Anton Reichel

Anton Reichel, Miniaturmalerei von Rudolf Sternad (1942)

Anton Reichel (* 20. November 1877 in Graz; † 21. Februar 1945 in Wien) war ein österreichischer Kunsthistoriker und Komponist.

Leben

Anton Reichel wurde als Sohn eines Apothekers in Graz geboren und studierte an der Universität Graz Klassische Archäologie, Germanistik und Kunstgeschichte; 1905 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Parallel zu seinen geisteswissenschaftlichen Studien betrieb er in Graz eine musikalische Ausbildung und setzte diese 1911 bis 1913 bei Josef Bohuslav Foerster am Neuen Wiener Konservatorium fort.

1908 begann Reichel seine Laufbahn in der Graphischen Sammlung Albertina in Wien; zunächst als Praktikant. 1913 wurde er Kustosadjunkt, 1918 Kustos, 1934 stellvertretender Direktor, 1938 kommissarischer Direktor und schließlich 1942 definitiver Direktor der Sammlung. Daneben unterrichtete er von 1921 bis 1938 als Professor für Kunstgeschichte an der Wiener Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt. 1940 trat er der NSDAP bei. In seiner Tätigkeit als Kunsthistoriker veröffentlichte er vor allem Arbeiten zur Graphik, grundlegend ist sein Buch zu Clair-obscur‑Holzschnitten, und engagierte sich für den Schutz der Bestände der Albertina während des Zweiten Weltkrieges.

Musikalisches Schaffen

Als Komponist hinterließ Reichel ein umfangreiches Œuvre mit etwa hundert Liedern, ferner Chor‑, Klavier‑, Kammer‑ und Orchesterwerken. Dazu zählen ein Klaviertrio Es‑Dur (op. 10), Liebeslieder des Ostens für eine Singstimme und Orchester (op. 11a), Klavierstücke (op. 13) und eine Sonate für Viola und Klavier (op. 14). Er war zudem Mitbegründer der sogenannten Albertina‑Konzerte, in denen musikalische Darbietungen mit Ausstellungen verknüpft wurden, hier wurden auch seine Werke aufgeführt.

Nachlass

Reichels musikalischer Nachlass befindet sich in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Commons: Anton Reichel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Eckhart Knab: Reichel, Anton. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 9, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1988, ISBN 3-7001-1483-4, S. 28 f. (Direktlinks auf S. 28, S. 29).
  2. ↑ Jahrbuch Franz-Michael-Felder-Archiv 2022: Rudolf Wacker – Anton Reichel Briefe 1924–1936. Studienverlag, Innsbruck/Wien 2022, ISBN 978-3-7065-6272-0, Nachwort Anm. 7.
  3. ↑ Christian Fastl: Reichel, Anton. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3046-5.
  4. ↑ Signatur Mus. Hs. 27568–27641.
Personendaten
NAME Reichel, Anton
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Kunsthistoriker und Komponist
GEBURTSDATUM 20. November 1877
GEBURTSORT Graz
STERBEDATUM 21. Februar 1945
STERBEORT Wien