Andreas Benk

Andreas Benk (* 1957 in Stuttgart) ist ein deutscher römisch-katholischer Theologe und war Hochschullehrer.

Leben

Benk studierte von 1976 bis 1981 römisch-katholische Theologie und Philosophie an der Universität Tübingen und an der Universität Wien. Von 1981 bis 1984 studierte er Physik an der Universität Tübingen, wo er 1987 in der Katholisch-Theologischen Fakultät mit der Dissertation Skeptische Anthropologie und Ethik. Die philosophische Anthropologie Helmuth Plessners und ihre Bedeutung für die theologische Ethik promoviert wurde. Von 1994 bis 2000 war Benk Studienrat für Katholische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Nach seiner Habilitation 1999 im Fachgebiet Philosophische Grundfragen der Theologie mit der Habilitationsschrift Moderne Physik und Theologie. Voraussetzungen und Perspektiven eines Dialogs nahm Benk 2000/2001 eine Vertretungsprofessur an der Universität Dortmund wahr. Von 2002 bis März 2024 war er Professor für Katholische Theologie/Religionspädagogik am Ökumenischen Institut für Theologie und Religionspädagogik der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Er ist Unterzeichner des Memorandums „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“. Seit 2019 ist Benk Stadtrat und Mitglied der Fraktion „Die Linke“ im Gemeinderat von Schwäbisch Gmünd.

Benk ist verheiratet und hat vier Kinder.

Theologische Positionen

Andreas Benk beanstandet, dass die jüdische „inklusive und leidempfindsame Botschaft Jesu [...] von Theologie und Kirche von Beginn an verkehrt [wurde] in eine christliche Lehre, für die Exklusivitätsanspruch und Ausgrenzung konstitutiv waren und blieben“. Insbesondere sei christliche Judenfeindlichkeit nicht abtrennbarer Teil einer Entwicklung, die zum rassistischen Antisemitismus geführt habe.

Benk wendet sich gegen den Missbrauch des Naturbegriffs in der traditionellen katholischen Naturrechtslehre, „der erst etwas als natürlich behauptet und weiterhin dieses Natürliche mit dem Gesollten gleichsetzt“. Benk betont, jede Theologie stehe unter dem grundsätzlichen Vorbehalt, dass alle ihre Gottesvorstellungen unangemessen bleiben und darum immer wieder negiert werden müssen. Solche Negative Theologie wird bei Benk zum Leitgedanken, der das „Selbstverständnis der Theologie insgesamt und damit auch alle Disziplinen und alle Themen, mit denen sie sich befasst, [prägt]“.

Benks befreiungstheologisch orientierte Schöpfungstheologie greift Gedanken von Dorothee Sölle auf.

Schriften

Monographien
Herausgeberschaft
Artikel und Online-Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd: Andreas Benk
  2. ↑ Gemeinderat Schwäbisch Gmünd: Andreas Benk
  3. ↑ Andreas Benk: Christentum, Antisemitismus und Schoah. Warum der christliche Glaube sich ändern muss. Ostfildern 2022, S. 14.
  4. ↑ Andreas Benk: Skeptische Anthropologie und Ethik. Die philosophische Anthropologie Helmuth Plessners und ihre Bedeutung für die theologische Ethik. Frankfurt a. M., 1987, S. 191.
  5. ↑ Andreas Benk: Neue Aktualität Negativer Theologie. Die Unverfügbarkeit Gottes als Leitgedanke der Theologie. In: Theologie der Gegenwart 54 (2011), S. 126.
  6. ↑ Andreas Benk: Schöpfung – eine Vision von Gerechtigkeit. Was niemals war, doch möglich ist. Ostfildern 2016, S. 277, Anm. 4.
Personendaten
NAME Benk, Andreas
KURZBESCHREIBUNG deutscher römisch-katholischer Theologe
GEBURTSDATUM 1957
GEBURTSORT Stuttgart