmarkt) der Lowlands getrieben wurden. Hier wurden sie an englische Händler weiterverkauft, deren Viehtreiber sie am Ende sogar bis nach London auf den Smithfield Market brachten. Auch aus Wales und Irland wurde Vieh heran getrieben und nach London gebracht. So begann die Zeit der großen langen Viehtriebe.

Durch die Napoleonischen Kriege stieg der Bedarf an Rindfleisch zur Versorgung der Armee, und mit den neuen englischen Gesetzen begannen die Highland Clearances das alte schottische Clanrecht zu beseitigen. Aus unabhängigen, dem Clan zugehörigen Kleinbauern wurden abhängige Pächter, sogenannte Crofter, Kleinbauern, die sich kaum mehr über Wasser halten konnten. Das zwang die Armen immer tiefer in die Moore, immer höher auf die Berge und immer weiter auf die kleinen Inseln auszuweichen. So entstanden je nach Bedarf kurz- oder langhaarige Highland-Hunde, während sich in den Borders ein besonders auf Schafe spezialisierter Collie herausbildete. Besonders universelle Viehtreiber-Hunde entstanden rund um die großen Viehmärkte, die ohne sie gar nicht funktioniert hätten. Mit dem Ende Napoleons begann der Wollpreis zu steigen und führte 1812 zum Wollboom. Es wurden nun Merinozuchtschafe vorwiegend aus der Ile-de-France und Sachsen importiert und die Landwirtschaft zuerst in den Lowlands und Northumbria auf die damit verbesserten neuen Merinorassen umgestellt. Weidefläche gewann man, indem man die Crofter an die Küsten umsiedelte, nach Irland zwang, davon jagte oder zur Auswanderung in die engl. Kolonien zwang. Um die Schafzucht auch in den Highlands zu etablieren, zwang man Schäfer aus dem Borderland in die Highlands. Ein solches Schicksal erlitt z. B. die Familie Rutherford aus Showman in Roxburghshire in den südlichen Lowlands, die mit ihren sechs Söhnen über 280 Meilen in den äußersten Nordosten nach Kildonan bei Helmsdale in Sutherland umsiedeln musste. Deren über Generationen sorgsam gezüchtete Linie sollte noch eine bedeutende Rolle für die Zucht der Kelpies spielen. In Kildonan fand schließlich eine der grausamsten Vertreibungen statt, unter der auch die Vorfahren von Adam Telfer, dem späteren Züchter von Old Hemp und die Elliot's litten, die ebenfalls nach Australien wanderten. Durch die Kolonialkriege und die beginnende industrielle Revolution entstand eine Wollindustrie deren Schafbestand sich bis 1830 jährlich fast verdoppelte. Der vor London gelegene Smithfield Market wurde zum Hauptumschlagplatz für Metzger und Schafexporte, auch für Exporte aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, wodurch auch deren Hütehunde nach England gelangten. Der Smithfield Collie war Mischling der verschiedensten Hütehunde, der beim Umtrieb und Verladen half und so in die Kolonien gelangte.

Auf dem schottischen Tryst z. B. in Falkirk trafen die größeren Highland Collies auf die etwas kleineren englischen Schäferhunde oder Borderländer, und so entstand durch Vermischung der Lowland Collie, der um 1857 gelegentlich auch als Northumbria-Collie bezeichnet wurde.

Durch die lukrative Schafzucht stieg auch der Wert guter Schäferhunde und erfreute sich auch bei der besseren Gesellschaft zunehmender Beliebtheit. Mit der Gründung des Collieclub 1840 entwickelten sich Hundeshows, auf denen nun Hütehunde erschienen und man entschied sich für die schottische Bezeichnung Collie. Wesentlicher Initiator des 1873 gegründeten englischen Kennel Club, die bis heute wichtigste Dachorganisation für Hundezucht in Großbritannien wurde Sir Sewallis Evelyn Shirley dessen Zwinger im irischen Lough Fea, Country Monaghan drei der Gründertiere für die heutigen Showcollies zusammen brachte. Um 1873 wurde über S. E. Shirley der Gründervater Trefoil, ein klar als irischer Galway Collie bezeichneter Rüde Teil der Ahnengeschichte. Recherchen ergaben, dass es sich dabei um lokal gezüchtete irische Hunde handelte, die auf die gälische Schafzucht in den Galway Mountains zurückgeht. Jeder Langhaarcollie trägt heute daher das genetische Erbe von Cockie (alias Old Cockie) und dem irischen Trefoil. Galway Collies sind inzwischen leider ausgestorben, aber auch als Teil des Irischen Widerstandes, insbesondere der Wild Geese (gäl. für Wildgänse) und somit ein wichtiger Beitrag der Geschichte.

