Anton Fredebeul

Anton Fredebeul (* 9. November 1833; † 9. April 1893 in Essen) war ein deutscher Buch- und Kunsthändler sowie Mitbegründer der Essener Volkszeitung.

Leben und Wirken

Der in Westfalen geborene Anton Fredebeul war mit Anna Fredebeul (* 21. März 1843, † 27. April 1913) geborene Kampmann verheiratet, die als Verlagsbuchhändlerin ebenfalls im Verlag Fredebeul & Koenen tätig war. Sie hatten eine Tochter namens Aenne (1872–1926).

Anton Fredebeul erlernte ab 1847 das Buchhändlerfach bei der Nasse’schen Buchhandlung in Soest, wo er bis 1859 beschäftigt war. Eine weitere Anstellung fand er beim Verlag Ferdinand Schöningh in Paderborn sowie als Geschäftsführer im Verlag J. L. Romen in Emmerich am Rhein, wo er seinen Freund Hugo Koenen (* 2. Dezember 1841, † 8. Juni 1899), Vater des Zeitungsverlegers Hugo Koenen, kennenlernte. Mit ihm gründete er eine katholische Buchhandlung und kurz darauf die erste katholische Tageszeitung für die aufstrebende Industriestadt Essen. Die katholische Tageszeitung stand damit der liberalen Presse, in der sich katholikenfeindliche Tendenzen gebildet hatten, entgegen. Am 26. Oktober 1866 wurde Fredebeul von der Königlichen Regierung in Düsseldorf die Konzession zur Führung einer Buchhandlung erteilt. Die Gründung des Fredebeul & Koenen benannten Verlags erfolgte am 1. Dezember 1866 im Haus der Limbecker Straße 65. Ab 1. Januar 1868 erschien die von Fredebeul und seinem Freund Hugo Koenen gegründete Essener Volkszeitung zunächst drei Mal pro Woche und ab 1. April 1868 werktäglich. Ab 28. November 1885 erschien zudem die Wochenzeitung Christliche Familie im Verlag Fredebeul & Koenen.

Fredebeul setzte sich führend für das katholische Leben in der Stadt Essen ein und war Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Gertrud. 1881 wurde er in den Verwaltungsrat der Kranken-Pflegeanstalt der barmherzigen Schwestern von St. Elisabeth, dem Vorgänger des heutigen Elisabeth-Krankenhauses, gewählt. In vielen weiteren Organisationen und Vereinen war er Vorsitzender, Mitglied oder Vorstandsmitglied. Zudem war er Schiedsmann im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen.

Anton Fredebeul starb am 9. April 1893 im Alter von 59 Jahren nach sechs Krankheitstagen an Lungenentzündung in Essen. Am 12. April des Jahres erfuhr er beim Trauermarsch von der St.- Gertrud-Kirche zum Alten Friedhof Segeroth große Anteilnahme der Geistlichkeit und der Öffentlichkeit. Später wurde die Familiengruft auf den Essener Ostfriedhof umgebettet, wo sie bis heute besteht.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Erwin Dickhoff: Essener Köpfe. 2. Auflage, Klartext, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1.
  2. ↑ Essener Volkszeitung vom 24. Juli 1881
  3. ↑ Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen, abgerufen am 27. Februar 2026
  4. ↑ Grabstätte auf dem Ostfriedhof Essen
Personendaten
NAME Fredebeul, Anton
KURZBESCHREIBUNG deutscher Buch- und Kunsthändler, Verleger
GEBURTSDATUM 9. November 1833
STERBEDATUM 9. April 1893
STERBEORT Essen