Arve Henriksen

Arve Henriksen, mœrs festival 2010

Arve Henriksen (* 22. März 1968 in Stranda) ist ein norwegischer Jazzmusiker (Trompete, Komposition).

Leben und Wirken

Henriksen studierte von 1987 bis 1991 am Konservatorium von Trondheim. Seit 1989 arbeitet er professionell als Musiker. Er trat mit Musikern wie Anders Jormin, Edward Vesala, Jon Christensen, Audun Kleive, Nils Petter Molvær, Mikhail Alperin, Arkady Shilkloper, Marc Ducret, Bjørn Kjellemyr, Sten Sandell, Frode Gjerstad, Peter Friis Nielsen, Stian Carstensen, Trygve Seim, Edward Vesala, Marilyn Mazur, Marilyn Crispell und Terje Isungset. Daneben ist er Mitglied von Jon Balkes Magnetic North Orchestra. Mit Helge Sten, Ståle Storløkken und Jarle Vespestad gründete er das Quartett Supersilent, das mehrere Alben auf Rune Grammofon veröffentlichte. Er arbeitete aber auch mit der japanischen Koto-Spielerin Satsuki Odamura und der Rockband Motorpsycho.

2001 erschien sein erstes Soloalbum Sakuteiki, der Titel stammt von einem japanischen Werk über die japanische Gartenkunst aus dem 11. Jahrhundert. 2004 entstand in Zusammenarbeit mit Audun Kleive und Jan Bang Chiaroscuro. Chiaroscuro ist die italienische Bezeichnung für die Hell-Dunkel-Malerei der Spätrenaissance und des Barock. Im Dezember 2008 schließlich veröffentlichte Henriksen mit Cartography sein erstes Soloalbum bei ECM, nachdem er zuvor bereits bei rund 25 ECM-Alben mitgewirkt hatte. Mit Bang, Erik Honorè, Tigran Hamasyan und Robert Jürjendal nahm er den Soundtrack zum Spielfilm Victoria (2013) von Torun Lian auf. Auch spielte er ein Duoalbum mit Teun Verbruggen ein und gehörte seit 2005 zum Ensemble von Sinikka Langeland.

Das 2017 bei ECM erschienene Album Rímur von Trio Mediæval & Arve Henriksen wurde im Februar 2016 in der Münchner Himmelfahrtskirche aufgenommen und von Manfred Eicher produziert. Mit Jan Bang, Erik Honoré, Samuel Rohrer und John Derek Bishop bildete er Dark Star Safari, das Quartett seit 2019 zwei Alben vorlegte. Mit Trygve Seim am Tenor-/Sopransaxofon, Andeas Jormin am Kontrabass sowie dem Schlagzeuger Markku Ounaskari nahm Arve Henriksen 2023 das Album Arcanum auf, in dem Free Jazz zelebriert wird.

Zum 100. Geburtstag von Miles Davis fand am 26. Mai 2026 ein Konzert in der Oper Frankfurt am Main statt, bei dem Paolo Fresu, Axel Schlosser und Arve Henriksen gemeinsam mit der hr-Bigband unter der Leitung von Miho Hazama drei Werke von Miles Davis und Gil Evans, nämlich Miles Ahead, Porgy and Bess sowie Sketches of Spain zu Gehör brachten. Das Album Touch of Time fand positive Resonanz, ebenso wie Cartography.

Preise und Auszeichnungen

Henriksen wurde 2005 mit dem Buddyprisen, dem wichtigsten Jazzpreis Norwegens, ausgezeichnet. 2007 wurde ihm im Rahmen des Festivals Moldejazz der Radka Toneff Minnepris verliehen. 2011 erhielt er den Paul Acket Award auf dem North Sea Jazz Festival.

Arve Henriksen, Moers Festival, Juni 2006

Diskografie (Auswahl)

Soloalben

mit Christian Wallumrød

mit Supersilent, alle bei Rune Grammofon

mit Veslefrekk

mit Food

Commons: Arve Henriksen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. ↑ Rímur by Trio Mediaeval & Arve Henriksen, Rezension in All About Jazz 1. März 2017, abgerufen am 14. April 2017.
  2. ↑ Trio Mediæval trifft auf Arve Henriksen - Improvisation als Bindeglied zwischen Musik des Mittelalters und der Gegenwart, jazzecho.de vom 10. März 2017, abgerufen am 14. April 2017.
  3. ↑ Arve Henriksen. In: ECM Records. Abgerufen am 27. Mai 2026.
  4. ↑ Werner Stiefele: Arcanum – Arve Henriksen, Trygve Seim, Anders Jormin, Markku Ounaskari. 17. Mai 2025, abgerufen am 27. Mai 2026.
  5. ↑ hr-bigband de, Frankfurt Germany: Konzert in Frankfurt und Dortmund: Miles Davis 100. 3. Juni 2025, abgerufen am 28. Mai 2026 (deutsch).
  6. ↑ Pageeditor: Alte Oper Frankfurt. Abgerufen am 28. Mai 2026.
  7. ↑ Arve Henriksen / Harmen Fraanje – Touch of Time - Jazz Views. 1. Februar 2024, abgerufen am 28. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
  8. ↑ Victoriah Szirmai: Arve Henriksen / Cartography. In: fairaudio. 13. Mai 2026, abgerufen am 28. Mai 2026.
  9. ↑ Radka Toneff-pris i Molde. In: ballade.no. 17. Juli 2007, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. August 2012; abgerufen am 21. Juli 2017 (norwegisch).