Antoine Volodine

Antoine Volodine (2014)

Jean Desvignes ist ein französischer Schriftsteller, der vor allem unter seinem nom de plume Antoine Volodine bekannt wurde. Weitere Pseudonyme des Autors sind Elli Kronauer, Manuela Draeger, Lutz Bassmann und Infernus Iohannes. Er ist Sohn der Schriftstellerin Lucette Desvignes.

Biografie

Über Desvignes Geburtsdatum und -ort gibt es widersprüchliche Angaben: so wurde er entweder 1949 in Lyon oder 1950 in Chalon-sur-Saône geboren. Nach seinem Literaturstudium brachte er sich Russisch bei. Er schloss sich 1986 der Science-Fiction-Autorengruppe Limite an und widmete sich ab 1987 dem Schreiben und Übersetzen. Seine Romane erschienen auf Französisch bei den Verlagen Minuit, Éditions Gallimard, Seuil, Verdier und bei Denoël in der Reihe „Présence du futur“.

Schreiben

Desvignes gab seiner Art der Literatur den Namen „Post-Exotismus“ und beruft sich auf den magischen Realismus sowie auf das politische Schreiben, wobei die Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires und insbesondere deren Zeitschrift Commune prägend für diese Art der Literatur waren. So verbindet Desvignes in seinen post-exotistischen Werken oft das Politische mit dem Traumhaften oder Surrealen. In seinen Büchern ist häufig das Motiv von Geistern der Vergangenheit, welche seine Figuren in der Gegenwart heimsuchen, zu finden. Bezugnehmend auf Schamanismus und Buddhismus entwirft er so Akteure, die nach ihrem Tod noch auf der Erde weilen. Oft sind die Geschichten zudem in einer totalitären und dystopischen Welt angesiedelt, die eine Auseinandersetzung Desvignes' mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts darstellen, insbesondere mit dessen Revolutionen, Revolten und Genoziden.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit hat er literarische Werke aus dem Russischen ins Französische übersetzt, darunter Werke von Eduard Limonow, Arkadi und Boris Strugatski, Wiktorija S. Tokarewa, Alexander Ikonnikow und Maria Sudajewa (die möglicherweise ein weiteres Pseudonym von Volodine ist).

Auszeichnungen

1987 gewann er den Grand Prix de l’Imaginaire. „Des anges mineurs“, eines seiner bekanntesten Werke, wurde mit dem Prix du Livre Inter und dem Prix Wepler ausgezeichnet. Für „Terminus radieux“ erhielt er 2014 den Prix Médicis.

Werke

Auf Deutsch erschienen

Einzelnachweise

  1. ↑ Volodine. (ricochet-jeunes.org [abgerufen am 4. August 2026]).
  2. ↑ Encyclopædia Universalis: Biographie d'ANTOINE VOLODINE (1950- ). Abgerufen am 4. August 2026 (französisch).
  3. ↑ Yann Etienne: Antoine Volodine : « Le cœur qui bat au centre de toute narration post-exotique est carcéral » (Les Filles de Monroe). In: DIACRITIK. 19. August 2021, abgerufen am 4. August 2026 (französisch).
  4. ↑ Wolfgang Asholt: Frankreich erzählt (sich) – Ein Land im Spiegel der Literatur. In: Bürger & Staat. ISSN 0007-3121, S. 285.
Personendaten
NAME Volodine, Antoine
ALTERNATIVNAMEN Desvignes, Jean; Kronauer, Elli; Draeger, Manuela; Bassmann, Lutz; Iohannes, Infernus
KURZBESCHREIBUNG französischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert