Audigast

Audigast
Stadt Groitzsch
Koordinaten: 51° 10′ N, 12° 17′ OKoordinaten: 51° 10′ 23″ N, 12° 17′ 17″ O
Fläche: 3,19 km²
Einwohner: ca. 350 (15. Mai 2022) HW
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1996
Postleitzahl: 04539
Vorwahl: 034296
Audigast (Sachsen)
Audigast (Sachsen)
Lage von Audigast in Sachsen

Audigast ist ein Ortsteil der Stadt Groitzsch im sächsischen Landkreis Leipzig und gleichzeitig der Name der Ortschaft Audigast. Die Ortschaft besteht aus den Ortsteilen Audigast selbst, Kobschütz und Schnaudertrebnitz. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Ab dem 1. Januar 1994 bildete Audigast gemeinsam mit den Nachbargemeinden Auligk, Berndorf und Großstolpen eine Verwaltungsgemeinschaft und wurde 1996 nach Groitzsch eingemeindet. Der Ort liegt an der Mitteldeutschen Straße der Braunkohle.

Geographische Lage

Audigast liegt in der Leipziger Tieflandsbucht nördlich der Kleinstadt Groitzsch. Westlich des Orts verläuft die Schnauder, die sich kurz zuvor mit der Schwennigke vereinigt hat und im Norden von Audigast in die Weiße Elster mündet.

Der 1963 aufgeschlossene Tagebau Peres baggerte um 1980 den Bereich östlich von Audigast ab. Nach seiner vorläufigen Stilllegung im Jahr 1991 wurde das Areal renaturiert.

Geschichte

Das nördlich der Kleinstadt Groitzsch unweit der Weißen Elster gelegene Dorf wurde 1330 erstmals als Vdegoz erwähnt. 1378 gehörte der Ort zum castrum Groitzsch, das 1460 mit dem Geleitsamt Pegau zum Amt Pegau vereinigt wurde. Seitdem lag der Ort bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Pegau. Audigast war Sitz eines Herrengutes, welches später zum Rittergut erhoben wurde. Im Ort gab es den Ober- und Unterhof. Letzterer war im Jahr 1467 im Besitz von Fritz von Peres. Nachdem der Oberhof im Jahr 1812 niederbrannte, wurde der Grundbesitz beider Höfe 1816 vereinigt. Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Pegau und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.

Am 1. Oktober 1948 wurden die Gemeinden Kobschütz und Schnaudertrebnitz nach Audigast eingemeindet. Audigast wurde 1952 dem Kreis Borna im Bezirk Leipzig, 1990 dem Landkreis Borna und 1994 dem Landkreis Leipziger Land angegliedert. Seit dem 1. Januar 1994 bildete Audigast gemeinsam mit den Nachbargemeinden Auligk, Berndorf und Großstolpen eine Verwaltungsgemeinschaft, die am 1. Januar 1996 komplett nach Groitzsch eingemeindet wurde. Seitdem ist Audigast ein Ortsteil der Stadt Groitzsch.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr1548/51176418341871189019101925193919461950196419902011
Einwohner  a) b)281286346378384378498730 c)542 c)716 c)266
b) 
21 besessene Mann, 12 Häusler, 13 Hufen
c) 
mit Köbschütz und Schnaudertrebnitz

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Audigast1. Januar 1996Eingemeindung nach Groitzsch
Kobschütz1. Oktober 1948Eingemeindung nach Audigast
Schnaudertrebnitz1. Oktober 1948Eingemeindung nach Audigast

Sehenswürdigkeiten

St. Martin-Kirche
Schloss Audigast

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Gemarkung Audigast, Stadt Groitzsch. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.
  2. ↑ Audigast: Ortsteil von Groitzsch. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im März 2026.
  3. ↑ Hauptsatzung. (PDF; 155 kB) § 16. In: Webauftritt. Stadt Groitzsch, abgerufen im März 2026.
  4. ↑ Beschreibung des Tagebaus Peres in einem Dokument der LMBV. Abgerufen am 3. November 2024.
  5. ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f.
  6. ↑ Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. April 2023; abgerufen am 18. Juli 2025.
  7. ↑ Audigast im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  8. ↑ Kleinräumiges Gemeindeblatt für Groitzsch, Stadt. (PDF; 0,9 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 17. Februar 2015.
  9. 1 2 Christian Rietschel, Bernd Langhoff: Dorfkirchen in Sachsen. Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Berlin 1963
  10. ↑ St. Martin-Kirche Audigast. Archiviert vom Original; abgerufen am 6. September 2012.
  11. ↑ Wasserschloss Audigast im Nebel (Memento vom 17. Februar 2015 im Internet Archive) von Kathrin Haase, Artikel in der Onlineausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 21. Januar 2010, abgerufen am 30. November 2011.
  12. ↑ https://www.engelvoelkers.com/de/de/exposes/04a45720-1154-5d84-bf07-7718fb15c6c5
Commons: Audigast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien