In den Unterrichtsformen werden bestimmte Unterrichtsverfahren, bestimmte Lehrmethoden und bestimmte Lernformen für ein Zusammenwirken zusammengeführt. Dies soll bei den Lernenden in deren Lernprozessen intendiert wirken. In dieser Funktion ist eine Unterrichtsform nicht ohne Weiteres durch eine andere ersetzbar. Ist eine Kombination aus Unterrichtsverfahren, Lehrmethoden und Lernformen in einer Unterrichtsform konkretisiert, so unterscheidet sich nicht selten die eine Unterrichtsform zu ihrer nächsten deutlich in ihren Verläufen. Die Konkretion bringt in der Regel einen zu gestaltenden Ablauf mit verschiedenen Unterrichtsphasen mit sich, die gegebenenfalls mit unterschiedlichen Arbeits- und Sozialformen einhergehen können. Unterrichtsformen sind Gegenstand der Allgemeinen Didaktik.
Unterrichtsformen werden zuweilen als besonderes Kapitel der „Theorie des Unterrichts“ aufgefasst, wobei letztere als ein Hauptthema der Didaktik angesehen wird. Durch die Zusammenführung von Unterrichtsverfahren, Lehrmethoden und Lernformen erfährt die Unterrichtsform eine Konkretisierung, wird ihre Spezifik für Lernende erfahrbar – dann, wenn sie eingesetzt wird. Die einzelne Kombination aus Unterrichtsverfahren, Lehrmethoden und Lernformen konstituiert jeweils einen „Einfassungsrahmen“ oder eine „Form“ des Unterrichtens, durch welchen beziehungsweise durch welche das Setting festgelegt wird, das rahmengebend wirkt dafür, auf welche Art ein bestimmter Themenstoff durch Lernende gelernt werden kann. Dabei kann das Setting entlang der Zeitachse variieren. Systematisierungen der Unterrichtsformen sind in der Fachliteratur nur in Ansätzen vorzufinden; und wenn sie vorkommen, decken sie meist nur einen gewissen Teil der existierenden Unterrichtsformen ab, und dies, obwohl der Begriff unter Erziehungswissenschaftlern und Pädagogen reichhaltigen Gebrauch erfährt. Von Zeit zu Zeit entstehen neue Unterrichtsformen – etwa dadurch, dass neue Unterrichtsverfahren, Lehrmethoden oder Lernformen entwickelt und angesichts solcher Entwicklung dann neue Unterrichtsformen möglich werden.
Folgt man den Ausführungen von Rolf Dubs, so werden für den Unterricht – mit den Auswahlentscheidungen zugunsten bestimmter Unterrichtsformen einhergehend –
(a) bestimmte Unterrichtsverfahren,
(b) bestimmte Lehrmethoden sowie,
(c) bestimmte Lernformen
für ein Zusammenwirken zusammengeführt.
Zur Charakterisierung der Unterrichtsformen wählt Dubs eine einfache abstrakte Strukturbeschreibung, die eine praktische Nachvollziehbarkeit besitzt. Zu ergänzen ist das Konzept der Unterrichtsformen für Dubs durch das zum Lernen der Schüler begleitende Lehrerverhalten inklusive Scaffolding, denn das Lehrerverhalten ist für Dubs eine signifikante Komponente des Unterrichts, die dessen Qualität maßgebend mitbestimmt.
Um ein klareres Bild davon zu geben, woraufhin Dubs abzielt, werden Unterrichtsverfahren, Lehrmethoden und Lernformen detaillierter aufgelistet:
(a) Unterrichtsverfahren:
(b) Lehrmethoden (insbes. Formen des Frontalunterrichts):
(c) Lernformen (selbständiges beziehungsweise selbstgesteuertes Lernen):