Ariane Koch

Ariane Koch (* 25. Juli 1988 in Basel) ist eine Schweizer Schriftstellerin sowie Theater- und Performance-Künstlerin.

Leben

Nach dem Erwerb des Bachelor of Arts-Abschlusses an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel, wo sie von 2008 bis 2011 Bildende Kunst studiert hatte, befasste sich Ariane Koch bis 2013 noch „vereinzelte Semester“ mit Theaterwissenschaft an der Universität Bern sowie mit Philosophie an der Universität Basel. 2019 schloss sie ein 2017 aufgenommenes Vertiefungsstudium im Bereich Literarisches Schreiben am interdisziplinär ausgerichteten Y-Institut der Hochschule der Künste Bern mit dem Master of Contemporary Arts Practice ab.

Bereits im Jahre 2010 war Koch als Mitgründerin und Redakteurin eines neuen in Basel erscheinenden Kulturmagazins namens Lasso in Erscheinung getreten, das sich als Plattform für Kunst und Literatur verstand, dessen Herausgabe Ende 2015 jedoch mit der siebten, dem Thema „cosmic“ gewidmeten Ausgabe offenbar eingestellt wurde. 2012 absolvierte sie ein Praktikum im Bereich Theater/Tanz/Musik in der Kaserne Basel, danach war sie für ein Jahr als Assistentin in der Stadtgalerie Bern tätig; in dieser Zeit kuratierte sie auch die dreitägige Performance »Happy End« mit Muda Mathis, Sus Zwick, Sarina Scheidegger u. a. Mit dem professionellen – auch kollaborativen – Schreiben von Theater- und Performancetexten begann sie nach eigenen Angaben 2013 – oft auch in Kollaboration mit der Künstlerin Sarina Scheidegger oder der freien Theatergruppe GKW (Moïra Gilliéron, Ariane Koch, Zino Wey). Kochs Stücke werden auch auf internationalen Bühnen aufgeführt, ihr Schaffen wurde durch zahlreiche Stipendien sowie andere Fördermaßnahmen unterstützt. Sie hatte beispielsweise in der Spielzeit 2015/16 die Hausautorschaft am Luzerner Theater und 2022/23 am Theater Basel inne und ihr Theaterstück verdeckt über die Schweizer Giftmörderin Verena Lehner wurde 2020 zum Schweizer Theatertreffen eingeladen. Ihr Stück Die toten Freunde (Dinosauriermonologe) erhielt 2022 den 1. Else-Lasker-Schüler-Stückepreis, eine Einladung zu den Autorentheatertagen 2023 am Deutschen Theater Berlin und wurde 2026 in chinesischer Übersetzung im One-Way-StreetJournal in Peking publiziert. Außerdem ist Ariane Kochs Debütroman Die Aufdrängung 2021 beim Suhrkamp Verlag erschienen und wurde u.a. mit dem Aspekte-Literaturpreis des ZDF und einem der Schweizer Literaturpreise 2022 ausgezeichnet. Die Aufdrängung wurde in der Spielzeit 2022/23 am Theater Basel uraufgeführt. Ariane Koch trat zudem zahlreiche Male mit der Rockmusikerin Nadja Zela in einer konzertanten Version von Die Aufdrängung auf. Der Roman wird in dreizehn Sprachen übersetzt und Ariane Koch hielt damit auch zahlreiche internationale Lesungen z.B. in Slowenien, in Frankreich, in der Türkei oder in den USA ab. 2024 erschien ihr Theaterstück Kranke Hunde im Suhrkamp Theater Verlag als Buchpublikation, welches unter anderem für den Literaturpreis Text & Sprache nominiert war. Ihr erstes kurzes Opernlibretto Mein Name ist der Fluch kam 2026/27 am Luzerner Theater zur Uraufführung. Seit 2019 unterrichtet und mentoriert Ariane Koch regelmässig an verschiedenen Kunsthochschulen in der Schweiz, ausserdem ist sie Teil des literarisch-wissenschaftlichen Forschungsprojektes Autofiktion und Bewusstsein an der Hochschule der Künste Bern.

Werke (Auswahl)

Theater

Performances (Auswahl)

Hörspiele/-stücke

Schriften (Auswahl)

Eigene Äußerungen

Im Vorfeld der Uraufführung ihres Stücks Die toten Freunde (Dinosauriermonologe) am Pfalztheater|Pfalztheater Kaiserslautern betonte Koch ihr „Interesse für das Absurde, Musikalische, Heitere“, das sie mit der Regisseurin Simone Blattner teile. Im Hinblick auf Frauenfiguren in ihren Werken sagte Koch 2021 im Interview: „Mich reizen bösartige Frauenfiguren schon länger, auch im Schreiben fürs Theater, weil sie in der Kunst noch nicht so oft vorkommen. […] Ich möchte daran beteiligt sein, das ganze mögliche Spektrum an Frauenfiguren aufzufüllen“. Sie wies dabei hinsichtlich der Protagonistin von Die Aufdrängung darauf hin, dass deren Bösartigkeit „auch eine Bösartigkeit sich selbst gegenüber“ sei: Diese Figur erlebe „eine innere Heimatlosigkeit, eine Selbstentfremdung.“

