Aneta Panek

Aneta Panek (* 5. Oktober 1976 in Warschau) ist eine polnische Filmemacherin und Performancekünstlerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Leben

Aneta Panek studierte Kunstgeschichte an der Universität Paris IV Sorbonne, wo sie über die Intermedialität in der Kunst, das Unheimliche in den Medien und über den kulturellen Austausch zwischen Frankreich, Deutschland und Polen forschte. Sie setzte ihr Studium am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris fort, wo sie für das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Ownreality“ eine Zeit lang arbeitete, sowie an der Universität der Künste Berlin, wo sie im Jahr 2022 an der Fakultät Gestaltung promovierte.

Sie drehte zahlreiche Filme und Fernseh-Reportagen, u. a. für den RBB, den WDR und die Deutsche Welle. Ihr Dokumentarfilm Mein Himmel ist voller Musik (2009) wurde in die Sammlung des Museums Yad Vashem in Jerusalem aufgenommen. 2013 und 2014 veranstaltete sie, zusammen mit der Philosophin Clara Pacquet, ein Filmprogramm im Club der polnischen Versager: Geist & Gespenster, eine monatliche Filmreihe, die das Phänomen der Filmaufnahme als geistigen und gespenstischen Prozess untersucht. 2015 folgte eine weitere Filmreihe von Aneta Panek und Clara Pacquet: LA LOGE NOIRE im Kino Babylon in Berlin; eine Auswahl von Filmen, die die magische Dimension des Kinos untersuchen und die Natur der filmischen Darstellung hinterfragen. Ab 2015 widmete sich Aneta Panek dem Experimentalfilm zu. Ihr Kurzfilm „Tarot-Reading“ (2015) wurde auf verschiedenen Filmfestivals weltweit gezeigt, u. a. in New York City, Tokio, Osaka und Berlin. Ihre experimentelle Film-Collage „Lullaby for a Witch“ (2016) wurde im Rahmen des List í Ljósi Festivals (Art by Light Festival) in Seyðisfjörður, Island, vorgeführt, sowie neulich im Rahmen der Ausstellung Nasty Women UK in London. Ihr Experimentalfilm „Czarymary“ (2016) wurde im Dezember 2017 im Rahmen der LGBTQ Filmnacht im Flying Dutchman in London, gezeigt. 2017 wurde Aneta Panek zur Künstlerresidenz am Watermill Center von Robert Wilson eingeladen, wo sie ihr neuestes Projekt, eine Punk-Oper, inszenierte. Das Stück wurde später ebenso im Nuyorican Poets Café in New York vorgeführt, sowie anschließend in Berlin, im ehemaligen Stummfilmkino Delphi, wo es die offizielle Premiere feierte (11 & 13. Mai 2018). Die Punk-Oper wurde nach Venedig eingeladen, wo es im Rahmen einer von Its Liquid Group organisierten Ausstellung „Spaces – Surfaces International Art and Architecture Festival“ im Palazzo Ca‘ Zanardi, parallel zur 16. Internationalen Architektur Biennale, präsentiert wurde (27. September bis 25. November 2018). Es folgten weitere Künstlerresidenzen, so u. a. ein „Artists Lock-In“ mit Sue Hill von Wild Works, einer internationalen, ortsbezogenen Theaterkompanie, auf der Insel Jersey.

Ende 2022 erschien ihre Dissertation als Buch im Logos Verlag unter dem Titel „Alchemy of Punk. Transmutation, Subversion and Poetry in the Punk-Avantgardes.“ mit Siegfried Zielinski, dem ehemaligen Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, und Thomas Düllo, Professor für Kommunikationstheorie und -praxis am Institut für Theorie und Praxis der Kommunikation, Geschäftsführender Direktor des Studium Generale ‘Diversität im Dialog‘; und ehemaliger Dekan der Fakultät Gestaltung, als wissenschaftliche Gutachter, und Alain Fleischer, dem Leiter der Hochschule für Film und Medien le FRESNOY in Tourcoing, als künstlerischer Supervisor. Sie befasst sich darin mit der Beziehung zwischen Lyrik und Rebellion, Punk und Alchemie. Ihr besonderes Interesse gilt den künstlerischen Forschungsmethoden; der Notwendigkeit der Visualisierung und assoziativer Spekulation im Prozess der Formulierung von Theorien sowie den neuen performativen Formaten des Wissens.

