Anke Bosse

Anke Bosse (* 22. August 1961 in Hannover) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin.

Leben und Wirken

Nach dem Abitur studierte sie Germanistik, Komparatistik sowie Romanistik an den Universitäten Göttingen, Avignon und München. 1987 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Editionsphilologie am Institut für Komparatistik der Universität München. 1992 wechselte sie als wissenschaftliche Assistentin an die Universität Genf in der Schweiz. 1996 legte sie eine thèse d’état summa cum laude über den Nachlass zu Goethes West-östlichem Divan vor und erhielt die Venia legendi für neuere deutschsprachige Literatur.

1997 folgte sie einem Ruf auf den Lehrstuhl für Germanistik und Komparatistik an der Universität Namur in Belgien. 1998 bis 2010 war sie Direktorin des Instituts für deutsche Sprache und deutsche Literatur an der Universität Namur, 2010 bis 2015 Präsidentin der ProfessorInnen-Kurie, 2012 bis 2015 Mitglied der Generalversammlung der Universität Namur. Als Mitglied im Vorstand des belgischen Germanisten- und Deutschlehrerverbandes (BGDV) war sie 2000 bis 2015 Chefredakteurin der Zeitschrift für deutsche Sprache, Literatur und Kultur Germanistische Mitteilungen im Universitätsverlag Winter. 2015 folgte sie dem Ruf an die Universität Klagenfurt auf jene Professur für Neuere deutschsprachige Literatur, die mit der Leitung des Robert-Musil-Instituts für Literaturforschung und des Kärntner Literaturarchivs im Musil-Haus verbunden ist. Im November 2015 und März 2016 stellte sie ihre Pläne der Öffentlichkeit vor.

2012 optierte sie der Schweizer Nationalfonds in die AcademiaNet. Sie ist Gutachterin für den Belgischen Nationalfonds F.R.S.-FNRS, den Flämischen Nationalfonds FWO, den Schweizer Nationalfonds SNF, den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), den Kanadischen Nationalfonds für Geisteswissenschaften CRSH sowie für die germanistischen Zeitschriften Duitse Kroniek und Etudes germaniques.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind die deutschsprachige Literatur des 18. bis 21. Jahrhunderts (insbesondere der Goethe-Zeit), Archiv und Edition, Critique génétique und Schreibforschung, Intertextualität und Interkulturalität, Orientalismus, (inter-)mediale Fragestellungen, Digital Humanities. 1998 veranstaltete sie in Namur das erste internationale Kolloquium zu der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer. Des Weiteren kuratierte sie in Namur Ausstellungen über Thomas Bernhard, Peter Handke, Marlen Haushofer und Friederike Mayröcker. 1999 organisierte sie gemeinsam mit dem Goethe-Institut Brüssel das große Internationale Kolloquium zur Goethe-Rezeption in Europa.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Univ.-Prof. Dr. Anke Bosse. In: ORCID, abgerufen am 14. September 2026.
  2. ↑ Michael Cerha: Neue Impulse für Kärntens „starkes Literaturherz“. In: derstandard.at. 18. November 2015, abgerufen am 28. März 2017.
  3. ↑ Anke Bosse übernimmt Musilinstitut. In: kaernten.orf.at. 17. November 2015, abgerufen am 28. März 2017.
  4. ↑ Erwin Hirtenfelder: Anke Bosse wird Chefin des Musil-Instituts. In: kleinezeitung.at. 18. August 2015, abgerufen am 28. März 2017.
  5. ↑ Uschi Loigge: Klagenfurt: Anke Bosse hat mit Musil-Institut viel vor. In: kleinezeitung.at. 19. November 2015, abgerufen am 28. März 2017.
  6. ↑ Marianne Fischer: Interview: Anke Bosse: „Die Schätze müssen glänzen“. In: kleinezeitung.at. 17. März 2016, abgerufen am 28. März 2017.
  7. ↑ Prof. Dr. Anke Bosse - AcademiaNet. In: academia-net.de. 4. September 2012, abgerufen am 28. März 2017.
  8. ↑ Ausstellung Marlen Haushofer. Namur, 20. Oktober bis 16. November 1998. In: unamur.be. Abgerufen am 28. März 2017.
  9. ↑ Kolloquien und Ausstellungen. In: unamur.be. Abgerufen am 28. März 2017.
  10. ↑ Anke Bosse, Internationales Kolloquium zur Goethe-Rezeption in Europa. In: unamur.be. Abgerufen am 28. März 2017.
Personendaten
NAME Bosse, Anke
KURZBESCHREIBUNG deutsche Literaturwissenschaftlerin
GEBURTSDATUM 22. August 1961
GEBURTSORT Hannover