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Dieser Artikel behandelt ein Gebäck; zum schweizerisch „Plätzli“ genannten Fleischstück siehe Schnitzel; siehe auch: Platzgen, Sportart.
Die üblichen Formen sind runde Taler, rechteckige Schnitten, Ringe, Rauten, Makronen, Häufchen, Kipferl oder mithilfe von Ausstechformen erzeugte Figuren.
Bezeichnungen
Das Diminutiv „Plätzchen“ leitet sich vom frühneuhochdeutschenplacz, blacz "flach geformter Kuchen, Fladen" (15. Jh.) ab, der seinen Namen aufgrund der flachen Form vom Wort Platz (ursprünglich von altfranzösisch place) erhielt. Das Wort „Keks“ stammt vom englischen „cakes“ („Kuchen“).
Im Schweizerdeutschen wird das Gebäck Guetzli/Guetsli, Güetzi, Gueteli und ähnlich, älter auch Chröömli, Chrööli genannt, in Süddeutschland Platzerl, Bredla (= Brötlein), Loible/Loibla (= Laiblein) oder Guatl/Guatsle/Gutsle.
In den USA ist die Bezeichnung Cookies üblich. In Großbritannien nennt man sie Biscuits (ein englisches Lehnwort aus dem Französischen), auch wenn sie in der Zusammensetzung nicht unbedingt dem deutschen Biskuit entsprechen.
Herstellung
Rohe Plätzchen vor dem BackenFertig gebackene Plätzchen
Zu Weihnachten werden traditionell – vor allem in Familien – Plätzchen gebacken. Die rohen Plätzchen werden auf einem Backblech verteilt, das vorher mit Backpapier ausgelegt werden kann. Die Backzeit ist kurz. Dass die Plätzchen fertig sind, erkennt man an einer ganz leichten Bräunung der Oberfläche. Die Herstellung der verschiedenen Plätzchenarten unterscheidet sich durch die verwendeten Zutaten und vor allem bei der Ausformung des Teiges:
Die Plätzchenbäckerei entwickelte sich parallel zum Konsum von Kaffee, Tee und Kakao, in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert, v.a. beliebt bei den Damen der gehobenen Gesellschaft. Bei den Kaffeekränzchen wurden auch kleine Gebäckstücke gereicht. Außer Biskuitgebäck waren auch Formgebäcke (Springerle) beliebt. Alle Konditorei-Erzeugnisse, also auch die Plätzchen, waren bis weit in das 19. Jahrhundert hinein Luxus, denn Zucker und andere Zutaten wie Mandeln oder Kakao waren sehr teuer. Das änderte sich, als es gelang, billigen Zucker aus den heimischen Zuckerrüben zu gewinnen. Danach konnten Plätzchen auch in den einfachen Haushalten zu besonderen Anlässen gebacken werden.
↑Ulrich Ammon, Hans Bickel, Jakob Ebner, Ruth Esterhammer, Markus Gasser, Lorenz Hofer, Birte Kellermeier-Rehbein, Heinrich Löffler, Doris Mangott, Hans Moser, Robert Schläpfer, Michael Schloßmacher, Regula Schmidlin, Günter Vallaster: Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Berlin / New York: Walter de Gruyter, 2004; S.315, S.579.
↑Ingrid Pernkopf: Weihnachtsbäckerei aus Österreich. Salzburg 2006.
↑Claus Schünemann:Lernfelder der Bäckerei - Produktion: Praxis-Theorie-Lehrwerk für die Berufsausbildung zum Bäcker, zur Bäckerin. Gildebuchverlag GmbH, 2011, ISBN 978-3-7734-0165-6, S.232 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).