Andreas Pleninger

Andreas Pleninger (Plenninger, Bleninger, Plieninger, Pleininger, A.P.) (* 3. Januar 1555 in Regensburg; † 1607) war ein deutscher Steinätzer.

Lebenslauf

Andreas Pleninger wurde 1555 in Regensburg geboren und besuchte dort auch das Gymnasium poeticum, wo er eine musikalische Ausbildung erhielt. Die Kunst des Steinätzens und der Kalligraphie erlernte er in Nürnberg. In dieser Zeit scheint es auch zu den Kontakten gekommen sein, die ihm die astronomischen Kenntnisse vermittelten, die er später in den Sonnenuhren und Tischen mit „immerwährenden Kalendern“ zeigt. Für eine seiner ersten Arbeiten von etwa 1575, eine in Stein geätzte Europakarte, diente ihm die Landkarte von Tilemann Stella, ein Holzschnitt aus dem Jahre 1560.

Pleninger wird 1585 an der Stadtpfarrkirche zu Gmunden als Organist und Mesner angestellt, war aber schon vorher etwa ab 1576 in Österreich. Er versuchte wohl in die Dienste eines Angehörigen des Herren- und Ritterstandes zu kommen. Jedenfalls fertigte er Arbeiten für Hans Adam Jörger, einem der prominentesten protestantischen Geschlechter in Oberösterreich (ein Liedertisch wurde später von den Grafen Starhemberg erworben). In dieser Zeit entstanden mehrere Arbeiten für protestantische Familien wie Grabplatten, Epitaphe und Liedertische. Die Situation der Protestanten wurde mit der Zuspitzung der Religionsgegensätze immer schwieriger und so musste er nach 1598 in seine Geburtsstadt Regensburg zurückkehren, wo er 1607 verstarb und auf dem St. Petersfriedhof begraben wurde. Alle Grabstätten dieses Friedhof gingen im Dreißigjährigen Krieg im Verlauf der Kämpfe um Regensburg (1632–1634) verloren.

Werke

Grabmal der Familie Polheim 1583/1598

(Werknummern ‚Kieslinger x‘ nach )

Fälschlich Pleninger zugeordnet

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Alois Kieslinger: Steinätzungen in Oberösterreich. Teil 1: 16. und 17. Jahrhundert. Kunstjahrbuch der Stadt Linz. 1967 (1967). Wien-München S. 73–105
  2. 1 2 3 Josef Moser: Der Gmundner Organist Andreas Pleninger 1555 – 1607 und Abrahamus Schußlingus, Kantor zu Vöcklabruck. In: Oberösterreichische Heimatblätter Jg. 34 Heft 3/4, S. 197–199, Linz 1980, ooegeschichte.at [PDF]
  3. 1 2 G. Tiggesbäumker: In Stein geätzte Karte von Andreas Pleninger. Cartographia Helvetica, Juli 1991, Heft 4 Seite 27 (1991)
  4. 1 2 Alois Kieslinger: Der Steinätzer Andreas Pleninger und sein Werk in Österreich. Anzeiger der phil.-hist. Klasse der österreichischen Akademie der Wissenschaft Jg. 1965 Nr. 17, S. 303–309. Wien, 1965
  5. ↑ Bertha Wallner: Musikalische Denkmäler der Steinätzkunst des 16. und 17. Jahrhunderts nebst Beiträgen zur Musikpflege dieser Zeit. Lenter’sche Hofbuchhandlung, München 1912
  6. 1 2 3 4 N. Loidol: Renaissance in Oberösterreich. Verlag Bibliothek der Provinz Weitra 2011
  7. 1 2 3 4 5 R. Folk, P. Altman Pötsch: Die Bildvorlagen der Epitaphien Andreas Pleningers. Jahrbuch der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreichs. 159. Band Seiten 181–234 (2014)
  8. ↑ P. Altman Pötsch: Der ewigwährende Kalender - Astronomischer Tisch öffentliches Stiftsgymnasium Kremsmünster 154. Jahresbericht 2011
  9. ↑ Kalendertisch im Stift Kremsmünster
  10. ↑ Mensch und Kosmos (OÖLM Kat.33), 1990, Band 2, S. 74 f., n.71 mit Farbabb.
  11. 1 2 3 4 5 6 R. Folk, P. Altman Pötsch: Die Bildvorlagen der Kalendertische des Andreas Pleninger. Jahrbuch der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreichs. 161. Band Seiten 47–120 (2016)
  12. ↑ Historické hodiny 15.-19. století ze sbírek Moravské galerie v Brně/[Lea a Karel Holešovští] Brno : Moravská galerie, [1975] Nestr. váz.
  13. ↑ W. Aspernig, R. Forster, E. Gruber: Die Grabdenkmäler der Pfarre Grieskirchen, Pfarramt Grieskirchen 2010
  14. ↑ A. Rohde: Die Geschichte der wissenschaftlichen Instrumente Verlag von Klinkhardt \& Biermann. Leipzig 1923
  15. 1 2 3 A. Schmetzer: Geätzte Regensburger Steinplatten Kultur des Handwerks, Heft 10, 326 (1927)
  16. ↑ Sonnenuhr im British Museum
  17. ↑ Karte von Württemberg (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) beim Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, abgerufen am 17. April 2024.
  18. ↑ P. Altman Pötsch und R. Folk: Der astronomische Tisch des Andreas Pleninger aus dem Jahr 1603. Preprint 2012 (PDF; 6,6 MB)
  19. ↑ Von der Kunstkammer zum Museum. Plastik aus dem Schlossmuseum Gotha. Ausstellungskatalog Wilhelm Lehmbruck-Museum Duisburg, Duisburg / Gotha 1987
  20. 1 2 Ernst der Fromme (1601–1675), Katalog zum 400. Geburtstag Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha und Altenburg, Gotha 2001
  21. 1 2 Birgit Kümmel: Der Ikonoklast als Kunstliebhaber (=Materialien zur Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland Bd. 23), Jonas Verlag Marburg 1996
  22. ↑ Spendenaufruf Museumsverein Kassel e.V. 2010 (Memento vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive) (PDF; 1,2 MB)
  23. ↑ Irmtraud Baier: musica noster amor! Der musiktisch des landgrafen moritz von hessen. Museumslandschaft Hessen Kassel, Deutscher Kunstverlag 2014
  24. ↑ P. August Janisch: Der Kalendertisch von Stift Rein. Museum Aktuell, Österreichausgabe Nr. 137, Juni 2007
  25. ↑ M. E. Lippitsch und S. Draxler: Der Kalendertisch im Stift Rein 2012, Eigenverlag
  26. ↑ Katalog zur Versteigerung der Sammlung des Freiherrn Adalbert von Lanna Prag 1909 Nummer 214
  27. ↑ A. Scharnagl: Die Orgeltabulatur C 119 der Proske-Musikbibliothek Regensburg
Personendaten
NAME Pleninger, Andreas
ALTERNATIVNAMEN Plenninger, Andreas; Bleninger, Andreas; Plieninger, Andreas; Pleininger, Andreas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Steinätzer
GEBURTSDATUM 3. Januar 1555
GEBURTSORT Regensburg
STERBEDATUM 1607