Andrei Pimenov (* 11. Juni 1964 in Kasan, Republik Tatarstan, Russland) ist ein österreichischer Physiker an der Technischen Universität Wien. Seine Forschung umfasst Festkörperphysik und Terahertz-Spektroskopie mit Beiträgen zu Supraleitern, Multiferroika, topologischen Isolatoren, Metamaterialien und zweidimensionalen Quantenmaterialien.
Andrei Pimenov studierte von 1981 bis 1987 Physik am Moscow Institute of Physics and Technology sowie am Lebedev Physical Institute in Moskau, wo er ein gemeinsames Diplom (Dipl.-Ing.) mit Auszeichnung erwarb. Anschließend promovierte er 1995 an der Technischen Universität Darmstadt (Dr. rer. nat.). Im Jahr 2001 habilitierte er sich im Fach Experimentelle Physik an der Universität Augsburg.
Nach Tätigkeiten als Wissenschaftler am Joint Institute for Nuclear Research in Dubna (1987–1988) und am General Physics Institute der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau (1988–1992) erhielt er ein DAAD-Stipendium an der Universität Hannover (1991–1992). Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Darmstadt (1993–1996) sowie am Center for Electronic Correlation and Magnetism der Universität Augsburg (1996–2006) tätig. Von 2006 bis 2010 war er Associate Professor an der Universität Würzburg. Im Jahr 2010 wurde er zum Professor für Festkörperphysik an der TU Wien berufen. Von 2015 bis 2020 war er Direktor des Instituts für Festkörperphysik, und seit 2024 ist er Dekan der Fakultät für Physik der TU Wien.
Darüber hinaus war Andrei Pimenov Mitglied im Beirat der Synchrotronanlage ANKA in Karlsruhe (2007–2010) sowie Sprecher (2016–2020) und zuvor Vize-Sprecher (2012–2016) der Doktoratsschule „Solids4Fun“.
Seit 1988 ist Andrei Pimenov mit Anna Pimenov verheiratet.
Andrei Pimenov arbeitet hauptsächlich in der experimentellen Festkörperphysik, insbesondere in der Elektrodynamik und Spektroskopie von Quantenmaterialien. Zu seinen zentralen Forschungsgebieten zählen Metamaterialien im Millimeterwellenbereich, optische Aktivität und Reziprozität von Licht, topologische Isolatoren, dynamische Phänomene in Multiferroika sowie zweidimensionale Quantenmaterialien. Seine Arbeiten verbinden breitbandige optische und Terahertz-Spektroskopie mit der Untersuchung stark korrelierter Elektronensysteme, magnetoelektrischer Kopplung und topologischer Phasen der Materie.
Zu seinen bekannten Beiträgen zählen die Beobachtung topologisch geschützter magnetoelektrischer Schaltprozesse in Multiferroika, die Entdeckung und Untersuchung von Elektromagnonen in multiferroischen Manganiten und Boraten, die Beobachtung des universellen magnetoelektrischen Effekts in topologischen Isolatoren, die Demonstration negativer Brechung in Ferromagnet/Supraleiter-Supergittern sowie die Bestimmung der Bandstruktur zweidimensionaler Materialien mittels Zyklotronresonanz. Darüber hinaus trug er zur Strahlformung im Terahertzbereich mithilfe von 3D-gedruckten Phasenplatten sowie zur Entwicklung spektroskopischer Methoden bei.
An der TU Wien engagiert sich Andrei Pimenov nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch in der institutionellen Leitung und Öffentlichkeitsarbeit. Neben seinen administrativen Funktionen ist er gemeinsam mit Anna Pimenov an interdisziplinären Kunst-Wissenschafts-Projekten beteiligt, darunter Kunst im Labor (2019), Karlsplatz anders (2021), Zwischenstation (2022), Alte Kunst – Neue Wissenschaft (2023), Beyond Materials (2025) und Im Zeichen der Idee (2026).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pimenov, Andrei |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Physiker an der Technischen Universität Wien |
| GEBURTSDATUM | 11. Juni 1964 |
| GEBURTSORT | Kasan, Republik Tatarstan, Russland |