Aron „Anton“ Iwanowitsch Lessing (russisch Антон Иванович Лессинг, wiss. Transliteration Anton Ivanovič Lessing; * 21. Mai 1840 in Mühlhausen; † 3. April 1915 in Oberlahnstein) war ein deutsch-russischer Unternehmer.

Aron Lessing stammte aus einer jüdischen Familie in Franken. Er war der älteste Sohn des Mühlhausener Hopfenhändlers Samuel Moses Lessing (1808–1887), und seiner Frau Rosette, geb. Fröhlich (1810–1882). Der spätere Brauereibesitzer Simon Lessing (1843–1903) war sein Bruder.
In Frankfurt am Main heiratete Lessing 1872 die Belgierin Lydia de Cuyper († 1904), die Witwe des Journalisten Victor Cappellemans, Chefredakteur des Journal de Saint-Pétersbourg, und Tochter des Mathematikers Antoine de Cuyper, Rektor der Universität Lüttich. Aus der Ehe gingen vier Töchter und vier Söhne hervor, darunter der spätere Industrielle und Kommunalpolitiker Walter (1881–1967), Vater des Verbandsfunktionärs Clemens Lessing, und Gottfried Lessing (* 1877), der Vater des Diplomaten Gottfried Lessing und der Kulturpolitikerin Irene Gysi sowie Großvater der Schauspielerin Gabriele und des Politikers Gregor Gysi.
Sein Familiengrab wurde zwischen 1904 und 1915 auf dem mittlerweile aufgelassenen Alten Friedhof in Oberlahnstein gebaut und steht unter Denkmalschutz.
Lessing ging nach Russland, um industrielle Unternehmungen zu gründen. In den von ihm mitverwalteten Bergwerken arbeiteten 40.000 Menschen. Lessing war 1871 Mitbegründer der Kolomnaer Maschinenbau-AG und im Jahre 1885 hatte er zusammen mit einem russischen Fürsten die Gesellschaft Wyksunsker Bergwerke gegründet.
Seit 1872 lebte er in Oberlahnstein und war dort auch politisch tätig. Für die Nationalliberale Partei kandidierte er bei der Reichstagswahl 1898 im Reichstagswahlkreis Regierungsbezirk Wiesbaden 3, konnte sich aber in der Parteihochburg des Zentrums nicht gegen den langjährigen Reichstagsabgeordneten Ernst Lieber durchsetzen.
Er war Ehrenbürger von Mühlhausen und Oberlahnstein und wurde zum königlich-preußischen und kaiserlich-russischen Kommerzienrat ernannt.
Im Jahr seines Todes 1915 veröffentlichte Lessing zwei Hefte in der Reihe Deutsche Kriegsschriften des Bonner Verlags Marcus & Weber.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lessing, Anton |
| ALTERNATIVNAMEN | Lessing, Anton Iwanowitsch (vollständiger Name); Лессинг, Антон Иванович (russisch); Lessing, Anton Ivanovič (wissenschaftliche Transliteration); Lessing, Aron |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-russischer Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 21. Mai 1840 |
| GEBURTSORT | Mühlhausen (Mittelfranken) bei Bamberg |
| STERBEDATUM | 3. April 1915 |
| STERBEORT | Oberlahnstein |