Veröffentlichungen

Filmografie

Einzelnachweise

  1. ↑ Aneta Panek, Vita Website der Künstlerin; abgerufen am 20. Oktober 2018.
  2. ↑ Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Aneta Panek, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Webseite des deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris; abgerufen am 10. Januar 2019
  3. ↑ The Visual Center – Online Film Database, My Heaven is Full of Music – The Israeli Composer Ella Milch-Sheriff Website Yad Vashem, The World Holocaust Remember Center; abgerufen am 10. Januar 2019.
  4. ↑ [Filmreihe] Geist & Gespenster Website von Clara Pacquet; abgerufen am 10. Januar 2019.
  5. ↑ La Loge Noire – Präsentationstext (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2023. Suche im Internet Archive) Website Academia; abgerufen am 10. Januar 2019, Cinema Trailer – La Loge Noire @ Babylon Berlin. YouTube Filmtrailer; abgerufen am 10. Januar 2019, La Loge Noire Cinema Trailer, Babylon Berlin YouTube Filmtrailer; abgerufen am 10. Januar 2019, La Loge Noire Website von Aneta Panek; abgerufen am 10. Januar 2019, [Filmreihe] La loge noire, Saison 2015. Website von Clara Pacquet; abgerufen am 10. Januar 2019.
  6. ↑ Tarot-Reading (Memento vom 4. Februar 2019 im Internet Archive) Website NYC Indie Film Festival; abgerufen am 10. Januar 2019.
  7. ↑ Berlin Short Film Festival 2017 (Memento vom 14. Februar 2019 im Internet Archive). Website des Berlin Short Film Festival; abgerufen am 9. März 2019.
  8. ↑ About Aneta Panek Website The Watermill Center; abgerufen am 10. Januar 2019.
  9. ↑ In Process @ The Watermill Center – Sebastián Escalona, Josefina Dagorret, Stacey Goodman & Aneta Panek (Memento des Originals vom 4. Februar 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Website The Watermill Center; abgerufen am 10. Januar 2019.
  10. ↑ Alchemy Of Punk – Punk-Oper-Crossover (Memento vom 29. Dezember 2018 im Internet Archive) Website Ask Helmut; abgerufen am 13. Januar 2019, Alchemy Of Punk – Theater im Delphi, Berlin Website Jitter Magazin für Bildkultur; abgerufen am 13. Januar 2019, Alchemy of Punk (Memento vom 4. Februar 2019 im Internet Archive) Website Evensi; abgerufen am 13. Januar 2019, Berlin Calling! Piranha Picks of the Week – Alchemy of Punk Website piranha; abgerufen am 13. Januar 2019, Kowalski & Schmidt – Die Jahrhunderte des Punks Website rbb Fernsehen; abgerufen am 13. Januar 2019.
  11. ↑ Openings: Spaces – Surfaces Festival Venice 2018 Website Its Liquid; abgerufen am 13. Januar 2019.
  12. ↑ Artist Lock In 2017 (Memento vom 4. Februar 2019 im Internet Archive) Website ArtHouse Jersey; abgerufen am 13. Januar 2019.
  13. ↑ Prof. Dr. Siegfried Zielinski, ehemaliger Rektor der Hochschule (Memento vom 4. Februar 2019 im Internet Archive) Website Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe; abgerufen am 13. Januar 2019.
  14. ↑ Alain Fleischer – Biography (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) Website Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains; abgerufen am 13. Januar 2019.
  15. ↑ Titel – Warschauer Punk Pakt Website Ventil Verlag; abgerufen am 19. Januar 2019.
  16. ↑ Recent Publication – Open Fields. Art and Science Research Practices in the Network Society Website RIXC center for new media culture; abgerufen am 19. Januar 2019.
  17. ↑ Atlas of MediaThinking and MediaActing in Berlin Website transmediale/art & digitalculture – Kulturprojekte Berlin; abgerufen am 19. Januar 2019.
  18. ↑ Neuerscheinung – Band 2 – Forum zur Genealogie des MedienDenkens Website Forum zur Genealogie des MedienDenkens; abgerufen am 19. Januar 2019.
  19. ↑ Roman Lipski (Memento vom 4. Februar 2019 im Internet Archive) Website Atlas Sztuki; abgerufen am 19. Januar 2019.
  20. ↑ Punkopera-Trailer. Vimeo Filmtrailer; abgerufen am 23. Januar 2019.
  21. ↑ Filme – Tarot Reading Website von Aneta Panek; abgerufen am 23. Januar 2019.
  22. ↑ Programm – So. 01.11.15 Website Club der polnischen Versager; abgerufen am 23. Januar 2019, Filme – Der Polnische Famipirismus Website von Aneta Panek; abgerufen am 23. Januar 2019.
  23. ↑ Kowalski & Schmidt – Die Jahrhunderte des Punks RBB Fernsehen; abgerufen am 23. Januar 2019.
  24. ↑ Schulfernsehen – Mein Himmel ist voller Musik Website Bayerischer Rundfunk; abgerufen am 23. Januar 2019.