Axel C. Kronenberg

Axel Christoph Kronenberg (* 15. Mai 1938 in Berlin) ist ein deutscher Offizier und Heimatforscher.

Leben

Axel Kronenberg wurde 1938 als zweites von drei Kindern von Kurt Kronenberg und Liselotte, geb. Deicke, in Berlin-Charlottenburg geboren.

Kronenberg war ab 1960 als Pionier, Diplomingenieur und Generalstabsoffizier bei der Bundeswehr tätig und wurde 1996 als Oberst i. G. pensioniert. In seiner letzten Verwendung arbeitete er an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Sein historisches Engagement dient in besonderem Maße der Erforschung, Bewahrung und Veröffentlichung des historischen Erbes der Samtgemeinde Lamspringe und der Stadt Bad Gandersheim. Kronenberg hielt zu diesen Themen auch Vorträge. Mit seinen historischen Veröffentlichungen über Bad Gandersheim knüpft er an die Arbeiten seines Vaters Kurt Kronenberg an. Er wurde am 1. November 2018 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet.

Kronenberg wohnt heute in Lamspringe im Landkreis Hildesheim.

Engagement als Heimatforscher

Kronenberg fand heraus, dass die Fresken von Alfred Ehrhardt in der Krypta der Klosterkirche Lamspringe 1938 von den Nationalsozialisten übertüncht worden waren, da sie als Entartete Kunst galten. Auf Kronenbergs Anregung hin wurden die Wand- und Deckenmalereien restauriert, wobei zwischen 2006 und 2010 sechs von ursprünglich 14 Gemälden freigelegt und im Oktober 2011 neu eingeweiht wurden. Kronenberg entdeckte zudem drei stark beschädigte und verschmutzte Engel auf der Empore der barocken Orgel der Klosterkirche. Daraufhin veranlasste der Restaurator der Klosterkammer die Restaurierungsarbeiten, die im Jahr 2016 durch Dieter Paule aus Bad Salzdetfurth durchgeführt wurden.

Bei Forschungen in einem Archiv in Sachsen-Anhalt entdeckte Kronenberg einen Taufengel der Kirche von Graste. Auf seinen Einsatz hin veranlasste die Klosterkammer Hannover eine Rückführung nach Graste und übernahm einen Teil der Renovierungskosten. Die restlichen Gelder stammten aus EU-Mitteln und von Sponsoren, die Kronenberg gewinnen konnte. Im März 2012 wurde der Taufengel eingeweiht. Des Weiteren setzte er sich für die Restaurierung des Torsos eines barocken Taufengels (um 1750) der Kirche von Evensen ein, der nach über 100 Jahren unsachgemäßer Lagerung auf dem Dachboden der Kirche in schlechtem Zustand wiederentdeckt worden war, und nach Restaurierung durch die Hildesheimer Restauratorin Johanna Fuchs im Jahr 2014 wieder aufgehängt wurde.

Im Rahmen der Initiative Gegen das Vergessen erfasste und dokumentierte er die Grabsteine der vier Friedhöfe in Lamspringe: evangelischer Friedhof, katholischer Friedhof, historischer Friedhof und jüdischer Friedhof mit insgesamt ca. 900 Grabsteinen im Grabstein-Projekt der Gesellschaft für Computergenealogie. Außerdem ordnete er ehrenamtlich das historische Archiv der Samtgemeinde Lamspringe.

Ferner erfasste er die Friedhöfe in Neuhof, die Friedhöfe (St. Georgsfriedhof, Salzbergfriedhof und jüdischer Friedhof) in Bad Gandersheim. den Friedhof in Graste, den historischen Friedhof in Kahlefeld und den jüdischen Friedhof in Seesen, insgesamt wurden 3677 Grabsteine dokumentiert.

Außerdem ordnete er ehrenamtlich das historische Archiv der Samtgemeinde Lamspringe.

Regionalhistorische Schriften (Auswahl)

Monographien und Sammelbände

Kirchenführer

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ „Sein Engagement ist beispiellos“: Verdienstkreuz für Axel Kronenberg. In: hildesheimer-allgemeine.de. 1. November 2018, abgerufen am 19. November 2025.
  2. ↑ Von Nazis übertünchte Gemälde in Lamspringe restauriert. dadp, 30. September 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Dezember 2013; abgerufen am 25. Mai 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Kielhorn: Exkursion nach Lamspringe: Am 22. Juni in die Krypta der Klosterkirche. Bad Gandersheim, 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2013; abgerufen am 25. Mai 2013.
  4. ↑ Alfelder Zeitung vom 8. Oktober 2016, S. 14.
  5. ↑ moe: In weißer Schlichtheit. In: leinetal24.de. 8. April 2014, abgerufen am 19. November 2025.
Personendaten
NAME Kronenberg, Axel C.
ALTERNATIVNAMEN Kronenberg, Axel Christoph
KURZBESCHREIBUNG deutscher Offizier und Geschichtsforscher
GEBURTSDATUM 15. Mai 1938
GEBURTSORT Berlin