Anna Fusek

Anna Fusek (2025)

Anna Fusek (* 20. April 1981 in Prag, Tschechoslowakei) ist eine tschechisch-deutsche Musikerin und Musikpädagogin.

Leben und Wirken

Fusek studierte Blockflöte, Fortepiano sowie Barockvioline am Rotterdams Conservatorium, an der Hochschule der Künste Berlin und an der Schola Cantorum Basiliensis. Ebenfalls in Berlin an der Humboldt-Universität studierte sie Philosophie und Musikwissenschaft und wurde 2005 Magistra Artium mit einer Arbeit über den Philosophen Felix Weltsch (Prager Kreis). Weiterhin hat sie 2009 das „Summer Program“ im Fach Schauspiel an der American Academy of Dramatic Arts in New York absolviert. In den Jahren 2008–2012 hat sie bei Opernproduktionen am Theater Basel, an der Oper Köln, am Schlosstheater im Neuen Palais (Potsdam) und am Goethe-Theater Bad Lauchstädt als musikalische Assistentin von Andrea Marcon und Sergio Azzolini sowie als Regieassistentin von Ingo Kerkhof gearbeitet.

Als Multiinstrumentalistin leitet Fusek Ensembles, Barockorchester sowie auch Sinfonieorchester. Mit den Sinfonieorchestern Orchestra della Toscana (Florenz) und dem Orquesta Ciudad de Granada trat sie neben der leitenden Funktion als Solistin auf allen drei Instrumenten – der Blockflöte, der Violine und dem Klavier – auf.

Als Solistin trat sie mit Sinfonie- und Barockorchestern auf, beispielsweise der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Venice Baroque Orchestra, den Berliner Philharmonikern, dem WDR-Sinfonieorchester, dem Collegium 1704, den Bremer Philharmonikern, dem Barockorchester Il Pomo d’Oro, dem Dresdner Festspielorchester, dem Orquesta Barroca de Sevilla, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und der Kammerakademie Potsdam. Konzert-Tourneen führten sie neben Europa nach Nord- und Südamerika, nach Asien und nach Afrika.

Fusek ist außerdem als Performerin tätig, beispielsweise in ihrer eigenen Produktion „Alcinas Welt“ bei den Händel-Festspielen Halle und bei den Internationalen Händel-Festspielen in Karlsruhe, in der Rolle des „Amor“ in der Opernproduktion „La Calisto“ am Theater Basel und an der Frankfurter Oper, mit den Musiktheaterkompanien La Cage und Nico and the Navigators sowie in Kunst-Performances von Michael Kleine.

2016 entstand unter der Regie von Erika Hníková der Dokumentarfilm „Anna Fusek versus Black Intention Maki Ishiiho“ für das Tschechische Fernsehen, in dem sich Fusek mit dem Werk Black Intention des japanischen Komponisten Maki Ishii auseinandersetzt und unter anderem auf den Musiker Jiří Stivín trifft.

Seit 2017 beschäftigt sie sich mit ihrem Quartett „La Cosmologie de la Poire“ (zusammen mit Karsten Hochapfel, Nicolas Cambon und Gabriel Levasseur) auch mit Komposition und Improvisation. Für die Arbeit mit dem Quartett hat Fusek 2004/2005 ein Künstler-Stipendium an der Cité internationale des Arts in Paris bekommen.

Seit 2022 unterrichtete Fusek Blockflöte und Kammermusik an der Hochschule für Musik Nürnberg und am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig. Seit 2025 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Diskografie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Anna Fusek als neue Professorin für Blockflöte berufen. Abgerufen am 12. September 2026.
  2. ↑ Anna Fusek, personal e intransferible. In: Orquesta Ciudad de Granada. Abgerufen am 12. September 2026 (spanisch).
  3. ↑ IN REVIEW: German ensemble brings authenticity to Baroque masters. The Independent, abgerufen am 12. September 2026 (englisch).
  4. ↑ Vivaldi pur. In: deutschlandfunkkultur.de. 18. Oktober 2012, abgerufen am 12. September 2026.
  5. ↑ Andreas Schmidt: Dresdner Musikfestspiele: Festliches Weihnachtskonzert 2020 Kulturpalast Dresden, 12. Dezember 2020 (Live-Übertragung auf dreamstage.live). In: Klassik begeistert. 17. Dezember 2020, abgerufen am 12. September 2026.
  6. ↑ Renate Feyerbacher: „La Calisto“ von Francesco Cavalli in der Oper Frankfurt. Blog Archive. In: FeuilletonFrankfurt. Abgerufen am 12. September 2026.
  7. ↑ Anna Fusek versus Black Intention Maki Ishiiho - Můj pokus o mistrovský opus. Česká televize, abgerufen am 12. September 2026 (tschechisch).
  8. ↑ La cosmologie de la poire. In: Wopela. Abgerufen am 12. September 2026 (französisch).
  9. ↑ Anna Fusek als neue Professorin für Blockflöte berufen. Abgerufen am 12. September 2026.
Personendaten
NAME Fusek, Anna
KURZBESCHREIBUNG tschechisch-deutsche Musikerin
GEBURTSDATUM 20. April 1981
GEBURTSORT Prag, Tschechoslowakei