
Antoine Poncet (* 5. Mai 1928 in Paris; † 13. August 2022 in Meudon) war ein französisch-schweizerischer Bildhauer.
Poncet wuchs in einem künstlerischen Umfeld auf, er ist Enkel des Malers Maurice Denis und Sohn des Schweizer Glasmalers Marcel Poncet. Mit 14 Jahren entdeckte er die Bildhauerei, zunächst bei Casimir Reymond in Lausanne, dann bei Germaine Richier in Zürich. Von 1942 bis 1945 war er Schüler an der École des Beaux-Arts in Lausanne. Als Stipendiat des französischen Staates kehrte er nach Paris zurück, wo er sich 1948 endgültig niederließ. Poncet wurde Schüler von Ossip Zadkine und Marcel Gimond. Von 1953 bis 1955 arbeitete er als Assistent von Hans Arp in dessen Atelier – eine Erfahrung, die ihn tief prägte. Poncet war mit Constantin Brâncuși und Henri Laurens bekannt und mit Alicia Penalba, Étienne-Martin und François Stahly freundschaftlich verbunden.
1952 war Poncet auf den Salons de la Jeune Sculpture, den Réalités Nouvelles und dem Salon de Mai vertreten. 1956 nahm er an der Biennale von Venedig teil. Im folgenden Jahr erhielt er den Prix André Susse der Académie des Beaux-Arts. Seine erste Einzelausstellung hatte Poncet 1956 in der Galerie Iris Clert in Paris. In der Folge war er an zahlreichen Veranstaltungen beteiligt. Poncet war Mitglied der Jury des Bourdelle-Preises (1960–1965). In den Jahren 1961 bis 1965 nahm Poncet an den Biennalen von Antwerpen und Middelheim teil und 1963 am Skulpturensymposium von Manazuru (Japan). 1969 war er Vorsitzender des Komitees des „Salon de Mai“.
Poncet war Mitglied der Académie des Beaux-Arts, Paris, und 2009 deren Präsident. Er war Vorsitzender des Verwaltungsrats der Fondation Jean Arp und der „Amis d’Antoine Bourdelle“.
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Zu den mit «K» gekennzeichneten Ausstellungen erschien ein Katalog.
Poncets schuf zunächst figurative Bildwerke, erst die Begegnung mit Hans Arp führte ihn 1952 in die Abstraktion. Poncets Werk weist denn auch eine Nähe zum Biomorphismus Hans Arps auf, wobei sich seine Skulpturen diesem gegenüber jedoch durch schärfere Kanten und Formspitzen auszeichnen. Erkennbar ist auch der Einfluss der Formensprache Constantin Brâncușis. Poncets Skulpturen erscheinen als glatte Volumenformen, die – gleichsam wie unter dem Einfluss von Wind, einer Wasserströmung oder der Hitze eines Feuers – sich wölben, dehnen oder biegen. Unter Wahrung einer ihnen eigenen Körperspannung greifen die Volumina dabei in den Raum aus oder schwingen sich auf; zur scheinbaren Bewegungsrichtung hin laufen sie häufig, Blättern nicht unähnlich, in Flächenformen aus. Die Linienführung wird hierbei mitunter durch Kanten betont, und Durchbrüche verleihen der massiven Form eine gewisse Leichtigkeit. Poncet arbeitete zumeist in Bronze und Marmor, deren Oberfläche er häufig aufwendig polierte.
„In der Natur, im Leben ist alles Bewegung. Wie beim Seiltänzer muss man, sobald man den ersten Schritt gewagt hat, bis zum Ende weitergehen und dabei stets das Gleichgewicht suchen. Dieses Gleichgewicht ist für die Bildhauerei unverzichtbar: Mit den Handflächen schiebt man alles beiseite, was übersteht und zum Sturz führen könnte, und hält so in der sichtbaren Hülle dieses seltene und unerklärliche Leben fest, wie das Wasser, das zwischen zwei Ufern fließt.
Ich bringe in diese Arbeit meinen eigenen Rhythmus ein, meinen natürlichen Atem; mein Abenteuer hat nichts mit der Hektik unserer Zeit zu tun. In meinen Skulpturen liegt eine gewisse Sinnlichkeit, die sich langsam entfaltet, denn Sinnlichkeit ist niemals schnell.“
„Glatt, schimmernd, wie Steine, die die Geduld, die Meisterschaft und das tiefe Bedürfnis des Bildhauers nach Harmonie langsam gewaschen hätten; als kämen sie aus dem Wasser, doch anders als die Venus es tat, und aus einer anderen Art von Wasser; aus einem Wasser, das einem Traum gleicht, dem beharrlichen Traum eines ganzen Lebens.“
Poncet schuf zahlreiche monumentale Werke für den öffentlichen Raum.
Beispiele für weitere großformatige Werke von Poncet, die im Zusammenspiel mit Architektur vor allem in Frankreich, der Schweiz und in den Vereinigten Staaten, aber auch in Japan, China und Singapur zur Aufstellung kamen, sind:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Poncet, Antoine |
| KURZBESCHREIBUNG | französisch-schweizerischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 5. Mai 1928 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 13. August 2022 |
| STERBEORT | Meudon |