Araeococcus

Araeococcus

Araeococcus flagellifolius

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Bromelioideae
Gattung: Araeococcus
Wissenschaftlicher Name
Araeococcus
Brongn.

Die Araeococcus sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die nur noch etwa vier Arten sind von Zentral- bis ins nördliche Südamerika verbreitet.

Beschreibung

Habitus, bewehrte Laubblätter und Fruchtstand von Araeococcus flagellifolius

Vegetative Merkmale

Die Araeococcus-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Sie gedeihen meist epiphytisch, selten terrestrisch. Es sind relativ kleine Arten mit geringen Trichterdurchmessern. Sie bilden durch Kindel kleine Bestände oder wachsen durch Ausläufer rasenförmig (Araeococcus flagellifolius).

Die wechselständig und in einer grundständigen Rosette angeordneten Laubblätter bilden schlanke, höher als breite Blatttrichter, die bei Araeococcus flagellifolius fast binsenartig wirken. Die derben Blattspreiten sind breit bis bei Araeococcus flagellifolius peitschenartig schmal (Artepitheton flagellifolius für peitschenartiges Blatt) und enden in einer Stachelspitze. Die Blattränder sind glatt oder gesägt, stachelig bewehrt. Die Blattflächen sind mit Saugschuppen bedeckt.

Generative Merkmale

An bis zu 1 Meter langen, aufrechten bis überhängenden Blütenstandsschäften befinden sich verzweigte, doppelt- oder mehrfachtraubige Blütenständen (Infloreszenzen) in denen vielen gestielten Blüten meist locker angeordnet sind. An den Blütenständen sitzen relativ unauffällige Hochblätter (Brakteen).

Die relativ unscheinbaren, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Es sind drei Kelchblätter vorhanden. Die drei freien Kronblätter sind grün oder violett. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu unterständigen Fruchtknoten verwachsen.

Die Blütenformel lautet:

Es werden saftarme Beeren gebildet.

Systematik und Verbreitung

Adolphe Brongniart stellte die Gattung Araeococcus 1841 mit der Typusart Araeococcus micranthus Brongn. in Annales des Sciences Naturelles; Botanique, Ser. 2, 15, S. 370 auf. Der Gattungsname Araeococcus leitet sich vom griechischen Wort araios für dünn und dem lateinischen Wort coccum für Beere ab.

Das neotropische Verbreitungsgebiet der Gattung Araeococcus reicht von Costa Rica über Venezuela, Kolumbien, Bolivien bis Brasilien, sowie Trinidad und Tobago.

Es gibt seit 2020 nur noch etwa vier Araeococcus-Arten (Stand 2025):

Durch Pontes et al. 2020 wurden Arten in die neue Gattung Pseudaraeococcus (Mez) R.A.Pontes & Versieux ausgegliedert:

Nutzung

Man findet Araeococcus-Arten selten in privaten Sammlungen, aber in einigen botanischen Gärten.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Lyman B. Smith, Robert J. Downs: Bromeliaceae in Flora Neotropica, Monograph 14, Teil 3, Bromelioideae, Hafner Press, New York, 1979.
  2. ↑ Harry E. Luther: An Alphabetical List of Bromeliad Binomials, 2008 in The Marie Selby Botanical Gardens, Sarasota, Florida, USA. Veröffentlicht durch The Bromeliad Society International.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 5, 2023. In „Species Index“ auf Araeococcus klicken. zuletzt eingesehen am 31. März 2021 (englisch)
  4. ↑ Jason R. Grant An Annotated Catalogue of the Generic Names of the Bromeliaceae. In: The Marie Selby Botanical Gardens, 1998. (Herkunft der Gattungsnamen in der Familie der Bromeliaceae in englischer Sprache)
  5. ↑ Ricardo Ambrósio Soares Ponte, Alice Calvente, Leonardo de Melo Versieux: Morphology and distribution support Pseudaraeococcus (Bromeliaceae, Bromelioideae) as a new genus from the Atlantic forest of Northeastern Brazil. In: PlantNow, Volume 1, Issue 2, August 2020, S. 43–51. doi:10.6084/m9.figshare.12895139
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