Anke Bockreis

Anke Bockreis (2016)

Anke Bockreis (* 1971 in Ludwigshafen am Rhein) ist eine deutsche Bauingenieurin mit Schwerpunkten im Bereich Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft.

Leben

Nach ihrem Abitur 1990 studierte Bockreis Bauingenieurswesen an der Technischen Hochschule Darmstadt. Dort war sie ab 1996 Doktorandin und nach der Promotion 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Abwassertechnik, Industrielle Stoffkreisläufe, Umwelt- und Raumplanung (WAR). Ihre Forschungsschwerpunkte waren unter anderem Geruchsemissionen im Zusammenhang mit der Abluftreinigung sowie die Entwicklung biologischer und mechanisch-biologischer Abfallbehandlungsverfahren. Parallel zu ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete sie von 2005 bis 2007 als Projektingenieurin bei der IGW – Ingenieurgemeinschaft Witzenhausen Fricke & Turk. Im Jahr 2007 absolvierte sie zudem einen Forschungsaufenthalt an der École des Mines d’Alès in Frankreich. Seit 2009 ist sie Professorin für Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement am Institut für Infrastruktur an der Universität Innsbruck.

Wirken

Bockreis forscht zu Kreislaufwirtschaft, Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement. Schwerpunkte ihrer Arbeit an der Universität Innsbruck sind die energetische sowie stoffliche Nutzung von biogenen Abfallströmen ebenso wie die ökologische Bewertung. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Verankerung in Normen und Regulierungen. Darüber hinaus berät sie Wirtschaft und Industrie und fördert den Transfer wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse in die Anwendung.

Mit besonderem Fokus auf Abfallvermeidung initiierte und begleitete Bockreis Projekte zur Reduktion von Einwegverpackungen und zur Förderung nachhaltiger Mehrwegsysteme, darunter das Projekt Coffee-to-go im MehrWegbecher (2016), das darauf abzielte, den Verbrauch von Einweg-Plastikbechern deutlich zu verringern. 2021 leitete sie die wissenschaftliche Begleitung des Rückbaus der Raiffeisen-Landesbank Tirol in Innsbruck nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und des Social Urban Mining.

Die Verankerung von Nachhaltigkeit an Österreichs Universitäten treibt Bockreis als Mitglied der Allianz Nachhaltiger Universitäten in Österreich voran. Als Wissenschaftlerin war sie am Projekt UniNEtZ (Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele) beteiligt.

Bockreis ist Vorstandmitglied im Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft, Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure und Beiratsmitglied von Africa UniNet, das Kooperationsprojekte zwischen österreichischen und afrikanischen Universitäten koordiniert und fördert.

Von 2012 bis 2020 war Bockreis Vizerektorin für Infrastruktur der Universität Innsbruck und von 2015 bis 2020 Geschäftsführerin der Uni-Holding der Universität Innsbruck. Seit 2024 ist sie Dekanin der Fakultät für Technische Wissenschaften.

Sie ist Mitgründerin und Gesellschafterin des 2014 gegründeten Spin-offs BioTreat GmbH.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

Commons: Anke Bockreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ A. Bockreis, I. Steinberg: Measurement of odour with focus on sampling techniques. In: Waste Management. Band 25, Nr. 9, Januar 2005, S. 859–863, doi:10.1016/j.wasman.2005.07.013 (elsevier.com [abgerufen am 1. März 2026]).
  2. ↑ I. Steinberg, C. Rohde, A. Bockreis, J. Jager: Increase of the purification efficiency of biofilters by the use of a complementary ionisation step. In: Waste Management. Band 25, Nr. 4, Januar 2005, S. 375–381, doi:10.1016/j.wasman.2005.02.014 (elsevier.com [abgerufen am 1. März 2026]).
  3. ↑ Neue Gesichter: Anke Bockreis. In: Universität Innsbruck. Abgerufen am 1. März 2026.
  4. ↑ FFG Innovationscamp - Kreislaufmanager*in im Bauwesen. In: Universität Innsbruck. Abgerufen am 1. März 2026.
  5. ↑ MehrWert für Innsbruck - Coffee-to-go im MehrWegbecher. In: Universität Innsbruck. Abgerufen am 1. März 2026.
  6. ↑ „Besser Kaffeetschln“ mit umweltfreundlichem Mehrwegbecher. In: Universität Innsbruck. 28. September 2018, abgerufen am 1. März 2026.
  7. ↑ Social Urban Mining. In: DAS RAIQA. Abgerufen am 1. März 2026.
  8. ↑ Anke Bockreis, Bernhard Kernegger, Bettina Knoflach, Helga Kromp-Kolb, Johann Stötter: Responsal ® forte ‐ die UniNEtZ -Metapher für Third Mission: Aktuelle Nachrichten. In: GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society. Band 34, Nr. 4, 30. Dezember 2025, ISSN 0940-5550, S. 303–303, doi:10.14512/gaia.34.4.107 (ingentaconnect.com [abgerufen am 1. März 2026]).
  9. ↑ ÖWAV - Vorstand. In: Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband. Abgerufen am 1. März 2026.
  10. ↑ Vorstand. In: Deutsche Gesellschaft für Abfall- und Kreislaufwirtschaft e.V. (DGAW). Abgerufen am 1. März 2026.
  11. ↑ Africa-UniNet Board. Abgerufen am 1. März 2026 (englisch).
  12. ↑ Über uns. In: Biotreat GmbH. Abgerufen am 1. März 2026.
  13. ↑ Frauen in der Umwelttechnik. In: Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik. Abgerufen am 1. März 2026.
  14. ↑ Anke Bockreis ausgezeichnet. In: Universität Innsbruck. 29. Juli 2021, abgerufen am 1. März 2026.