Magnesiumbromid

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Magnesiumbromid
_ Mg2+ 0 _ Br−
Allgemeines
Name Magnesiumbromid
Andere Namen
  • Magnesium(II)-bromid
  • Magnesiumdibromid
  • MAGNESIUM BROMIDE (INCI)
Verhältnisformel MgBr2
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 82241
Wikidata Q420413
Eigenschaften
Molare Masse 184,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,72 g·cm−3 (25 °C)

Schmelzpunkt

711 °C

Löslichkeit

gut in Wasser (1015 g·l−1 bei 20 °C), moderat in Methanol und Ethanol

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Magnesiumbromid ist das Magnesiumsalz der Bromwasserstoffsäure (HBr). Es zählt zur Gruppe der Bromide und hat die Summenformel MgBr2. Es wird vor allem in der organischen Synthese eingesetzt.

Vorkommen

Magnesiumbromid kommt gelöst im Meerwasser und natürlichen Solen vor. Zudem enthalten manche Salzseen wie das Tote Meer und der Große Salzsee hohe Konzentrationen an Magnesiumbromid. Fest kommt die Verbindung in Kalisalz-Lagerstätten, etwa in Staßfurt vor.

Gewinnung und Darstellung

Magnesiumbromid-Hexahydrat entsteht durch die Reaktion von Magnesiumoxid oder Magnesiumhydroxid mit Bromwasserstoffsäure und anschließende Kristallisation des Hexahydrates.

Wasserfreies Magnesiumbromid kann entweder durch Erhitzen des Hexahydrates mit trockenem Bromwasserstoffgas oder aus den Elementen durch Reaktion von Magnesium mit Bromdampf gewonnen werden. Ein Erhitzen an der Luft führt dagegen nicht zum Anhydrid, da bei der Dehydratisierung des letzten Kristallwasser-Moleküls ein Magnesiumhydroxidbromid-Doppelsalz gebildet wird.

In der organischen Synthese wird häufig das Etherat, ein Komplex mit Diethylether eingesetzt. Er wird durch Reaktion von Magnesium mit 1,2-Dibromethan in Diethylether dargestellt.

Eigenschaften

Magnesiumbromid-Hexahydrat bildet farblose, hygroskopisches Kristalle, die in einer monoklinen Kristallstruktur in der Raumgruppe C2/m (Raumgruppen-Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12 kristallisieren. Ab einer Temperatur von 67 °C zersetzt es sich stufenweise unter Abgabe von Kristallwasser. Weitere Hydrate, die sich dabei bilden sind das Tetra-,Di- und Monohydrat. Zudem ist das Nonahydrat MgBr2 · 9 H2O bekannt.

Wasserfreies Magnesiumbromid bildet weiße, hexagonale, zerfließende Kristalle, die gut in Wasser, moderat in Methanol und Ethanol löslich sind. Magnesiumbromid kristallisiert in der Cadmium(II)-iodid-Struktur, einer hexagonalen Kristallstruktur mit der Raumgruppe P3m1 (Raumgruppen-Nr. 164)Vorlage:Raumgruppe/164 und den Gitterparametern a = 3,822 Å und c = 6,269 Å.

Verwendung

Magnesiumbromid ist ein vielfach in der organischen Synthese verwendetes Reagenz, das als Lewis-Säure wirkt. Zu den Reaktionen, die es katalysiert, zählen unter anderem Aldol-Reaktionen, nukleophile Additionen, Cycloadditionen, Umlagerungen und Kupplungsreaktionen. Zudem kann es die Ausbeute von Grignard-Reaktionen erhöhen und ist ein effektives Bromierungs-Reagenz.

Magnesiumbromid kann zur Herstellung von Brom aus bromidhaltigen Laugen verwendet werden.

Es wird als Elektrolyt in Magnesiumbatterien erforscht.

Medizinisch wirkt Magnesiumbromid als Sedativum und Antikonvulsivum.

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag zu MAGNESIUM BROMIDE in der CosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 18. September 2021.
  2. ↑ Datenblatt Magnesium bromide, anhydrous (PDF) bei Strem, abgerufen am 25. Dezember 2012.
  3. 1 2 3 4 Datenblatt Magnesium bromide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 8. Juni 2025 (PDF).
  4. 1 2 3 4 5 Pradyot Patnaik: Handbook of Inorganic Chemicals. McGraw-Hill, New York 2002, ISBN 0-07-049439-8, S. 517–518.
  5. Deborah A. Kramer: Magnesium Compounds. In: Kirk‐Othmer Encyclopedia of Chemical Technology. Wiley, 2004, doi:10.1002/0471238961.1301071410010311.a01.pub3.
    1. 1 2 3 S. 3-4
    2. ↑ S. 36
  6. 1 2 Robert E. Dinnebier, Tomče Runčevski, Kunihisa Sugimoto: Dehydration of Magnesium Bromide Hexahydrate Studied by in situ X-ray Powder Diffraction. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. Band 639, Nr. 1, 2013, S. 59–64, doi:10.1002/zaac.201200445.
  7. 1 2 T. Howard Black, Lee Fader: Magnesium bromide. In: Encyclopedia of Reagents for Organic Synthesis. Wiley, 2007, doi:10.1002/9780470842898.rm003.pub2.
  8. ↑ E. Hennings, H. Schmidt, W. Voigt: Crystal structures of hydrates of simple inorganic salts. I. Water-rich magnesium halide hydrates MgCl2·8H2O, MgCl2·12H2O, MgBr2·6H2O, MgBr2·9H2O, MgI2·8H2O and MgI2·9H2O. In: Acta Cryst. C Band 69, 201, S. 1292–1300, doi:10.1107/S0108270113028138.

Literatur