Andreas Hild

Andreas Hild (* 18. November 1961 in Hamburg) ist ein deutscher Architekt und Universitätsprofessor.

Lagerhalle Kemeter, Eichstätt

Werdegang

Andreas Hild studierte Architektur an der TU München und an der ETH Zürich (1983–88), unter anderem bei Miroslav Šik und Fabio Reinhart. 1992 gründete er mit Tillmann Kaltwasser das Architekturbüro Hild und Kaltwasser in München. 1999 firmierte er das Büro, nach dem Tod von Tillmann Kaltwasser, in Hild und K um, das seitdem mit Dionys Ottl und seit 2011 mit Matthias Haber geleitet wird. 2012 eröffneten sie eine Zweigstelle in Berlin. Nach dem Diplom bei Rudolf Wienands lehrte er bei Wienands (1991–96), als Vertretungsprofessor an der Universität Kaiserslautern (1996–98) und an der FH München (1999–2001), als Gastprofessor an der HfbK Hamburg (2003–04), als Professor an der TU Graz (2005–06) und an der TU Darmstadt (2008–09) und seit 2012, zunächst als Gastprofessor und seit 2013 als Professor an der TU München. Hild war von 2017 bis 2022 Dekan der Fakultät für Architektur der TU München.

Andreas Hild trat 2011 zusammen mit Raimund Wünsche in der von Enie van de Meiklokjes moderierten dreiteiligen SWR-Fernsehsendung „Nie wieder keine Ahnung – Architektur“ als Experte auf. Im Umbau von Einfamilienhäusern sieht er einen Schlüssel gegen die Wohnraumkrise.

Bauwerke

Die Bauwerke von Andreas Hild wurden von Michael Heinrich fotografiert.

Hild und Kaltwasser:

Aufstockung Haus Bonnin, Eichstätt
Kleines Theater – Kammerspiele Landshut

Hild & K:

Die 1999 fertiggestellte Fassadensanierung Belziger Straße in Berlin etwa gewinnt ihren Reiz durch die reliefhafte Umsetzung einer vergrößerten Originalzeichnung: Die Gründerzeitfassade des Wohnhauses sollte anhand des ursprünglichen Eingabeplans wiederhergestellt werden. Dieser Bauauftrag wurde buchstäblich aufgefasst, die Originalzeichnung 1:1 vergrößert und als negatives Putzrelief auf die Fassade übertragen. Dabei wurde offensichtlich, dass die Eingabeskizze niemals identisch umgesetzt worden war. Die verfahrensbedingten Verschiebungen und Verformungen des Ornaments spielen ästhetisch reizvoll mit den Tücken historischer Rekonstruktion und der unvermeidlichen Differenz zwischen Entwurf und Gebäude.

Das 2000 erbaute Wohnhaus in Aggstall spielt mit traditionellen regionalen Bauformen: Ein asymmetrisches Satteldach ermöglicht bei gleichbleibender Firsthöhe die Ausbildung zweier ausreichend hoher, gut belichteter Geschosse. Die korngelb geschlämmte Ziegelfassade reflektiert in ihrem geometrischen Muster die Unregelmäßigkeit und das Lichtspiel traditionell verputzter Mauerwerksflächen.

Die Wohnanlage „Klostergarten Lehel“ aus dem Jahr 2009 wird in Fassade und Struktur entscheidend durch Spolien geprägt, nämlich von wiedereingebauten neuromanischen Fensterelementen eines Refektoriums aus dem Vorgängerbau. Die beinahe fünf Meter hohen Mauerbögen sind räumlich in Split-Level-Einheiten integriert. Dahinterliegende hohe Hallen erschließen weitere Ebenen in gängiger Geschosshöhe.

Ehrungen und Preise

Ausstellung

Akademische Mitarbeiter

Ehemalige Mitarbeiter

Publikationen

In seinen architekturtheoretischen Schriften bezieht Hild Positionen fernab der ausgetretenen akademischen Wege. So schlägt er beispielsweise in „Gebäude, Gebilde, Gemenge“ die Annäherung von objekthafter und formaler Architektursprache vor. In seinem Aufsatz „Gedacht / Gebaut“ geht es um die Aufweichung herkömmlicher Grenzen zwischen historischer und zeitgenössischer Architektur und damit auch um eine neue Position in der Denkmalpflege.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Archiv Analoge - Andreas Hild. Abgerufen am 4. Mai 2021.
  2. ↑ Archiv Analoge - Andreas Hild. Abgerufen am 4. Mai 2021.
  3. ↑ Portal Kunstgeschichte – Das Informationsportal für Kunsthistoriker im deutschsprachigen Raum. Abgerufen am 20. Januar 2024 (deutsch).
  4. ↑ https://www.br.de/nachrichten/kultur/umbau-von-einfamilienhaeusern-schluessel-gegen-die-wohnraumkrise,V3ST5Zv
  5. ↑ Wartehaus in Landshut - DETAIL inspiration. Abgerufen am 25. Mai 2021.
  6. ↑ Parkhaus in München-Riem - Beton.org. Abgerufen am 28. Februar 2024.
  7. ↑ Klaus-Dieter Weiss: Häuser aus Häusern : sozialer Wohnungsbau "Theresienhöhe" in München von Rohnke Hild und K. In: www.e-periodica.ch. Werk, Bauen + Wohnen, abgerufen am 29. Februar 2024 (deutsch).
  8. ↑ BauNetz: „Kommunikativer Allraum“ - Wettbewerb für Wohnbauprojekt in München entschieden. 16. Oktober 2001, abgerufen am 28. Februar 2024.
  9. ↑ Martin Tschanz: Kein Streichelbeton : Bauzentrum MünchenRiem von Hild und K Architekten, München. In: www.e-periodica.ch. Werk, Bauen + Wohnen, abgerufen am 29. Februar 2024 (deutsch).
  10. ↑ Schloss Hohenkammer – Architektur als Langzeitbelichtung. Abgerufen am 28. Februar 2024.
  11. ↑ Unter Strom: Umspannwerk von Hild und K Architekten. Abgerufen am 28. Februar 2024.
  12. ↑ Immenstadt, Adolf-Probst-Straße. Abgerufen am 21. Juli 2022.
  13. ↑ Ansicht - Architekturpreis Beton. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  14. ↑ BauNetz: Es strahlen: Hild & K. - Licht-Architektur Preis erstmals vergeben. 5. November 1999, abgerufen am 12. Mai 2022.
  15. ↑ Wartehaus am Ländtorplatz, Landshut. Bund Deutscher Architekten, abgerufen am 19. Mai 2022.
  16. ↑ BauNetz: Liebling Libeskind - Deutscher Architekturpreis 1999 für Jüdisches Museum Berlin. 5. Juli 1999, abgerufen am 20. Mai 2021.
  17. ↑ Architekturpreis 2000 des Ziegelforums BauNetz.de. Abgerufen am 1. Juni 2022.
  18. ↑ EUMiesAward. Abgerufen am 23. Dezember 2021.
  19. ↑ EUMiesAward. Abgerufen am 23. Dezember 2021.
  20. ↑ muenchen.de: Preis für Stadtbildpflege 2016
  21. ↑ https://www.badsk.de/veranstaltungen/2024/andreas-hild-peter-haimerl