Artengarten

Artengarten
Daten zum Spiel
Autor Mathias Wigge
Grafik Dennis Lohausen, Christof Tisch,
Felix Wermke
Verlag Feuerland Spiele
Erscheinungsjahr 2025
Art Legespiel
Spieler 1 bis 5
Dauer etwa 40 bis 100 Minuten
Alter ab 12 Jahren
Auszeichnungen

Artengarten (englischer Titel Sanctuary) ist ein Legespiel des deutschen Spieleautors Mathias Wigge, das 2025 bei Feuerland Spiele erschienen ist. Es basiert auf dem ebenfalls von Wigge entwickelten Brettspiel Arche Nova aus dem Jahr 2021 und übernimmt dessen Thema und verschiedene Spielmechanismen in vereinfachter Form. Die Spieler bauen wie dort einen eigenen Zoo auf, indem sie Tiere, Gebäude und Projekte auf einem Zooplan platzieren. Dabei versuchen sie, durch die geschickte Kombination verschiedener Tierarten, Lebensräume und Artenschutzprojekte möglichst viele Punkte zu erzielen.

Das Spiel wurde Empfehlungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2026 aufgenommen und gewann den Deutschen Spielepreis 2026.

Thema und Ausstattung

Bei Artengarten übernehmen die Spieler die Gestaltung eines modernen Zoos. Sie legen Tiere unterschiedlicher Kontinente und Lebensräume in ihrem Zoo aus, errichten Gebäude und verwirklichen Projekte. Dabei müssen sie sowohl die räumlichen Anforderungen der Tiere als auch die Beziehungen zwischen benachbarten Karten berücksichtigen. Durch die Zusammenstellung geeigneter Tierarten und die Unterstützung von Artenschutzzielen können sie zusätzliche Punkte erzielen. Gewinner ist der Spieler, der am Ende die meisten Punkte erreicht hat.

Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung und einem Glossar mit den Solospielregeln aus:

Die sechseckigen Zooplättchen, in der Spielanleitung als Karten bezeichnet, sind in drei Kategorien unterteilt: gelbe Tierkarten, blaue Gebäudekarten und violette Projektkarten. Sie zeigen unterschiedliche Symbole, die unter anderem Lebensräume, Kontinente und Tierklassen kennzeichnen. Viele Karten besitzen zudem einmalige oder dauerhafte Effekte sowie eigene Wertungsbedingungen.

Spielweise

Vorbereitung

Zu Beginn des Spiels wird das Auslagetableau in die Tischmitte gelegt. Die 135 Zooplättchen werden verdeckt gemischt und sechs davon offen auf die nummerierten Positionen des Tableaus gelegt. Daneben wird das Artenschutztableau ausgelegt, auf dem fünf zufällig ausgewählte Artenschutzziele platziert werden. Die übrigen Ziele kommen aus dem Spiel. Jeder Spieler erhält einen doppelseitigen Zooplan, einen Kartenhalter, eine Spielhilfe sowie vier Aktionsplättchen, vier Aufwertungsmarker und vier Artenschutzerfolgsmarker seiner Farbe. Die Aktionsplättchen werden unterhalb des Zooplans angeordnet. Dabei beginnt das Plättchen für Projekte abhängig von der Spielerreihenfolge auf einer unterschiedlichen Position, während die übrigen drei Plättchen zufällig verteilt werden. Die Spieler beginnen ohne Handkarten. Die weiteren Marker werden als allgemeiner Vorrat bereitgelegt.

Spielablauf

Aktionsmöglichkeiten pro Spielzug
  • Karte nehmen
  • Aktion ausführen
  • Gebäude ausspielen (optional)
  • Artenschutzziel unterstützen (optional)
  • Aktionsplättchen aufwerten
  • Zugende

Das Spiel verläuft über mehrere Runden, in denen die Spieler reihum jeweils einen Zug ausführen. In jedem Zug nehmen sie zunächst eine Karte aus der gemeinsamen Auslage und führen anschließend eine Aktion aus. Danach können sie unter bestimmten Voraussetzungen ein Gebäude ausspielen, ein Artenschutzziel unterstützen und Aktionsplättchen aufwerten.

Die Spielzüge bestehen aus den folgenden Schritten:

  1. Eine Karte aus der Auslage nehmen
  2. Eine Aktion ausführen
  3. Optional ein Gebäude ausspielen
  4. Optional ein Artenschutzziel unterstützen
  5. Gegebenenfalls Aktionsplättchen aufwerten
  6. Kartenlimit überprüfen, Auslage auffüllen und Spielende prüfen

Zu Beginn seines Zuges nimmt der Spieler eine Karte aus der gemeinsamen Auslage auf die Hand. Welche der sechs ausliegenden Karten er wählen darf, hängt von der Position seines Aktionsplättchens „Projekte“ ab. Je weiter rechts sich dieses befindet, desto größer ist die Auswahl. Anschließend wählt der aktive Spieler eines seiner vier Aktionsplättchen aus. Drei davon sind den Lebensräumen Felsen, Wald und Wasser zugeordnet, das vierte dient dem Ausspielen von Projekten. Mit den Tieraktionen kann der Spieler entweder zwei verdeckte Karten nachziehen oder eine Tierkarte des entsprechenden Lebensraums ausspielen. Tiere ohne festgelegten Lebensraum können mit jeder der drei Tieraktionen ausgespielt werden. Die Projektaktion ermöglicht entsprechend das Ausspielen eines Projekts oder das Aufnehmen einer weiteren Karte aus der offenen Auslage.

Die Stärke einer Aktion hängt von der Position des jeweiligen Aktionsplättchens unterhalb des Zooplans ab. Je weiter rechts es liegt, desto stärker ist die Aktion. Zum Ausspielen einer Tier- oder Projektkarte muss die Aktionsstärke mindestens deren Kartenstufe entsprechen. Nach der Ausführung wird das verwendete Aktionsplättchen auf die Position ganz links zurückgesetzt, während die zuvor links davon liegenden Plättchen nach rechts rücken. Auf diese Weise werden nicht verwendete Aktionen mit der Zeit stärker, während häufig genutzte Aktionen zunächst an Stärke verlieren.

Gestaltung des Zoos

Ausgespielte Tier-, Gebäude- und Projektkarten werden auf den sechseckigen Feldern des eigenen Zooplans platziert. Jede neue Karte muss an den Zooeingang oder an eine bereits ausliegende Karte angrenzen. Einmal ausgelegte Karten können nicht mehr verschoben oder gedreht werden. Einige Tiere brauchen neben ihrem eigenen Feld zusätzliche Freiflächen. Diese werden durch Pfeile auf den Tierkarten gekennzeichnet und müssen an den entsprechenden benachbarten Feldern vorhanden sein. Fehlen solche Freiflächen, muss der Spieler weitere Handkarten verdeckt auf dem Zooplan auslegen. Bereits vorhandene Freiflächen können von mehreren Tieren gemeinsam genutzt werden. Jede Freifläche bringt bei der Schlusswertung einen Punkt.

Die Platzierung der Karten ist auch für die Wertung von Bedeutung. Einige Karten bringen feste Punkte, andere werden abhängig von benachbarten Karten, zusammenhängenden Gruppen oder bestimmten Symbolen im gesamten Zoo gewertet. Darüber hinaus können Karten beim Ausspielen einmalige Effekte auslösen oder dauerhafte Vorteile bieten. Bestimmte Felder des Zooplans gewähren zusätzliche Platzierungsboni. Manche Tierarten sind jeweils durch eine männliche und eine weibliche Karte vertreten. Werden beide Karten derselben Tierart unmittelbar nebeneinander platziert, erhält der Spieler einen Artenschutzmarker. Dieser kann später zur Erfüllung von Artenschutzzielen eingesetzt werden.

Gebäude, Projekte und Artenschutz

Gebäude können nach der eigentlichen Aktion zusätzlich platziert werden, wenn ihre jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese beziehen sich häufig auf benachbarte Karten oder bestimmte Symbole im Zoo. Pro Zug darf höchstens ein Gebäude auf diese Weise gebaut werden. Projekte werden dagegen über das entsprechende Aktionsplättchen ausgespielt. Sie können eigene Effekte besitzen und zur Wertung beitragen. Eine besondere Form sind Auswilderungsprojekte, die auf bereits ausliegende Tiere mit passenden Symbolen gelegt werden. Überdeckte Tiere zählen danach nicht mehr zum Zoo und verlieren ihre bisherigen Symbole und Wertungseigenschaften.

Für den Artenschutz stehen fünf gemeinsame Ziele zur Verfügung, die jeweils das Sammeln bestimmter Tierklassen- oder Kontinentsymbole verlangen. Jeder Spieler kann im Laufe des Spiels bis zu vier verschiedene Artenschutzziele unterstützen. Dazu muss er eine vorgegebene Anzahl passender Symbole in seinem Zoo besitzen. Gesammelte Artenschutzmarker können eingesetzt werden, um fehlende Symbole auszugleichen, wobei mindestens ein passendes Symbol tatsächlich im Zoo vorhanden sein muss. Die Artenschutzerfolge sind in vier Stufen unterteilt, die jeweils zwei, drei, vier oder fünf passende Symbole voraussetzen und unterschiedlich viele Punkte bringen. Ein einmal unterstütztes Ziel kann vom selben Spieler nicht erneut unterstützt werden. Die übrigen Spieler können dasselbe Ziel jedoch ebenfalls erfüllen.

Im Verlauf des Spiels können die Spieler ihre vier Aktionsplättchen aufwerten. Dafür müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, etwa ein Artenschutzziel unterstützen, zwei Projekte ausspielen, drei zusammenhängende Karten desselben Lebensraums besitzen oder vier verschiedene Tierklassensymbole sammeln. Eine Aufwertung erhöht die Stärke des gewählten Aktionsplättchens und erweitert seine Möglichkeiten. So können mit einer aufgewerteten Tieraktion bis zu zwei Tiere gleichzeitig ausgespielt werden, sofern ihre zusammengezählten Kartenstufen die Aktionsstärke nicht überschreiten.

Spielende und Wertung

Das Spielende wird ausgelöst, sobald ein Spieler alle vier Artenschutzziele unterstützt hat, seinen Zooplan vollständig bebaut hat oder der verdeckte Nachziehstapel aufgebraucht ist. Erreicht ein Spieler eine der ersten beiden Bedingungen, erhält er einen Spielende-Marker im Wert von zehn Punkten. Die übrigen Spieler dürfen anschließend noch jeweils einen Zug ausführen. Erfüllen sie dabei ebenfalls eine dieser Bedingungen, erhalten sie einen Marker im Wert von fünf Punkten. Wird dagegen der Nachziehstapel aufgebraucht, bevor eine der beiden anderen Bedingungen erfüllt ist, endet das Spiel unmittelbar nach dem betreffenden Zug.

Bei der Schlusswertung werden die Punkte der ausgelegten Tier-, Gebäude- und Projektkarten zusammengezählt. Hinzu kommen Punkte für Freiflächen, die erreichten Artenschutzziele und gegebenenfalls einen Spielende-Marker. Nicht verwendete Artenschutz- und Beutelmarker bringen jeweils zwei Punkte. Im Solospiel können weitere Punkte für verbliebene Solomarker hinzukommen.

Gewinner ist der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Bei einem Gleichstand gewinnt derjenige der beteiligten Spieler, der mehr Tiere in seinem Zoo besitzt. Besteht auch danach noch Gleichstand, teilen sich die Spieler den Sieg.

Veröffentlichung und Rezeption

Artengarten wurde von dem deutschen Spieleautor Mathias Wigge entwickelt und erschien 2025 bei Feuerland Spiele. Die grafische Gestaltung stammt von Dennis Lohausen, Christof Tisch und Felix Wermke. International wurde das Spiel unter dem Titel Sanctuary veröffentlicht. Das Spiel baut auf dem ebenfalls von Wigge entwickelten Arche Nova auf, das 2021 erschienen war und übernimmt den prinzipiellen Spielemechanismus in abgewandelter Form.

Im Mai 2026 wurde Artengarten in die Empfehlungsliste für das Kennerspiel des Jahres 2026 aufgenommen. Die Jury schrieb dazu:

„Timing ist ebenso wichtig wie die Anordnung der Tiergehege im eigenen Zoo. Manche Felder reservieren wir gedanklich, andere wollen wir schnell überbrücken, um weitere zu erschließen. Der clevere Schiebemechanismus für Aktionen steuert deren Stärke und erfordert Weitblick.“

Zudem wurde das Spiel beim Deutschen Spielepreis in die Top-3-Bestenliste gewählt.

Bewertungen
MediumBewertung
gamesweplay (Harald Schrapers)5 von 6 Punkten
Rezensionen für Millionen5 von 7 Punkten (reizvoll)
BoardGameGeek
(Stand: 15. Oktober 2026)
7,6 von 10 Punkten

Artengarten wurde überwiegend positiv besprochen. Dabei wurden die strategischen Möglichkeiten beim Aufbau des eigenen Zoos und die Eigenständigkeit des Spiels gegenüber Arche Nova von mehreren Kritikern betont. Der Spielekritiker Harald Schrapers bewertete Artengarten in seinem Blog mit acht von zehn Punkten und beschrieb es als anspruchsvolles Legespiel, bei dem aufgrund der zahlreichen Symbole und Platzierungsbedingungen „strategische Planung im Mittelpunkt“ stehe, zugleich sollte man jedoch auch „taktisch flexibel reagieren können“. Einen unmittelbaren Vergleich mit Arche Nova hielt er für wenig sinnvoll, da Artengarten weder dessen Nachfolger noch eine vereinfachte Einsteigerversion sei. Auch Johannes Blumenberg vom Ministerium für Brettspielspaß betonte die Eigenständigkeit des Spiels. Er lobte die Verbindung von langfristiger Planung und kurzfristigen Entscheidungen, kritisch beurteilte er dagegen die geringe Interaktion zwischen den Spielern und die im Verlauf einer Partie zunehmende Unübersichtlichkeit der Symbole. Udo Bartsch bewertete Artengarten auf Rezensionen für Millionen mit fünf Sternen und dem Prädikat „reizvoll“ und bezeichnete das Spiel als „komplexes Tierpark-Puzzle“. „Wie alle gelungenen Legespiele“ gäbe ihm Artengarten „das gute Gefühl, etwas zu errichten und wachsen zu sehen und gleichzeitig nach meinen Plänen zu gestalten.“

Belege

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Artengarten – Ein Arche Nova-Spiel. Spielregel. Version 2.1, Feuerland Spiele, 2025, S. 1–8.
  2. ↑ Artengarten – Ein Arche Nova-Spiel. Glossar, Materialübersicht, Symbole und Soloregel. Version 1.0, Feuerland Spiele, 2025, S. 1–4.
  3. ↑ Sanctuary. In: BoardGameGeek. Abgerufen am 15. Oktober 2026 (englisch).
  4. ↑ Artengarten. In: Feuerland Spiele. Abgerufen am 15. Oktober 2026.
  5. 1 2 Artengarten. In: spiel-des-jahres.de. Abgerufen am 15. Oktober 2026.
  6. ↑ Harald Schrapers: Artengarten. In: games we play. 2026, abgerufen am 15. Oktober 2026.
  7. ↑ Johannes: Artengarten – Kein Vergleich zu Arche Nova. In: Ministerium für Brettspielspaß. 26. November 2025, abgerufen am 15. Oktober 2026.
  8. ↑ Udo Bartsch: Artengarten. In: Rezensionen für Millionen. 16. Februar 2026, abgerufen am 15. Oktober 2026.