| Kristallstruktur | |||||||||||||||||||
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| _ Mg2+ _ I− | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Magnesiumiodid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Verhältnisformel | MgI2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißer, geruchloser Feststoff | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 278,11 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
4,43 g·cm−3 | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
637 °C (Zersetzung) | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
sehr gut in Wasser (1480 g·l−1 bei 18 °C), schwer löslich in Alkoholen, Ethern und Ammoniak | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Magnesiumiodid (MgI2) ist eine chemische Verbindung, das Magnesiumsalz der Iodwasserstoffsäure. Sie tritt, außer als wasserfreies Anhydrat, auch in mehreren Hydratformen MgI2·(H2O)x, so als Hexa- und Octahydrat, auf.
Magnesiumiodid kann direkt aus den Elementen Magnesium und Iod unter Erhitzen und Ausschluss von Luft bzw. Sauerstoff gewonnen werden:
Möglich ist auch die Herstellung durch Reaktion von Magnesium mit Quecksilber(II)-iodid.
Hydrate kristallisieren aus Magnesiumiodid-Lösungen aus, wobei sich bei Raumtemperatur das Octahydrat bildet, bei Temperaturen unter 0 °C das Nonahydrat.
Magnesiumiodid ist eine farblose, geruchlose, sehr gut wasserlösliche, trigonal-kristalline Festsubstanz, die wegen ihrer Hygroskopie und Empfindlichkeit gegenüber Luft unter trockenem Schutzgas (meist Argon) aufbewahrt werden muss. Mit Wasser bildet es verschiedene Hydrate (MgI2 · 6 H2O, MgI2 · 8 H2O, MgI2 · 9 H2O). An der Luft zersetzt es sich allmählich unter Braunfärbung zu elementarem Iod, Magnesiumhydroxid und Wasser.
Magnesiumiodid gehört wie viele andere Halogenide und Hydroxide zweiwertiger Metalle oder Sulfide und Telluride vierwertiger Metalle zum Polytyp 2H der CdI2-Struktur. Es kristallisiert in einer trigonalen Kristallstruktur mit der Raumgruppe P3m1 (Raumgruppen-Nr. 164) mit den Gitterparametern a =4,15 Å und c = 6,86 Å. Die Ionen bilden dabei Schichten aus leicht verzerrten, eckenverknüpften MgI6-Oktaededern mit Mg-I-Abständen von 2,92 Å. Die I-I-Abstände zwischen den Schichten betragen 4,27 Å.
In den Hydraten kristallisieren oktaedrische Magnesium-Aquakomplexe mit der Zusammensetzung Mg(H2O)62+ aus. Im Nonahydrat bildet sich eine monokline Struktur (Raumgruppe P21/c (Raumgruppen-Nr. 14)), im Octahydrat eine orthorhombische (Raumgruppe Cmce (Raumgruppen-Nr. 64)).
Das Octahydrat schmilzt bei 47 °C in seinem eigenen Kristallwasser, zwischen 120 und 230 °C wird stufenweise das Kristallwasser abgegeben, wobei sich zunächst das Hexahydrat, dann das Dihydrat bilden. Dieses zersetzt sich zwischen 230 und 275 °C unter Abgabe von Wasser und Iodwasserstoff zu einem Magnesiumhydroxid-Iodid Mg(OH)1,44I0,56. Bei 340–400 °C erfolgt schließlich die vollständige Zersetzung zu Magnesiumoxid. Eine Gewinnung von wasserfreiem Magnesiumhydrid aus den Hydraten ist daher nicht möglich.
Magnesiumiodid findet vielfältige Anwendung in der organischen Synthese. Dabei wird es vor allem als Diethylether-Komplex eingesetzt und dementsprechend meist aus den Elementen in siedendem Diethylether hergestellt. Dabei wirkt es vor allem als Lewis-Säure und wird als Katalysator eingesetzt. Zu den Reaktionen, in denen es genutzt wird, zählen Diels-Alder-Reaktionen, nukleophile Additionen wie die Mukaiyama-Aldolreaktion oder die Morita-Baylis-Hillman-Reaktion, Ringerweiterungen, die Clauson-Kaas-Reaktion und die Paal-Knorr-Synthese. Häufig bietet Magnesiumiodid eine bessere oder entgegengesetzte Stereo- oder Regioselektivität im Vergleich zu Magnesiumbromid, -chlorid oder anderen Lewis-Säuren wie Bortrifluoriddiethyletherat. Auch als Iodierungsreagenz durch Öffnung von Epoxiden und Cyclopropylcarbinolen kann Magnesiumiodid genutzt werden.