| Andria | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Apulien | |
| Provinz | Barletta-Andria-Trani (BT) | |
| Koordinaten | 41° 13′ N, 16° 18′ O | |
| Höhe | 151 m s.l.m. | |
| Fläche | 407 km² | |
| Einwohner | 96.520 (31. Dez. 2025) | |
| Postleitzahl | 76123 | |
| Vorwahl | 0883 | |
| ISTAT-Nummer | 110001 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Andriesi | |
| Schutzpatron | San Riccardo (4. April) | |
| Website | Città di Andria | |
Andria ist eine italienische Stadt in der Provinz Barletta-Andria-Trani, Region Apulien. Sie hat 96.520 Einwohner (Stand 31. Dezember 2025) und eine Fläche von 407 km².
Die Nachbargemeinden sind Barletta, Canosa di Puglia, Corato, Minervino Murge, Ruvo di Puglia, Spinazzola und Trani.
Andria wurde um 1046 gegründet und erlebte unter den Normannen im 11. und 12. Jahrhundert einen Aufschwung. Die Blütezeit erreichte die Stadt jedoch unter der Dynastie der Hohenstaufen. Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen, der Süditalien und insbesondere Andria, als seine Heimat betrachtete, prägte die Stadt nachhaltig. Er verlieh Andria wichtige Privilegien und gilt im 13. Jahrhundert als Erbauer des imposanten Castel del Monte mit acht Türmen, das sich im Gemeindegebiet von Andria befindet und heute UNESCO-Weltkulturerbe ist. Im Jahr 1228 starb hier Isabella II., die zweite Ehefrau Friedrichs II., nachdem sie ihm den Sohn Konrad, den späteren Konrad IV., geboren hatte. In Andria sollen zwei seiner vier Ehefrauen begraben sein.
Nach dem Ende der Stauferherrschaft fiel Andria unter verschiedene Feudalfamilien und war Teil des Königreichs Neapel. Die Geschichte der Stadt in dieser Zeit war ein wichtiger Teil der Feudalgeschichte Neapels. Bis 1799 regierten die Carafa die Stadt, als sie von französischen Truppen nach einer langen Belagerung erobert wurde. Nach der Restauration der Bourbonen wurde Andria ein Zentrum der italienischen Risorgimento-Bewegung.
Im Jahr 2004 wurde Andria zusammen mit Barletta und Trani zur Hauptstadt der neu gegründeten Provinz Barletta-Andria-Trani ernannt.
Die Kathedrale von Andria ist das religiöse Herzstück. Hier wird der Schutzpatron der Stadt, der Heilige Richard von Andria, verehrt, dessen Fest im September eines der wichtigsten kulturellen Ereignisse des Jahres darstellt.
Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Bari–Barletta und ist über die private Bahngesellschaft Ferrotramviaria (Ferrovia Bari Nord) an das Umland nach Barletta und Corato sowie den Flughafen Bari über die den Bahnhöfe Andria Sud und Andria Centro angebunden.
Andria liegt direkt an der zweitlängsten Autobahn Italiens, Autostrada A14 (Bologna-Taranto), mit der Ausfahrt „Andria-Barletta“. In der historischen Altstadt gibt es eine ZTL (Verkehrsberuhigte Zone).
Der nächstgelegene und am besten angebundene Flughafen für Andria ist der internationale Flughafen Bari "Karol Wojtyła" (BRI). Er liegt etwa 42 km entfernt. Der Flughafen Brindisi (Aeroporto del Salento, BDS) liegt rund 170 km südlich entfernt.
Die Wirtschaft von Andria ist durch eine starke Verankerung im Agrarsektor (Olivenöl, Wein und Obst, Mandeln) sowie eine wachsende Bedeutung als industrielles und touristisches Zentrum geprägt. Die Provinz Barletta-Andria-Trani wurde (zusammen mit Bari) als eine der "Hauptstädte der Unternehmenskultur 2026" ausgewählt. Ein bedeutender Teil der lokalen Wirtschaft basiert auf der Herstellung von Textilien und Schuhen, oft in mittelständischen Familienbetrieben.
In Andria befinden sich Teile der Weinberge zur Herstellung der DOC-Weine von Castel del Monte, Barletta und Trani.
Andria ist der Herkunftsort der Burrata (Burrata di Andria), einem dem Mozzarella ähnlichen Frischkäse.
Andria selbst beherbergt keine große staatliche Universität, profitiert aber von der Nähe zu bedeutenden akademischen Zentren in Apulien, wieder privaten Libera Università Mediterranea mit ihren Hauptsitz im nahegelegenen Casamassima und der Università degli Studi di Bari Aldo Moro in Bari.
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