| Anfo | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Lombardei | |
| Provinz | Brescia (BS) | |
| Lokale Bezeichnung | Ànf | |
| Koordinaten | 45° 46′ N, 10° 30′ O | |
| Höhe | 400 m s.l.m. | |
| Fläche | 23,83 km² | |
| Einwohner | 439 (31. Dez. 2025) | |
| Postleitzahl | 25070 | |
| Vorwahl | 0365 | |
| ISTAT-Nummer | 017005 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Anfesi | |
| Schutzpatron | Santi Pietro e Paolo | |
| Website | www.comune.anfo.bs.it | |
Anfo (lombardisch Ànf) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 439 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in der Provinz Brescia, Region Lombardei. Die Gemeinde gehört zur Comunità Montana della Valle Sabbia.

Anfo liegt etwa 32,5 Kilometer nordnordöstlich der Provinzhauptstadt Brescia im Val Sabbia am Westufer des Idrosees auf einer Höhe von 400 m s.l.m. Der Ort entstand auf dem Schwemmkegel des Torrente Re, der Anfo in zwei Hälften aufteilt. Die fast 24 km² große Gemeinde besitzt keine Fraktionen.
Das Toponym wurde erstmals 1086 als Anpho urkundlich erwähnt. Nach Wilhelm Schulze könnte sich der Ortsname von dem römischen Gentilnamen Amphius ableiten. Drei in der Umgebung gefundene römische Gedenksteine könnten auf einen solchen römischen Bezug hinweisen.


Anfo hat seine Entstehung verschiedenen Ordensgemeinschaften zu verdanken. Im 10. Jahrhundert waren es die Mönche der Abtei San Pietro al Monte, die das Land urbar machten. Später ging die Siedlung in den Besitz der Abtei San Nicola in Rodengo über, bevor sie an die Olivetaner aus Brescia fiel.
In der Folge teilte Anfo das Schicksal des Val Sabbia. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts legten die Visconti den Grundstein für die nördlich des Ortskerns gelegene Rocca d’Anfo. Nachdem die Republik Venedig 1427 bis in das Val Sabbia vordrang, wurde die Burg in der Mitte des 15. Jahrhunderts zu einer Renaissance-Festung ausgebaut.
Nach der Niederlage Venedigs in der Schlacht von Agnadello 1509 erhob sich die Bevölkerung 1512 gegen die französischen Besatzer und besetzte zunächst die Rocca d’Anfo, bevor das ganze Tal befreit wurde. Das weitere 16. Jahrhundert war von Streitigkeiten um die Fischrechte am Idrosee mit dem Nachbarort Bagolino gekennzeichnet. In den Streit schalteten sich auch die Lodron ein, die für Anfo Partei ergriffen. Die Lodron nutzten die Gelegenheit, um auch kurz in den Besitz der Rocca d’Anfo zu gelangen. Erst nach Eingreifen des Dogen konnte der Streit 1579 beigelegt werden.
Ein wichtiges Dokument des zivilen Lebens von Anfo sind die Statuten oder Kapitel der Vicinia, die wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert stammen. Sie wurden Mitte des 16. Jahrhunderts reformiert. Mit dem Untergang der Republik Venedig im Jahr 1797 wurde Anfo in den Bezirk XVII von Vestone eingegliedert. Die Franzosen modernisierten in der Folge die venezianische Festung und bauten sie wesentlich aus. Während des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieges nahm Anfo im Juli 1866 die in Montesuello verwundeten Garibaldiner auf.
Durch die Gemeinde führt entlang des Westufers des Idrosees die ehemalige Strada Statale 237 del Caffaro (heute die Provinzstraße SPBS 237) von Brescia nach Calavino.