Es sind meist verholzende Pflanzen und wachsen als Halbsträucher, Sträucher oder Bäume, seltener sind es krautige Pflanzen. Die Sprossachsen sind aufrecht oder niederliegend. Die oberirdischen Pflanzenteile sind oft mit Sternhaaren, manchmal mit Drüsenhaaren behaart (Indument). Im Bast sind die Bastfasern fest.
Die wechselständig und oft zweizeilig angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert, seltener sind sie mehr oder weniger sitzend. Die meist symmetrischen oder selten asymmetrischen Blattspreiten sind meist einfach manchmal handförmig gelappt oder geteilt und die Blattränder sind gesägt, gezähnt oder glatt. Meist liegt Fiedernervatur vor. An den Laubblättern sind meist keine extrafloralen Nektarien vorhanden. Es sind Nebenblätter vorhanden.
Bei vielen Gattungen ist ein Nebenkelch vorhanden. Es kommt Monözie und/oder seltener Diözie vor, selten sind Arten einhäusig getrenntgeschlechtig. Die Blüten können eingeschlechtig oder meist zwittrig sein. Die meist radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig und besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die fünf meist haltbaren Kelchblätter sind mehr oder weniger verwachsen. Die fünf Kronblätter sind meist untereinander frei oder an ihrer Basis verwachsen, aber oft mit der Staubblattröhre verwachsen. Es ist kein Androgynophor ausgebildet.
Bei der Unterfamilie Malvoideae sind bei den fünf bis vielen Staubblätter die Staubfäden zu einer den Stempel umgebenden Röhre (Columna) verwachsen und manchmal ist die Staubblattröhre am oberen Ende gezähnt; nur bei Sidalcea sind sie in mehreren Kreisen angeordnet. Die Staubbeutel ist nur eine Theka vorhanden. Es sind meist kein Staminodien vorhanden oder es befinden sich fünf, als Zähne am oberen Ende der Staubblattröhre. 3 bis 40 Fruchtblätter sind zu einem oberständischen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtblatt sind ein oder viele Samenanlagen vorhanden. Der Griffel kann einfach oder mehrästig sein. Es gibt gleich oder doppelt soviele Narben wie Fruchtblätter. Die Narben sind gestutzt, kopfig, linealisch oder fadenförmig.
Die Früchte sind selten Beeren (nur bei Malvaviscus) oder drei- bis fünffächerige Kapselfrüchte; es sind meist Spaltfrüchte mit fünf bis vielen keilförmigen Teilfrüchten oder balgfruchtähnlichen Segmenten. Manchmal sind die Fruchtblätter in zwei Fächer geteilt und dann öffnen sie sich bei Reife, aber selten sind es Schließfrüchte. Die Früchte enthalten 2 bis 30 Samen. Die kahlen oder behaarten Samen sind oft nierenförmig.
Die Unterfamilie der Malvoideae umfasst 78 bis 110 bis 116 Gattungen mit etwa 1800 Arten. Die artenreichste Gattung innerhalb dieser Unterfamilie ist mit etwa 550 Arten Hibiskus (Hibiscus). Die Unterfamilie Malvoideae wird in vier oder fünf Tribus untergliedert; zwei weitere Gattungen werden keiner Tribus zugeordnet: Die Gliederung ist allerdings in großen Teilen überholt und muss angesichts vor allem genetischer Ergebnisse tiefgreifend überarbeitet werden.
Tribus Malveae J.Presl: Sie enthält etwa 69 Gattungen:
BriquetiaHochr.: Die etwa vier Arten sind in der Neuen Welt verbreitet.
BriquetiastrumBovini: Sie wurde 2015 aufgestellt für drei Arten die aus der Gattung Briquetia ausgegliedert wurden und in der Neuen Welt verbreitet sind.
Baumwolle (GossypiumL.): Die artenreichste Gattung der Tribus: gegliedert in vier Untergattungen mit etwa 50 Arten. Die Verbreitung ist pantropisch, meist in aridenHabitaten.
Tropeneibische (ThespesiaSol. ex Corrêa): Die seit 2016 nur noch 16 Arten sind in der Paläotropis weitverbreitet.
Tribus Hibisceae Rchb. (Syn.: Kydieae): Sie enthält 27 bis 33 Gattungen:
AbelmoschusMedik.: Die etwa 15 Arten gedeihen in tropischen und subtropischen Gebieten in der östlichen Hemisphäre. Manche Arten werden Bisameibisch genannt. Hierher gehört z.B.:
Hibiskus (HibiscusL.): Je nach Autor enthält diese Gattung 300 bis über 500 Arten. Der Umfang dieser in den meisten Untersuchungen als polyphyletisch bezeichneten Gattung wird kontrovers diskutiert.
MalvaviscusFabr.: Die etwa fünf Arten sind in der Neotropis verbreitet.
Beerenmalve (Malvaviscus arboreus) Dill. ex Cav.: Aus Mittelamerika bis Peru, Kolumbien, Venezuela.
MegistostegiumHochr.: Die etwa drei Arten auf Madagaskar vor.
NayariophytonT.K.Paul: Sie enthält nur eine Art:
Nayariophyton zizyphifolium(Griffith) D.G.Long & A.G.Miller: Sie ist in Indien, Bhutan, Thailand und im südlichen China nur in Zhenkang im südwestlichen Yunnan verbreitet.
TaliparitiFryxell (wird von manchen Autoren auch zu Hibiscus gerechnet): Die 17 bis 24 Arten sind in den Tropen, hauptsächlich in Südostasien verbreitet. Darunter:
B. E. Pfeil, M. D. Crisp: What to do with Hibiscus? A proposed nomenclatural resolution for a large and well known genus of Malvaceae and comments on paraphyly. In: Australian Systematic Botany, Volume 18, Issue 1, 2005, S. 49–60. doi:10.1071/SB04024online.
Fabiola Areces-Berazain, James D. Ackerman: Diversification and fruit evolution in eumalvoids (Malvaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 184, Issue 4, August 2017, S. 401–417. doi:10.1093/botlinnean/box035online.
↑Malvoideae bei Tropicos.org.Missouri Botanical Garden, St. Louis,abgerufen am 12.Januar 2014.
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Fabiola Areces-Berazain, James D. Ackerman: Diversification and fruit evolution in eumalvoids (Malvaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 184, Issue 4, August 2017, S. 401–417. doi:10.1093/botlinnean/box035online.
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Matheus Colli-Silva, Oscar A. Pérez-Escobar, Carlos D. M. Ferreira, Maria T. R. Costa, Samuele Gerace, Thales S. Coutinho, Vania N. Yoshikawa, Higor Antonio-Domingues, Rebeca Hernández-Gutiérrez, Massimo G. Bovini, Marília C. Duarte, Martin Cheek, Mark W. Chase, Michael F. Fay, Maarten J. M. Christenhusz, Laurence J. Dorr, Cleo Schoeplein, Marcella Corcoran, Shyamali Roy, Alexandre Antonelli: Taxonomy in the light of incongruence: An updated classification of Malvales and Malvaceae based on phylogenomic data. In: Taxon, Volume 74, Issue 2, 2025, S. 361–385. doi:10.1002/tax.13300
↑Malvoideaeim Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.Abgerufen am 12. Januar 2014.
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Massimo G. Bovini: Briquetiastrum: a new genus of Malvaceae and the redefinition of Briquetia. In: Anales del Jardín Botánico de Madrid, Volume 72, Issue 2, 2015, (e022). doi:10.3989/ajbm.2391
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Fabiola Areces-Berazain, Jame D. Ackerman: Phylogenetics, delimitation and historical biogeography of the pantropical tree genus Thespesia (Malvaceae, Gossypieae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 181, Issue 2, Juni 2016, S. 171–198. doi:10.1111/boj.12414
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Margaret M. Hanes, Orland J. Blanchard Jr., Janice Valencia-D., Todd McLay, J. Richard Abbott, Stuart F. McDaniel, Russell L. Barrett, Sarah Mathews, Kurt M. Neubig: Phylogenetic Relationships Within Tribe Hibisceae (Malvaceae) Reveal Complex Patterns of Polyphyly in Hibiscus and Pavonia. In: Systematic Botany, Volume 49, Issue 1, 2024, S. 77–116. doi:10.1600/036364424X17114831879189
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