Radiärsymmetrische Blüte mit freien ausgebreiteten Kronblättern von Anoda cristataGestielte Blüte mit Kelchblättern von Anoda cristataHaltbarer Kelch, Frucht und Teilfrüchte von Anoda cristataSamen von Anoda cristataIllustration aus William Curtis: The Botanical Magazine, Volume 10, 1796, Tafel 330 von Anoda cristata
Vegetative Merkmale
Anoda-Arten sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder Halbsträucher. Die aufrechten bis niederliegenden Sprossachsen sind borstig oder mit Sternhaare flaumig behaart bis verkahlend.
Die wechselständig an den Sprossachsen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die früh abfallenden, unauffälligen Nebenblätter sind meist linealisch. Die Blattspreite sind im Umriss linealisch, lanzettlich, länglich oder eiförmig bis mit gestutzter, herzförmiger oder keilförmiger Basis und manchmal gelappt oder handförmig geteilt mit gekerbtem, gezähntem bis mehr oder weniger glattem Blattrand. Die Blattspreiten sind meist grün, manchmal mit einem unregelmäßigen purpurfarbenen Fleck entlang des Mittelnervs, manchmal weißlich-grau auf der Blattunterseite. Es sind keine Nektarien auf den Laubblättern vorhanden.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter können haltbar sein. Der Kelch ist nicht aufgeblasen und kann gerippt sein; es sind meist fünf oder zehn Nerven erkennbar. Die fünf Kelchzipfel sind eiförmig oder dreieckig mit gerundeter Basis und spitzem bis bespitztem oberen Ende. Die fünf freien, gelben bis lavedel- bis purpurfarbenen, selten weißen, Kronblätter sind ausgebreitet. Die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden gelblichen Röhre verwachsen, der sogenannten Columna, aber der obere Bereich der Staubfäden ist frei; sie überragen die Blütenkrone nicht. Die 5 bis 19 Fruchtblätter bilden einen oberständigen Fruchtknoten. Jedes Fruchtblatt enthält drei mehr oder weniger hängende Samenanlagen. Die 5 bis 19 oder 20 schlanken Griffel-Äste enden jeweils meist abrupt in kahlen, kopfigen Narben; sie überragen meist die Staubblätter.
An der Frucht ist manchmal ein haltbarer Kelch vorhanden. Die aufrechte, abgeflachte oder diskusähnliche Spaltfrucht ist flaumig bis borstig behaart, nicht aufgeblasen und nicht verhärtend; sie zerfällt in 5 bis 19 oder 20 Teilfrüchte. Die einkammerigen Teilfrüchte können einen Sporn oder Dorn an der Rückenkante besitzen, öffnen sich bei Reife unregelmäßig an den sich auflösenden Seitenwänden und enthalten nur einen Samen. Die kahlen oder flaumig behaarten Samen sind manchmal vom haltbaren, netzartigen Endokarp umgeben.
Die Gattung Anoda wurde 1785 durch Antonio José Cavanilles in Dissertatio botanica de Sida ..., 1, S. 38 aufgestellt. Der Gattungsname Anoda stammt vom Trivialnamen in der Sprache Ceylones, der für eine Abutilon-Art verwendet wurde, er wurde von Burman im Thesaurus Zeylanica notiert und von Cavanilles verwendet. (Es gibt andere Ideen wie es zu diesem Gattungsnamen kommen könnte). Synonyme für AnodaCav. sind: CavanilleaMedik., Sidanoda (A.Gray) Wooton & Standl. Als Lectotypusart wurde Anoda hastataCav. gewählt, dies ist aber ein Synonym von Anoda cristata(L.) Schltdl. Fryxell hat 1987 zehn Arten erstbeschrieben.
Äußere Systematik
Die Gattung Anoda gehört zur Tribus Malveae in der Unterfamilie Malvoideae innerhalb der Familie Malvaceae. Innerhalb dieser Verwandtschaftsgruppe wird die Stellung und Umfang der Gattungen noch diskutiert.
Arten und ihre Verbreitung
Die Arten gedeihen in den subtropischen bis tropischen Gebieten der Neotropis – von den südwestlichen US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico sowie Texas über Mexiko, Mittelamerika und das westliche Südamerika bis ins nördliche Argentinien und südliche Chile. Alle Arten kommen in Mexiko – es ist das Zentrum der Artenvielfalt. Nur sechs Arten kommen auch außerhalb von Mexiko vor.
Es gibt etwa 24 Arten:
Anoda abutiloidesA.Gray: Sie kommt in Arizona und im nördlichen bis westlichen Mexiko vor.
