
Andreas Bunte (* 1970 in Mettmann) ist ein deutscher Filmemacher und Installationskünstler, der in Berlin lebt.
Andreas Bunte studierte zunächst „Freie Kunst“ an der Kunsthochschule Kassel und anschließend von 1993 bis 1998 an der Kunstakademie Düsseldorf. 1999 war Bunte Villa-Romana-Preisträger. 2014 war er Audain Artist in Residence, an der Simon-Fraser University in Vancouver. Von 2012 bis 2016 war Bunte Research Fellow des Norwegian Artistic Research Programme und forschte an der Kunstakademie Oslo zum Genre des Wissenschaftlichen Films.
Buntes Arbeiten wurden in Gruppen- und Einzelausstellungen unter anderem bei den Skulptur Projekten Münster, in der Kunsthalle Wien, dem Berlinale Filmfestival, dem Museum of Art and Design in New York, im Cornerhouse Manchester, der Kunsthalle Basel, dem Gropiusbau Berlin oder dem Kunstverein Hamburg präsentiert.
Buntes Filme und Film-Installationen beschäftigen sich mit der Frage, wie das Zusammenspiel von Architektur, Technologie, und menschlichen Körper unsere materielle und immaterielle Lebenswelt prägt. Dies gilt für Rheinische Betonkirchen der Nachkriegszeit ebenso wie für das Bepacken von Plastiktüten, die Produktion synthetischer Diamanten, oder die Bewegungsmuster von Computerspiel-Avataren. Sein filmischer Ansatz eignet sich Strategien aus den Bereichen des anthropologischen Films, des wissenschaftlichen Films und der Forensik an. Die Offenheit und Redundanz, dieser explizit anti-narrativen, streng beobachtenden Ansätze nutzt er dabei gezielt um seine Themen für neue, spekulative Lesarten zu öffnen.
Für die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekt Münster in 2017 produzierte Bunte die Arbeit Laboratory Life, eine Serie von 12 kurzen Filmen, in denen alltägliche Prozesse gezeigt oder besser simuliert werden. Die Vorgänge sind aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und in einer laborähnlichen Situation nachgestellt. Die Filme folgen damit Strategien, wie sie im wissenschaftlichen Film entwickelt wurden. Sie streben jedoch keine „Objektivität“ an, sondern interessieren sich für das fremdartige Eigenleben, dass durch die ausschnitthafte Inszenierung entsteht. Die Filme konnten über in der Stadt plakatierte Poster mit QR-Codes von den Besucher mit ihrem Smartphone abgerufen werden. Die unter Laborbedingungen rekonstruierten Alltagsbewegungen wurden also direkt in den konkreten urbanen Münsteraner Alltag eingeschleust.
Im Jahr 2026 inszenierte er den schwarzweißen Kurzfilm Slow Dissolve. Darin stellt er ein Archiv von Eisblöcken und ein Filmarchiv in der Antarktis gegenüber. Der Film feierte im Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen 2026 Premiere.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bunte, Andreas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Filmemacher und Installationskünstler |
| GEBURTSDATUM | 1970 |
| GEBURTSORT | Mettmann |