Andrei Jurjewitsch Okunkow

Andrei Jurjewitsch Okunkow

Andrei Jurjewitsch Okunkow (russisch Андрей Юрьевич Окуньков, wiss. Transliteration Andrej Jur'evič Okun'kov; englische Transkription Andrei Okounkov; * 26. Juni 1969 in Moskau) ist ein russischer Mathematiker, der auf dem Gebiet der Darstellungstheorie arbeitet. Insbesondere beschäftigt er sich mit der Anwendung dieser Theorie in der algebraischen Geometrie, mathematischen Physik, Wahrscheinlichkeitstheorie und der Theorie der speziellen Funktionen.

Leben

Seine Doktorarbeit beendete er 1995 an der Moskauer Lomonossow-Universität, betreut von Alexander Kirillow. 1994/95 war er am Dobrushin-Labor des Instituts für Informationsübertragung der Russischen Akademie der Wissenschaften, war 1996 bis 1999 Dickson Instructor an der University of Chicago und 1996 am Institute for Advanced Study und 1997 am MSRI. 1998 wurde er Assistenzprofessor an der University of California, Berkeley, an der er 2001 Professor wurde, und 2002 bis 2010 war er Professor an der Princeton University. Er ist seit 2010 Professor an der Columbia University.

Werk

Seit seiner Zeit in Moskau (bei Alexander Jurjewitsch Olschanski in Moskau und der Schule von Anatoli Werschik in St. Petersburg mit ihrer Sicht von Partitionen in der Art von Young-Tableau als stochastischen Objekten) ist sein Hauptarbeitsgebiet Darstellung von Gruppen, insbesondere kombinatorische und asymptotische Aspekte sowie Anwendungen auf verschiedensten Gebieten (von Okounkov selbst zum Beispiel in der Seiberg-Witten-Theorie, statistischen Mechanik und reellen algebraischen Geometrie).

Mit Rahul Pandharipande leistete er wesentliche Beiträge zur Theorie der Gromow-Witten-Invarianten in der abzählenden Geometrie. Sie gaben eine Beschreibung der Gromow-Witten-Invarianten für Kurven und bewiesen eine Vermutung von Eguchi, Hori und Xiong für den Fall projektive Kurven (eine Erweiterung der von Witten vermuteten und von Maxim Konzewitsch bewiesenen Vermutung über die Differentialgleichungssysteme für die erzeugende Funktion für die Invarianten vom Fall von Punkten auf höherdimensionale Varietäten). Das lieferte auch einen durchsichtigeren Beweis der Witten-Konzewitsch-Vermutung. Mit Davesh Maulik, Pandharipande und Nikita Alexandrowitsch Nekrassow formulierte er Vermutungen über den Zusammenhang von Gromow-Witten-Invarianten und Donaldson-Thomas-Invarianten.

Große Aufmerksamkeit fand auch seine Behandlung eines Modells der statistischen Mechanik bzw. der Graphentheorie, den Dimeren. Mit Scott Sheffield und Richard Kenyon fand er hier überraschende Verbindungen zur reellen algebraischen Geometrie (Spektralkurven des Dimer-Modells in Form von Harnack-Kurven).

Nach ihm sind Okounkov-Körper bzw. Newton-Okounkov-Körper benannt, mit Newton-Polygonen verwandten konvexen Körpern in euklidischen Räumen, die mit linearen Scharen auf Varietäten verbunden sind.

Ehrungen und Mitgliedschaften

2004 hielt er einen Plenarvortrag dem 4. Europäischen Mathematikerkongress (Random surfaces enumerating algebraic curves) und erhielt den EMS-Preis. Auf dem 25. Internationalen Mathematikerkongress in Madrid (2006) wurde ihm die Fields-Medaille verliehen. Er war dort auch Invited Speaker (Random partitions and instanton counting). 2012 wurde er zum Mitglied der National Academy of Sciences, 2016 zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt. 2018 war er Plenarsprecher auf dem ICM in Rio (On the crossroads of enumerative geometry and geometric representation theory). Zudem war er 2018 im Preiskomitee der Fields-Medaille. 2026 wurde er mit dem Nemmers-Preis für Mathematik ausgezeichnet.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ American Academy of Arts and Sciences: Newly Elected Fellows. In: amacad.org. Abgerufen am 22. April 2016.
  2. ↑ Arxiv
  3. ↑ Fields Medal Committee 2018
  4. ↑ Nemmers-Preis für Mathematik 2026
Personendaten
NAME Okunkow, Andrei Jurjewitsch
ALTERNATIVNAMEN Окуньков, Андрей Юрьевич (russisch)
KURZBESCHREIBUNG russischer Mathematiker
GEBURTSDATUM 26. Juni 1969
GEBURTSORT Moskau