Anoda acerifoliaCav. (Syn.: Sida acerifolia(Cav.) Medik., Anoda acerifoliaDC. nom. illeg., Anoda zuccagnii(Spreng.) Fryxell, Sida acerifoliaZuccagni nom. illeg, Sida zuccagniiSpreng.): Sie ist von Mexiko über Guatemala bis Honduras sowie auf karibischen Inseln verbreitet und kommt auf den Galapagosinseln vor.
Anoda crenatifloraOrtega: Sie ist vom südlichen Arizona bis westlichen Texas und in Mexiko verbreitet.
Anoda cristata(L.) Schltdl. (Syn.: Anoda lavateroidesMedik. nom. illeg. superfl., Sida cristataL., Anoda acerifolia var. minorifloraHochr., Anoda arizonicaA.Gray, Anoda arizonica var. digitataA.Gray, Anoda brachyanthaRchb., Anoda cristata var. albifloraHeuchr., Anoda cristata var. brachyantha(Rchb.) Hochr., Anoda cristata var. digitata(A.Gray) Heuchr., Anoda cristata var. typicaHochr., Anoda dillenianaCav., Anoda fernandezianaSteud., Anoda hastataCav., Anoda incarnataSpreng. ex Steud., Anoda populifoliaPhil., Anoda triangularis(Humb. & Bonpl. ex Willd.) DC., Anoda triangularis var. digitata(A.Gray) B.L.Rob., Anoda trilobaCav., Cavanillea hastata(Cav.) Medik., Sida centrotaSpreng., Sida deltoideaHornem., Sida dilleniana(Cav.) Willd., Sida hastataSims, Sida hastata(Cav.) Willd., Sida mexicanaScop., Sida quinqueangulataD.Dietr., Sida quinquelobaDC., Sida quinquelobaMoc. & Sessé nom. illeg., Sida suberosaSteud., Sida triangularisHumb. & Bonpl. ex Willd.): Sie ist in der Neotropis weitverbreitet und in der Paläetropis ein Neophyt. Sie gilt als invasive Pflanzenart. Sie wird als Zierpflanze verwendet. Ein deutschsprachiger Trivialname ist Kamm-Sommermalve.
Anoda guatemalensisFryxell: Sie kommt in von den mexikanischen Bundesstaaten Puebla, Oaxaca sowie Chiapas bis Guatemala vor.
Anoda henricksoniiM.C.Johnst.: Sie wurde 1983 aus dem nordöstlichen Mexiko erstbeschrieben.
Anoda hintoniorumFryxell: Sie kommt vom zentralen bis südwestlichen Mexiko vor.
Anoda hirtaFryxell: Sie kommt vom nördlichen bis westlichen Mexiko vor.
Anoda lanceolataHook. & Arn.: Sie kommt in Arizona sowie Texas und in Mexiko vor.
Anoda leonensisFryxell: Sie wurde 1987 aus dem nordöstlichen Mexiko erstbeschrieben.
Anoda speciosaFryxell: Dieser Endemit kommt nur in der Nähe von Toluca im mexikanischen Bundesstaat México vor.
Anoda succulentaFryxell: Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Sinaldo, Chihuahua sowie Nayarit vor.
Anoda thurberiA.Gray: Sie kommt von Arizona sowie New Mexico bis Mexiko vor.
Quellen
Literatur
Paul A. Fryxell: Revision of the genus Anoda (Malvaceae). In: Aliso, Volume 11, Issue 4, 1987, S. 485–522. PDF.
David M. Bate: Chromosome Numbers and Evolution in Anoda and Periptera (Malvaceae). In: Aliso, Volume 11, Issue 4, 1987, S. 523–531. .
Paul A. Fryxell: The American genera of Malvaceae ... II. In: Brittonia, Volume 49, 1997, S. 220.
Clodomiro Marticorena, Roberto Rodríguez (Hrsg.): Flora of Chile, Volume 1, 1995, S. 239–240. PDF.
Paul A. Fryxell, Steven R. Hill: Malvoideae Burnett. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 6: Magnoliophyta: Cucurbitaceae to Droseraceae. Oxford University Press, New York und Oxford, 2015, ISBN 978-0-19-534027-3. Anoda Cavanilles. - textgleich online wie gedrucktes Werk.
12345678910111213
Marquise Gates: The family Malvaceae (sensu stricto) in Texas. Master's thesis der Texas State University, 2022. PDF, Anoda auf S. 27.
↑
Daniel David Díaz-Contreras, Ramiro Cruz Durán: Una especie nueva de Anoda de Guerrero, México. In: Revista mexicana de biodiversidad, Volume 85, Issue 2014, S. 678. doi:10.7550/rmb.34798
Weblinks
Commons: Anoda– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien