Andreas Mikulicz-Radecki

Andreas Mikulicz-Radecki (auch Andreas Mikulicz, Andreas Mikulicz von Radecki; * 5. November 1804 in Krywtsche, Königreich Galizien und Lodomerien; † 13. April 1881 in Czernowitz) war ein österreichischer Beamter, Baumeister, Architekt, Kartograf und Politiker. Als Kameral-Baumeister wirkte er maßgeblich an der städtebaulichen Entwicklung von Czernowitz mit. Sein bekanntestes Bauwerk ist das zwischen 1843 und 1848 errichtete Rathaus der Stadt. Von 1850 bis 1877 war er Sekretär der Handels- und Gewerbekammer der Bukowina; 1863 wurde er in den Bukowiner Landtag gewählt.

Leben und Familie

Andreas Mikulicz wurde als Sohn des aus einer polnischen Adelsfamilie stammenden Franciszek Mikulicz-Radecki und dessen Ehefrau Josepha, geborene Edle von Just, geboren. Seine Familie verfügte nur über begrenzte finanzielle Mittel. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Czernowitz arbeitete er zunächst als Forstwirt im Dienst eines rumänischen Bojaren. Parallel dazu bildete er sich autodidaktisch weiter und absolvierte schließlich in Lemberg eine Ausbildung in Architektur und Bauwesen.

Seit 1836 lebte Mikulicz dauerhaft in Czernowitz. 1840 wurde er zum Kameral-Baumeister ernannt.

Mikulicz war dreimal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er mit Wincencja Rozalia Dąbrowska. Nach deren Tod heiratete er Emilie von Damnitz, die 1867 starb. Seine dritte Ehefrau war Valerie Peschkettel.

Aus der Ehe mit Emilie von Damnitz stammen der Chirurg Johann von Mikulicz-Radecki und der spätere österreichisch-ungarische General und Militärhistoriker Valerian von Mikulicz-Radecki.

Städtebauliches Wirken

Rathaus Czernowitz

Mikulicz’ bedeutendstes Bauprojekt war das 1848 fertiggestellte Rathaus von Czernowitz, das er gemeinsam mit dem Kreisingenieur Adolf Marin plante.

Darüber hinaus war Mikulicz in an der Gestaltung des Ringplatzes und an den Planungsarbeiten für den Czernowitzer Volksgarten beteiligt.

Politische und kartografische Tätigkeit

Im Juni 1850 wurde in Czernowitz die Handels- und Gewerbekammer für die Bukowina gegründet. Mikulicz übernahm das Amt ihres Sekretärs und übte es bis 1877 aus.

1863 wurde Mikulicz in den Bukowiner Landtag gewählt. Neben seinen amtlichen Aufgaben engagierte er sich für die schulische und wirtschaftliche Bildung der ländlichen Bevölkerung. 1873 unternahm er eine Studienreise in das Russische Kaiserreich, bei der er sich insbesondere mit landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen befasste.

Ebenfalls 1873 veröffentlichte er die Volkswirthschaftliche Uibersichts-Karte des Herzogthumes Bukowina.

Auszeichnungen

Werk

Literatur

Commons: Andreas Mikulicz von Radecki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Michaela Seewald: Rathaus – Bahnhof – Museum. Auswirkungen ausgewählter kommunaler und privater Einrichtungen auf das soziale Leben der Bevölkerung in Czernowitz zur Zeit der Habsburgermonarchie. In: historia.scribere. Band 9, 2017, S. 169–196, doi:10.15203/historia.scribere.9.568.
  2. 1 2 3 4 5 Kateryna Stetsevych: Andreas Mikulicz-Radecki. In: Digitale Topographie der multikulturellen Bukowina. Abgerufen am 27. Juni 2026.
  3. ↑ Mikulicz-Radecki, Johann von. In: Deutsche Biographie. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 27. Juni 2026.
  4. ↑ Rathaus. In: BukoWiki. Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, abgerufen am 27. Juni 2026.
  5. ↑ Volksgarten. In: Digitale Topographie der multikulturellen Bukowina. Abgerufen am 27. Juni 2026.
  6. ↑ Handels- und Gewerbekammer. In: Digitale Topographie der multikulturellen Bukowina. Abgerufen am 27. Juni 2026.
  7. ↑ Volkswirthschaftliche Uibersichts-Karte des Herzogthumes Bukowina. In: maps.hungaricana.hu. Abgerufen am 27. Juni 2026 (ungarisch).
  8. ↑ Verleihung des Goldenen Verdienstkreuzes an Andreas Mikulicz. In: Digitale Topographie der multikulturellen Bukowina. 24. Mai 1863, abgerufen am 27. Juni 2026.
  9. ↑ Totenzettel Andreas Mikulicz. In: Wienbibliothek Digital. 14. April 1881, abgerufen am 27. Juni 2026.
Personendaten
NAME Mikulicz-Radecki, Andreas
ALTERNATIVNAMEN Mikulicz, Andreas; Mikulicz von Radecki, Andreas
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Beamter, Baumeister, Architekt, Kartograf und Politiker
GEBURTSDATUM 5. November 1804
GEBURTSORT Krywtsche, Königreich Galizien und Lodomerien
STERBEDATUM 13. April 1881
STERBEORT Czernowitz