Historische Fachbücher dieser Zeit unterschieden damals noch nicht zwischen Lowland- und Highland Collie oder Lang- und Kurzhaar Collie, wohl aber zwischen englischen und schottischen Sheepdog sowie dem Cur bzw. Drover Dog. Mit der Gründung der International Sheepdog Society 1906 trennten sich die Schäfer mit ihren Arbeitshunden nach über 60 Jahren vom Collieclub, richteten ein neues Zuchtbuch ein und benannten ihre Collies in Border Collies um. Mit Old Hemp entstand in den Lowlands ein ganz neuer Hütestil, der heute typisch für Border Collies ist. Die Collies der Highlands behielten ihre Eigenwilligkeit, während Border Collies auf das Eying und strikter Kommandotreue gezüchtet wurden. Sie hüten also unterschiedlich und vererben dies auch. Der schottische Nationaldichter Walter Scott erwähnte 1804 das Eying erstmals in seiner 1805 veröffentlichten Sammlung The Lay of the Last Minstrel. Seine Mutter gehörte zur Rutherford-Familie.

Hütehunde verfügen über eine hohe Intelligenz. Zahlreiche Collies der verschiedenen Rassen haben außergewöhnliche Leistungen gezeigt und sind im Dogdancing und Agility kaum weg zu denken, als Hütehunde erzielten sie Höchstpreise. Die Vorfahren der Hunde, den wir heute Collie nennen, könnten daher schon vor der Normannischen Eroberung in den Highlands heimisch gewesen sein.

Etymologie

Für die Namensherkunft Collie gibt es zahlreiche Mythen, basierend auf drei Theorien, von denen sich eine wie ein Mythos durch die gesamte Fachliteratur zieht und bis heute für etymologische Verwirrung sorgt.

Am plausibelsten ist jene, die den schottischen Nationaldichter Robert Burns dafür verantwortlich macht. Dieser hat das bis heute in den schottischen Lowlands gebräuchliche anglo-normannische Wort Collar (Halskrause, Halsband)' in seinem 1786 geschriebenem Gedicht Twa Dogs zu Collie verniedlichte, damit es sich auf Billie reimte. Es war zugleich ein Wortspiel, das auf die weiße Halskrause der Collies anspielte. Dies ist die erste dokumentierte Verwendung des Wortes Collie und durch einen originalen Brief des Dichters bestens belegt, der sein Gedicht dem eigenen Lowland Collie widmete. Dass Burns das anglo-normannische Wort collar kannte, ist auch belegt, dass er dies zur Beschreibung des glänzenden Halsbandes (brassed-collar) des zweiten reichen Hundes im Gedicht nutzte. Linguistisch ist es ein angelsächsisches bzw. altenglisches Diminutiv des anglo-normannischem „Collar“. Dass dies durchaus üblich war, zeigt sich auch bei Sheltie, Kelpie, Beardie oder Lassie. Die Tradition des Burns Supper verbreitete ab 1801 den Begriff Collie schnell in ganz Schottland und er wurde von den Engländern übernommen.

Zeitgleich gab es ein angelsächsisches Wort Cól (dt. Kohle) das gleich oder ähnlich geschrieben wurde und wie im Deutschen sowohl ein Nachname (as. Coler, dt. Köhler) wie auch ein Beruf ist und auf Coal (Kohle) beruht. Burns kannte dieses Wort und benutzte es ebenfalls. Die Etymologie erschließt sich aus dem Kontext, doch die Verkleinerung würde aus Coal (Kohle) ein Coal-ling (Köhlchen) machen, und das ist nicht belegt. Das oft zitierte Colle (as./oe. im Sinne von Kohlschwarzer) ist lediglich als Hundename im Süden Englands belegt.

Auch die Ableitung von cú (gälisch Hund) wurde als Theorie angeführt. Der auf Gälisch spezialisierte Linguist Prof. Roibeard O Maolalaigh hält jedoch eine gälische Etymologie für falsch und verweist stattdessen auf ein angelsächsisches Diminutiv (Verkleinerungsform) z. B. Bob zu Bobby. Tatsächlich war die gälische Sprache durch die englische Politik schon um 1800 kaum noch in Gebrauch.

Schottische Highland-Schafrassen, die man Colley nannte, gab und gibt es dagegen nicht und sind nur im Nachhinein vermutet worden, um eine vermeintliche Etymologie erklärbar zu machen.

