Andreas Wilke (geb. am 5. Juli 1562 in Helmershausen; gest. am 19. Juni 1631 in Gotha) war ein deutscher Klassischer Philologe und über Jahrzehnte Gymnasialdirektor in Gotha.
Nach Schulbesuch in Helmershausen (wo Wolfgang Kremer Rektor war) ging Wilke an das Meininger Gymnasium, wo Ambrosius Stegmann Rektor war. Bereits im Sommer 1579 allerdings war Wilke in Halberstadt in einer Lateinschule zu finden (bei Paul Laurentius und Theophilus Canngießer): in Halberstadt ließ man bewusst auch Schüler aus weniger begüterten Familien lernen.
Ab Oktober 1583 studierte Wilke an der Universität Jena, wo er bereits im Oktober 1585 den ersten philosophischen Grad erreichte. In der Zeit von Dekan Ortholph Fomann wurde er im Juli 1589 Magister. Gleich darauf begann er mit privatem Dozieren in Jena, was bis 1592 anhielt. Als Johann Helder vom Gymnasium Gotha Superintendent von Waltershausen wurde, rief man Wilke 1592 nach Gotha. Besonders empfohlen hatte ihn der Coburger Kirchenmann Johannes Dinckel. Nach feierlicher Verabschiedung in Jena (wo die Professoren Wolfgang Heider, Elias Reusner und Zacharias Brendel lateinische Hexameter zu Wilkes Ehre deklamierten) begann seine Karriere in Gotha. Als Wilke im Februar 1612 ein lukratives Angebot zur Leitung der Stadtschule von Mühlhausen bekam, lehnte er dies ab.
Von Oktober 1592 an, für die Dauer von fast 39 Jahren, gelang es Wilke, die Qualität und den Ruf der Schule in Gotha noch zu steigern. So wurden unter ihm auch die Lehrergehälter erhöht und das Hebräische als Schulfach eingeführt. Damit hatte man auch dem Wunsch von Herzog Johann Casimir entsprochen. Wilke setzte eine neue Schulordnung in Kraft und internationalisierte die Schülerschaft. Während seiner letzten Jahre, die durch Augenleiden und Gicht geprägt waren, bekam er Hilfe in der Schulleitung durch seinen ehemaligen Schüler Johann Weih.
Wilke war seit Oktober 1592 mit Sabina Ferber aus Ohrdruf verheiratet. Von neun Kindern überlebte nur eine Tochter den Vater.
Andreas Wilke war auch Schriftsteller (meist in lateinischer Sprache). 1597 gab er eine Erinnerungsrede für Herzog Johann Friedrich II. (Sachsen) heraus, sowie die pädagogische Beratungsbroschüre Quando utiliter adolescentes et possint et debeant in Academias transmitti?. Im Jahre 1603 erschien Epistola de Anagrammatismis und 1604 das satirische Büchlein Feriae caniculares in Gothano Gymnasio, hoc est, Plautinae Epidici Philologica recensio. Auch nicht vergessen werden dürfen (von 1613) Miseriarum vitae humanae speculum, wohingegen Festa christianorum ex poetis qua veteribus, qua recentibus celebrata nicht vor 1676 erschien, dank Georg Heß. Heß ließ bereits 1657 Suada Gothana Latialis drucken, eine Sammlung von Schulreden von Wilke, die auch aus lokalgeschichtlicher Sicht interessant sind.
Wilke pflegte zudem mit vielen Gelehrten seiner Zeit einen regen Briefverkehr, wie aus drei Foliobänden der Gothaer Gymnasialbibliothek hervorgeht.
| Personendaten | |
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| NAME | Wilke, Andreas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Gymnasiallehrer und Klassischer Philologe |
| GEBURTSDATUM | 5. Juli 1562 |
| GEBURTSORT | Rhönblick-Helmershausen |
| STERBEDATUM | 19. Juni 1631 |
| STERBEORT | Gotha |