Die Araeococcus-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Sie gedeihen meist epiphytisch, selten terrestrisch. Es sind relativ kleine Arten mit geringen Trichterdurchmessern. Sie bilden durch Kindel kleine Bestände oder wachsen durch Ausläufer rasenförmig (Araeococcus flagellifolius).
Die wechselständig und in einer grundständigen Rosette angeordneten Laubblätter bilden schlanke, höher als breite Blatttrichter, die bei Araeococcus flagellifolius fast binsenartig wirken. Die derben Blattspreiten sind breit bis bei Araeococcus flagellifolius peitschenartig schmal (Artepithetonflagellifolius für peitschenartiges Blatt) und enden in einer Stachelspitze. Die Blattränder sind glatt oder gesägt, stachelig bewehrt. Die Blattflächen sind mit Saugschuppen bedeckt.
Generative Merkmale
An bis zu 1 Meter langen, aufrechten bis überhängenden Blütenstandsschäften befinden sich verzweigte, doppelt- oder mehrfachtraubigeBlütenständen (Infloreszenzen) in denen vielen gestielten Blüten meist locker angeordnet sind. An den Blütenständen sitzen relativ unauffällige Hochblätter (Brakteen).
Adolphe Brongniart stellte die Gattung Araeococcus 1841 mit der TypusartAraeococcus micranthusBrongn. in Annales des Sciences Naturelles; Botanique, Ser. 2, 15, S. 370 auf. Der Gattungsname Araeococcus leitet sich vom griechischen Wort araios für dünn und dem lateinischen Wort coccum für Beere ab.
Araeococcus goeldianusL.B.Sm.: Sie gedeiht epiphytisch an Bäumen und Felsen in Höhenlagen von 10 bis 80 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Amapá.
Araeococcus micranthusBrongn.: Sie ist in Venezuela, Brasilien, Guayana und auf den Inseln Trinidad sowie Tobago verbreitet. Sie gedeiht selten terrestrisch, meist epiphytisch in unterschiedlichen Waldtypen in Höhenlagen von 80 bis 470 Metern.
Araeococcus pectinatusL.B.Sm.: Sie gedeiht epiphytisch in tropischen Regenwäldern in Höhenlagen von 30 bis 540 Metern in Costa Rica sowie Kolumbien.
Durch Pontes etal. 2020 wurden Arten in die neue Gattung Pseudaraeococcus(Mez) R.A.Pontes & Versieux ausgegliedert:
Pseudaraeococcus chlorocarpus(Wawra) R.A.Pontes & Versieux (Syn.: Lamprococcus chlorocarpusWawra, Araeococcus chlorocarpus(Wawra) Leme & J.A.Siqueira): Die Erstbeschreibung erfolgte 1862 und die Neukombination 2020. Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten Pernambuco, Bahia sowie Alagoas vor.
Pseudaraeococcus montanus(Leme) R.A.Pontes & Versieux (Syn.: Araeococcus montanusLeme): Die Erstbeschreibung erfolgte 1999 und die Neukombination 2020. Sie gedeiht epiphytisch nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia.
Pseudaraeococcus nigropurpureus(Leme & J.A.Siqueira) R.A.Pontes & Versieux (Syn.: Araeococcus nigropurpureusLeme & J.A.Siqueira): Die Erstbeschreibung erfolgte 2006 und die Neukombination 2020. Sie gedeiht epiphytisch in Höhenlagen von etwa 130 Metern im brasilianischen Bundesstaat Bahia.
Pseudaraeococcus parviflorus(Mart. ex. Schult. f.) R.A.Pontes & Versieux (Syn.: Billbergia parvifloraMart. ex Schult. & Schult. f., Aechmea parviflora(Mart. ex Schultes f.) Baker, Araeococcus parviflorus(Mart. ex Schultes & Schultes f.) Lindman): Die Neukombination erfolgte 2020. Sie gedeiht terrestrisch oder epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 30 bis 100 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia.
Pseudaraeococcus sessiliflorus(Leme & J.A.Siqueira) R.A.Pontes & Versieux (Syn.: Araeococcus sessiliflorusLeme & J.A.Siqueira): Die Erstbeschreibung erfolgte 2006 und die Neukombination 2020. Sie gedeiht epiphytisch im feuchten Mata Atlântica in Höhenlagen von 50 bis 650 Metern im brasilianischen Bundesstaat Bahia.
Nutzung
Man findet Araeococcus-Arten selten in privaten Sammlungen, aber in einigen botanischen Gärten.
Werner Rauh: Bromelien – Tillandsien und andere kulturwürdige Bromelien. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-6371-3 (Araeococcus ab S. 366)
Lyman Bradford Smith, Robert Jack Downs: Bromelioideae (Bromeliaceae). In: Flora Neotropica Monograph, Volume 14, 3, 1979. (Araeococcus ab S. 1506)
Einzelnachweise
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Lyman B. Smith, Robert J. Downs: Bromeliaceae in Flora Neotropica, Monograph 14, Teil 3, Bromelioideae, Hafner Press, New York, 1979.
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Ricardo Ambrósio Soares Ponte, Alice Calvente, Leonardo de Melo Versieux: Morphology and distribution support Pseudaraeococcus (Bromeliaceae, Bromelioideae) as a new genus from the Atlantic forest of Northeastern Brazil. In: PlantNow, Volume 1, Issue 2, August 2020, S. 43–51. doi:10.6084/m9.figshare.12895139