Geschichtliches

Königin Victoria lernte den Collie durch ihre Aufenthalte im schottischen Balmoral kennen und lieben und wurde fortan eine Förderin dieser Rasse, die sie gern und großzügig auch an Diplomaten und Königshäuser in ganz Europa verschenkte. So besaß zum Beispiel auch der preußische Kronprinz Wilhelm als Enkel von Victoria einen Collie. Bis dahin war die Rasse außerhalb Schottlands weitgehend unbekannt. Berühmt wurde ihre schwarze Northumbria-Colliehündin Gypsy, die 1868 im Park von Schloss Windsor beerdigt wurde. Diese Tradition führte auch Königin Elizabeth, genannt Queen Mum, weiter fort. Der königliche Zwinger Balmoral findet sich im Stammbaum australischer Border Collies wieder. Erklärbar ist der schwarze Collie Gypsie dadurch, das Queen Victorias Hund ein Geschenk der Lowland Züchter aus dem Borderland waren.

Im Jahre 1840 erfolgte in Northumberland, England die Gründung des „Collie Club“ durch herrschaftliche Liebhaber, die ihrerseits 1858 die Anerkennung als Rasse durchsetzten. Der Collie trat 1861 erstmals auf der zweiten Birmingham Dog Show in Erscheinung.

1871 tritt erstmals ein 1868 geborener zobel-weiße Collie namens „Old Cockie“ in Erscheinung, der als Stammvater aller modernen Collies gilt. Dieser wunderschöne 3-jährige Collie gewann zwei Jahre in Folge den Pokal in Birmingham sowie den Mayor of Maidstones Cup bei der Southern Counties Show und den Carlisle Border Counties Champion Cup. Damals wurde er als bester je gezeigte schottische Schäferhund gefeiert. 1875 wurde Old Cockie verkauft und in Rente geschickt, wo er 1882 im Alter von 14 Jahren verstarb. Da jedoch nur noch Fotos des inzwischen 14-jährigen Old Cookie existieren, beschreibt man ihn heute gern als Collie mit einem massiven, etwas plump wirkenden Körperbau, einen breiten Oberschädel und ein kurz gedrungenes Erscheinungsbild. Dies entspricht nicht dem heutigen Rassestandard. Erst in der vierten Generation wurde durch massive Inzucht mit „Metchley Wonder“ jener Collie-Typ gezüchtet, der die Basis für den heutigen Standard bildete. 1881 wurde der erste moderne Rassestandard festgelegt.

Mit der Besiedelung Australiens und Amerikas kamen Collies im frühen 19. Jahrhundert auch in die Neue Welt. Die isolierte Lage einiger Farmen förderte dabei Farbschläge zutage, die der Britische Collie Club als unerwünscht einstufte. In Australien wurde er u. a. Stammvater des Australischen Cattle Dog sowie des Kelpie und des Koolie, in Nova Scotia vermischte sich der Collie mit einem Chesapeake Bay Retriever und wurde so zum Mitbegründer der Nova Scotia Duck Tolling Retriever. In Brasilien wurde er zum Gründer der Ovelheiro Gaúcho, einer in FCI-Anerkennung befindlichen Rasse, in der auch Border Collie und deutscher Schäferhund eingekreuzt wurden.

Neue Entwicklungen

In den letzten 20 Jahren entstanden neue Collie-Zuchtvereine wie etwa der Oldtime Scotch Collie (OTFS) oder die Farm-Collie-Association (AWFA), die sich mit den Begriffen Farmcollie oder Old-Time-Farm-Shepherd-Dog von der amerikanischen und englischen Colliezucht abgrenzen möchten und den Collie in seiner ursprünglichen Form zurückzüchten wollen. Dabei kreuzte J. Richard McDuffie in seinem Kennel Dunrovin den Border Collie Neighbors Brownie mit dem amerikanischen Collie Allison's Spot und behauptete, die daraus entstandenen vier Welpen als Restpopulation des alten Farmcollies von der Witwe Mrs. Allison aus Winfield in Tennessee bekommen zu haben. Von einem Chandler Strunk aus Winfield in Tennessee kamen weitere Hunde und gründete einen Zuchtverein. Die massive Inzucht auf diese vier Allison-Welpen in Kombination mit den Strunk-Hunden ist bereits in den ersten Generationen nachweisbar.

Trivia

Siehe auch

Der Kurzhaarcollie, Smooth Collie, ist eine im Wesentlichen ähnliche Rasse, etwas stämmiger und kurzhaarig.(FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 296)

Einzelnachweise

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  2. ↑ Merle-Faktor, schön aber gesundheitsgefährdend, auf feragen.at
  3. ↑ Collie (Rough). The Kennel Club, April 2012, abgerufen am 13. Oktober 2024 (englisch).
  4. ↑ Rassenstandard nach AKC
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  6. ↑ ÜBERSETZUNG: Christina Bailey: COLLIE ROUGH. FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE, 14. August 2013, abgerufen am 13. Oktober 2024.
  7. ↑ Andy vom Königshof, auf de.working-dog.com
  8. ↑ Collie Revue von Günter Blume: Andy vom Königshof
  9. ↑ Quelle: vk.rus, russische Facebook-Alternative
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  38. ↑ Yorkshire Tofty | Infohund - DIE Seite von Eva-Maria Krämer | Umfassendes Archiv mit Hundefotos aller Rassen und Aktivitäten rund um den Hund. Die Buchautorin und freie Bildjournalistin Eva-Maria Krämer hat in vielen Jahren weltweit die Fotos für ihre Publikationen selbst aufgenommen und viele Hunderassen in ihrer ursprünglichen Umgebung erlebt. Sie hat selbst in kleinem Rahmen Hunde gezüchtet und ist mit ihren Hunden international aktiv. Sie war von 1977-2017 Herausgeberin der Zeitschrift Collie Revue. Abgerufen am 26. Januar 2026.
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  46. ↑ erste Erwähnung von Schafen in den Cheviot Hills, Northumbria, The Cheviot Sheep History, auf cheviotsheep.org
  47. ↑ Bibliotheksausleihe: Animals and Their Interpreters by Rev. W. Harris, M.A., The Quiver, 1880
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  49. ↑ The Dog by Youatt-William, 1842
  50. ↑ Thomas Bewick’s A General History of Quadrupeds in 1790.
  51. ↑ Rev W. Bingley, Memoirs of British quadrupeds, With engravings from original drawings by Samuel Howitt 1809
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  53. 1 2 Anglo-normannisches Wörterbuch, Etymologie seit ca. 1275 AD für coler colere colier colir coeler choler collere collier collour coille collar color koler kollier colereys
  54. ↑ Robert Burns Federation, Robert Burns The Twa Dogs. A Tale, 1. Kilmarnock Edition 1786 mit engl. Übersetzung
  55. ↑ Robert Burns: Twa Dogs. In: Books.google.de. 1786, abgerufen am 15. Oktober 2024 (englisch).
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  57. ↑ Per E-Mail: Professor Roibeard O Maolalaigh, Inhaber des einzigen Lehrstuhls für schottisches Gälisch an der Universität Glasgow in Schottland: Das „o“ ist problematisch für eine Ableitung von ScG (ScottishGaelic) cú, cuilean. Ich wäre davon überzeugter, wenn es das gael. Diminutiv -ín hätte, was nicht der Fall ist. Schafe, die man Colley oder Collie nannte, sind mir nicht bekannt.
  58. ↑ Beispiel: Das altfranzösische „damoisele“ (modern „demoiselle“) zum englischen Wort „Damsel“ ist ein anglisiertes Diminutiv und bedeutet „junge Dame“.
  59. ↑ Pons-Sanz, S. and MacCoinnich, A. (2018) ‘The Languages of Scotland’. In: Royan, N. (ed.) The International Companion to Scottish Literature, 1400-1650. Series: International companions to Scottish literature: Glasgow, S. 19–37. ISBN 978-1-908980-23-6.
  60. ↑ Karte der historischen britischen Schafrassen, British Sheep Breeds as a Part of World Sheep Gene Pool Landscape: Looking into Genomic Applications, auf ncbi.nlm.nih.gov
  61. ↑ Royal Agricultural Society of England, History
  62. ↑ Karte der historischen Rinderrassen von Britannic rare Breeds (Memento vom 18. März 2016 im Internet Archive) (JPG), auf britannicrarebreeds.co.uk
  63. ↑ Cecil G. Trew: The Story of the Dog and His Uses to Mankind. Dutton, New York 1939, S. 124 (Scan von 2010 auf Archive.org)
  64. ↑ Andy Ward, Oldtime Farm Shepherd: Northumbrian Collies
  65. ↑ Stammbaum von Metchley Wonder bis zu den ersten registrierten Collies, Metchley Wonder, auf siberia-web.ru
  66. ↑ Scotch Collie Pedigree Datenbank: OTA Dixie Skipper
  67. ↑ Bobby the Wonderdog,
Commons: Rough Collie – Sammlung von Bildern und Audiodateien