Auke Tellegen (* 16. Juli 1930 in Batavia; † 8. März 2024 in Arden Hills (Minnesota)) war ein niederländisch-US-amerikanischer Persönlichkeitspsychologe und emeritierter Professor der University of Minnesota.
Er entstammte väterlicherseits aus einer berühmten Juristenfamilie. Sein Vater Pieter Helenus Wigbold Floris Tellegen (1895–1977) studierte Rechtswissenschaften und war anschließend stellvertretender Staatsanwalt in Niederländisch-Indien. Nach seiner Rückkehr in die Niederlande wurde er 1936 Bürgermeister von Terneuzen. Seine Mutter Veronica und Pieter lernten sich während seiner Zeit als Staatsanwalt in Indonesien kennen und heirateten. Sie wird als eine furchtlose Friesin beschrieben und versteckte während der Kriegsjahre und der Nazi-Besetzung von den Niederlanden Juden im Haus der Familie. Beide werden als Gerechte unter den Völkern aus den Niederlanden genannt.
Auke Tellegen erwarb 1949 in den Niederlanden einen Bachelor of Law an der Freien Universität Amsterdam und 1957 einen Doctorandus-Titel in Psychologie an der Universität Amsterdam; dies ist ein niederländischer akademischer Titel nach dem alten Bachelor-Master-System, der durch das Bestehen des „doctoraalexamen“ erworben wird, einer Prüfung, die in der Regel das Universitätsstudium abschließt. 1962 promovierte er an der University of Minnesota in Persönlichkeitspsychologie und absolvierte 1963 ein Postdoktorandenstipendium in klinischer Psychologie an der Medizinischen Fakultät der University of Minnesota. Von 1963 bis 1966 war er hier Assistant Professor, ab 1966 Associate Professor und von 1968 bis 1999 war er Professor der Fakultät für Psychologie an der University of Minnesota, 1999 ging er in den Ruhestand.
Er hat auf den Gebieten der Persönlichkeitspsychologie, der Hypnose und der Verhaltensgenetik gearbeitet. Er war Mitglied des Komitees, das den MMPI-2 weiterentwickelte, und er leitete die anschließenden Arbeiten zur Modernisierung des Inventars, beginnend mit der Entwicklung der Restructured Clinical (RC) Scales und der Mitentwicklung des MMPI-2-RF und des MMPI-3. Er ist außerdem Autor des Multidimensional Personality Questionnaires (MPQ), einem Breitbandtest zur Erfassung der normalen Persönlichkeit.
Auf ihn geht auch die Entwicklung des Persönlichkeitskonstrukts Absorption (Psychologie), verstanden als Offenheit gegenüber emotionalen und geistigen Änderungen, zurück, mit dem Unterschiede in der Hypnosesuggestibilität zwischen Menschen erklärt werden können.
Zusammen mit dem Verhaltensbiologen David T. Lykken untersuchte er die genetische Basis von Glück. Aufgrund der Daten von 1380 ein- und zweieiigen Zwillingspaaren kamen sie zu dem Ergebnis, dass etwa die Hälfte des Lebensglücks von den Genen bestimmt wird. Danach sei jedem Menschen ein „Set-Point“ des Glücks mitgegeben. Ähnlich wie sich das Körpergewicht eines Menschen auch nach noch so vielen Diäten immer wieder bei seiner biologisch vorgegebenen Norm einpendelt, wird das Glücksgefühl durch erfreuliche oder unerfreuliche Ereignisse zwar kurzzeitig beeinflusst, kehrt dann jedoch zum Set-Point zurück.
Er war verheiratet mit Lysbeth Tellegen (geb. Lysbeth Marijke van der Veen) († 2011). Der Ehe entstammten der Sohn Peter Tellegen und die Tochter Gwendolyn Antoinette Tellegen. Er war ein Liebhaber der Werke von Johann Sebastian Bach und Mitglied der Bach Society of Minnesota. Zudem verbrachte er einen Teil seiner Freizeit damit, Seidenpflanzen anzubauen, um die Fortpflanzung der Monarchfalter zu fördern.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tellegen, Auke |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländisch-US-amerikanischer Persönlichkeitspsychologe und Professor |
| GEBURTSDATUM | 16. Juli 1930 |
| GEBURTSORT | Batavia |
| STERBEDATUM | 8. März 2024 |
| STERBEORT | Arden Hills (Minnesota) |