Ammoniakate

Ammoniakate oder Amminsalze sind Salze, die koordinativ gebundene Ammoniak-Moleküle enthalten, analog zum Kristallwasser in Hydraten.

Vertreter

Ammoniakate sind von vielen Metallsalzen bekannt, beispielsweise von den zweiwertigen Iodiden Nickel(II)-iodid, Cobalt(II)-iodid, Eisen(II)-iodid, Kupfer(II)-iodid, Mangan(II)-iodid, Zinkiodid, Cadmiumiodid und Magnesiumiodid. Alkalihalogenide weisen meist eine gerade Anzahl Ammoniak-Moleküle pro Formeleinheit auf. Von anderen Salzen sind aber auch Ammoniakate mit 1,5 oder fünf Molekülen Ammoniak pro Formeleinheit bekannt.

Herstellung

Ammoniakate entstehen, wenn Salze aus wässrigen Ammoniak-Lösungen auskristallisieren oder durch direkte Reaktion mit Ammoniak, wenn Salze in flüssigem Ammoniak aufgelöst werden oder gasförmiges Ammoniak über solche Salze übergeleitet wird.

Verwendung

Ammoniakate werden als Speicher für Ammoniak als Treibstoff untersucht. Hierfür eignen sich möglicherweise Verbindungen wie Hexaamminmagnesiumdichlorid oder Octaammincalciumdichlorid.

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerhart Jander: Die Chemie in Wasserähnlichen Lösungsmitteln: Die Grundlagen des Chemischen und Physikalisch-Chemischen Verhaltens der Stoffe in Einigen Nicht-Wässrigen, Aber Wasserähnlichen Solventien. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-21788-7, S. 39–40.
  2. ↑ Eintrag zu Ammin-Salze. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Juli 2025.
  3. ↑ Asbjørn Klerke, Claus Hviid Christensen, Jens K. Nørskov, Tejs Vegge: Ammonia for hydrogen storage: challenges and opportunities. In: Journal of Materials Chemistry. Band 18, Nr. 20, 2008, S. 2304, doi:10.1039/b720020j.