August Zirner kam 1956 als einziges Kind des Opernregisseurs Ludwig Zirner (1906–1971) und dessen Frau Laura Beata, geb. Wärndorfer (1915–1984), in den Vereinigten Staaten zur Welt. Seine Eltern waren österreichische Emigrantenjüdischen Glaubens. Drei Großeltern Zirners kamen aus jüdischen Familien; sein Großvater väterlicherseits war der österreichisch-ungarische Komponist Franz Schmidt.
Zirners Urgroßvater Ludwig Zwieback führte unter dem Namen Ludwig Zwieback & Bruder während der k.u.k.-Monarchie eines der bedeutendsten Wiener Bekleidungsgeschäfte. Zwiebacks Tochter Ella (1878–1970), Zirners Großmutter, erbte 1930 den wesentlichen Teil des Unternehmens. Die Familie wurde 1938 vom Nazi-Regime enteignet.
Als August Zirner 14 Jahre alt war, starb sein Vater. August Zirner lebt seit 1973 in Europa, in Wien besuchte er von 1973 bis 1976 das Max-Reinhardt-Seminar. Nach dem Debüt am Volkstheater Wien folgten Engagements in Hannover, Wiesbaden und bei den Münchner Kammerspielen.
Zirner trat 2009 als Flötist mit dem Spardosen-Terzett im Bühnenprogramm Diagnose: Jazz auf. Ab Mai 2011 war Zirner in Blind Date nach dem Film von Theo van Gogh am Schauspielhaus Graz in einer Inszenierung von Bernadette Sonnenbichler zu sehen. Seit 2011 steht er auf der Bühne des Residenztheaters München, ab 2015 spielte er Nathan den Weisen im Münchener Volkstheater in einer Inszenierung von Christian Stückl. Gemeinsam mit Sven Faller führte er das Programm Transatlantische Geschichten auf.
C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S.793.