Anita Beckers (* 1. Juni 1947; † 31. Juli 2025 in Darmstadt) war eine deutsche Galeristin. Sie gilt als eine der bedeutendsten Förderer von Video- und Medienkunst im deutschsprachigen Raum. Mit ihrer Galerie, die zunächst in Darmstadt und später in Frankfurt am Main beheimatet war, prägte sie seit den frühen 1990er-Jahren nachhaltig die Wahrnehmung, Professionalisierung und institutionelle Etablierung zeitbasierter Medien in der zeitgenössischen Kunst.
Anita Beckers intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst begann Ende der 1980er-Jahre. 1990 gründete sie zunächst einen Verlag für Editionen, der sich auf experimentelle grafische Arbeiten, Fotografie und Multiples konzentrierte.
1994 organisierte sie auf der Mathildenhöhe das Symposium Life is art enough, eine Initiative die versuchte Kunstformen ins Blickfeld zu rücken, die zu der Zeit noch am Rand standen: Zeitbasierte, flüchtige oder prozesshafte Arbeiten und erweiterte Kunstformen wie Performances.
Schon 1992 hatte sie begonnen, den Verlag schrittweise in eine Galerie zu überführen. 1995 folgte die offizielle Eröffnung in Darmstadt, bevor sie 1998 mit ihrer Galerie nach Frankfurt am Main umzog.
Die Galerie verstand sich als Ort, an dem traditionelle Kunstformen und neue Medien gleichberechtigt nebeneinander existieren konnten – zu einem Zeitpunkt, als Video- und Medienkunst im Kunstbetrieb noch oft als randständig galten. Ihre Galerie wurde zu einer der wenigen konstanten Plattformen im deutschsprachigen Raum, die Künstlern mit zeitbasierten oder digitalen Werkformen kontinuierliche Sichtbarkeit bot. Beckers verstand diese Kunstformen nicht als Nischenprojekte, sondern als zentrale Ausdrucksweisen der Gegenwart.
Sie präsentierte sie nicht nur in klassischen Galerieausstellungen, sondern auch in Kooperationen mit Festivals, Institutionen und Museen, wodurch viele der von ihr geförderten Künstler internationale Sichtbarkeit erhielten. Mit der Gründung der Videoplattform „blinkvideo“ 2012 rief Beckers gemeinsam mit Julia Sökeland die erste digitale Artothek für das bewegte Bild ins Leben.
Ihr kuratorischer Ansatz war geprägt von der Überzeugung, dass neue technische Möglichkeiten auch neue Formen der Wahrnehmung, des Erzählens und des politischen Ausdrucks schaffen. Zwischen 2013 und 2017 kuratierte sie die zentralen Medienkunstausstellungen der B3 Biennale des bewegten Bildes.
Zu den Künstlern, mit denen Anita Beckers eng zusammengearbeitet hat, gehören Yves Netzhammer, Björn Melhus, Daniel Canogar, Annegret Soltau, Peter Weibel und viele weitere.
Bis zu ihrem Tod im Jahr 2025 leitete Beckers die Galerie, die seit 2015 in der Frankfurter Innenstadt ansässig ist. Zahlreiche Ausstellungen der späten Jahre widmeten sich erneut den Kernthemen ihres Programms – darunter immersive Installationen, komplexe Bewegtbildräume oder experimentelle digitale Narrative.
Ihr Archiv, das sich seit vielen Jahren im ZADIK befindet, dokumentiert die Entwicklung der Medienkunst seit den 1990er-Jahren. Es steht zugleich für das Vermächtnis einer Galeristin, die neue Ausdrucksformen konsequent unterstützt und in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht hat.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beckers, Anita |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Galeristin |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1947 |
| STERBEDATUM | 31. Juli 2025 |
| STERBEORT | Darmstadt |