Auszeichnungen

Preise

Stipendien/Residenzen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ariane Koch. In: arianekoch.ch. August 2021, abgerufen am 30. Januar 2023.
  2. ↑ Helen Lagger: Absolvent*in im Fokus. Ariane Koch. In: HKB-Zeitung 4/2021, S. 28 (online bei Issuu).
  3. ↑ Basler lancieren neues Kulturmagazin. In: 20min.ch. 22. September 2010, abgerufen am 30. Januar 2023.
  4. ↑ Susanna Petrin: Das «Lasso» schwingt sich mit «cosmic» ins All. In: bz – Zeitung für die Region Basel. 18. November 2015, abgerufen am 30. Januar 2023.
  5. ↑ Uraufführungen: ZUKUNFT EUROPA I–V – Fünf kurze Theatertexte von Ariane Koch und Joël László – Theater MARIE. In: theaterkompass.de. 9. Februar 2015, abgerufen am 30. Januar 2023.
  6. ↑ Happy End. In: stadtgalerie.ch. Juni 2013, abgerufen am 30. Januar 2023.
  7. ↑ Sechs Fragen an Ariane Koch, Autorin von Die Aufdrängung. In: leckerekekse.de. 19. Januar 2022, abgerufen am 30. Januar 2023.
  8. ↑ Ariane Koch. Autorin. In: theater-basel.ch. Abgerufen am 30. Januar 2023.
  9. ↑ „verdeckt“ von Ariane Koch. In: theatermarie.ch. Abgerufen am 31. Januar 2023.
  10. ↑ Dorothea Marcus: Suche nach einem authentischen Menschenkern. In: Deutschlandfunk. 6. Oktober 2018, abgerufen am 30. Januar 2023.
  11. ↑ Leonard Wüst: Luzerner Theater: Uraufführung „Essen Zahlen Sterben“. In: innerschweizonline.ch. 10. April 2016, abgerufen am 30. Januar 2023.
  12. ↑ Tara Hill, Hans-Jörg Walter: Revolverheldin mit Lasso und Raketenantrieb. In: TagesWoche. 28. August 2013, abgerufen am 30. Januar 2023.
  13. ↑ New Swiss Performance Now: Ariane Koch & Sarina Scheidegger, Florence Jung • Kunsthalle Basel. 16. Oktober 2024, abgerufen am 9. Oktober 2024 (amerikanisches Englisch).
  14. ↑ Alles schwarz. In: all-over – Magazin für Kunst und Ästhetik. April 2015, abgerufen am 31. Januar 2023.
  15. ↑ Performanceabend Sorority: „FEMTRAILS X KRNOE“. In: kunstraum.net. Mai 2017, abgerufen am 31. Januar 2023.
  16. ↑ Ariane Koch: Dinosauriermonologe. Singspiel mit dem Nachwort einer Birke. In: ARD-Hörspieldatenbank. 2022, abgerufen am 2. Februar 2023 (NDR 2022).
  17. ↑ forever young – ein Gedichtzyklus von Ötzi. In: literaturfuerdenfall.at. 9. Mai 2022, abgerufen am 31. Januar 2023.
  18. ↑ Drei neue Bunker. Abgerufen am 9. Oktober 2024.
  19. ↑ Katharina Kovalkov: Pfalztheater zeigt Preisträgerstück „Die toten Freunde (Dinosauriermonologe)“. In: Die Rheinpfalz. 6. Dezember 2022, abgerufen am 30. Januar 2023.
  20. ↑ Laura Leupi: Preisgekrönte Basler Autorin – Was reizt Sie am Bösen, Ariane Koch? In: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). 24. November 2021, abgerufen am 30. Januar 2023.
  21. ↑ tos: Ehemalige Hausautorin des Luzerner Theaters erhält Literaturpreis der Dienemann-Stiftung. In: Luzerner Zeitung. 14. Dezember 2022, abgerufen am 30. Januar 2023.
  22. ↑ Pfalztheater Kaiserslautern / eph: Kathrin Röggla erhält Else-Lasker-Schüler-[Dramatik]Preis 2022. In: nachtkritik.de. 11. März 2022, abgerufen am 30. Januar 2023.
  23. ↑ Ariane Koch. Schweizer Literaturpreise 2022. In: schweizerkulturpreise.ch. Abgerufen am 28. Januar 2023.
  24. ↑ „aspekte“-Literaturpreis geht an Ariane Koch. In: presseportal.zdf.de. 17. Oktober 2021, abgerufen am 28. Januar 2023. – Begründung der Jury im Volltext: Aspekte-Preis 2021 für Ariane Koch. Die Autorin erhält den Preis für ihr Debüt Die Aufdrängung. In: volltext.net. 17. August 2021, abgerufen am 30. Januar 2023.
  25. ↑ Ariane Koch. In: acme.org.uk. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Januar 2023; abgerufen am 31. Januar 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  26. ↑ Ariane Koch. In: muzeumsusch.ch. Abgerufen am 30. Januar 2023.
  27. ↑ Ariane Koch. In: ateliermondial.com. Abgerufen am 30. Januar 2023.
  28. ↑ Hans-Gratzer-Stipendium: Das Finale. In: schauspielhaus.at. Abgerufen am 30. Januar 2023.
  29. ↑ Ariane Koch. In: winkelwiese.ch/zentrumfuerdramatik. Abgerufen am 30. Januar 2023.
Personendaten
NAME Koch, Ariane
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 25. Juli 1988
GEBURTSORT Basel