Arnold Pillat

Arnold Pillat (* 10. Dezember 1891 in Ruschowan im Bezirk Leitmeritz; † 25. September 1975 in Wien) war ein österreichischer Augenarzt.

Leben

Arnold Pillat, gebürtig aus Ruschowan in Böhmen, nahm nach der Matura ein Studium der Medizin an der Karls-Universität Prag auf, das er, unterbrochen durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg, im Juli 1918 mit der Promotion zum Dr. med. abschloss. Nach kurzer Assistenzarzttätigkeit an der Chirurgischen Klinik der Universität Prag wechselte Pillat 1919 an die II. Universitäts-Augenklinik in Wien. Pillat – er war dort Schüler von Friedrich Dimmer, nach dessen Tod 1926 von Karl Lindner – habilitierte sich 1927 für Augenheilkunde.

1929 folgte Pillat einem Ruf nach Peking auf die Position des Vorstands der Augenklinik des Rockefeller-Instituts. Anfang 1933 übernahm Pillat auf Veranlassung Julius Tandlers die Leitung der Augenabteilung am Krankenhaus der Stadt Wien in Lainz, die er bis 1936 bekleidete. Am 3. Juni 1938 hatte er die Aufnahme in die NSDAP beantragt und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.288.805), er war zudem Mitglied des NS-Dozentenbundes. Pillat wurde als Vorstand der Universitäts-Augenklinik nach Graz berufen, bevor er 1944 in der Nachfolge Josef Mellers mit der Leitung der I. Universitäts-Augenklinik in Wien betraut wurde. Er hatte diese Position bis 1946 sowie von 1947 bis zu seiner Emeritierung 1963 inne.

Arnold Pillat, der in den Jahren 1959 und 1965 die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft sowie von 1966 bis 1972 als Nachfolger von Thassilo Antoine die Österreichische Krebshilfe-Krebsgesellschaft präsidierte, wurde als Mitglied in die Leopoldina aufgenommen und 1962 mit dem Ehrenring der Stadt Wien ausgezeichnet. Der Schwerpunkt seiner Forschung galt den Vitaminerkrankungen des Auges sowie der Chemotherapie bei Karzinomen. Er wurde am Grinzinger Friedhof bestattet.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/32491307
  2. ↑ Roman Pfefferle, Hans Pfefferle: Glimpflich entnazifiziert - Die Professorenschaft der Universität Wien von 1944 in den Nachkriegsjahren. Göttingen 2014. S. 198
  3. ↑ 100 Jahre Österreichische Krebshilfe 1910 – 2010. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. Februar 2019; abgerufen am 5. Februar 2019.
  4. ↑ Mitgliedseintrag von Arnold Pillat bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 12. Oktober 2012.
  5. ↑ Grabstelle Arnold Pillat, Wien, Grinzinger Friedhof, Gruppe 32, Reihe 1, Nr. 12.
Personendaten
NAME Pillat, Arnold
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Augenarzt
GEBURTSDATUM 10. Dezember 1891
GEBURTSORT Ruschowan, Bezirk Leitmeritz
STERBEDATUM 25. September 1975
STERBEORT Wien