Axel Jonas Halbach

Axel Jonas Halbach (2022)

Axel Jonas Halbach (* 18. März 1934 in Hamburg; † 12. Dezember 2022 in Ismaning) war ein deutscher Diplom-Kaufmann und Schriftsteller.

Leben

Halbach besuchte das Gymnasium Hamburg-Volksdorf. Nach einer kaufmännischen Ausbildung war Halbach über viele Jahre am ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München als Mitarbeiter der Abteilung für Entwicklungsländer tätig. In seiner Funktion war er de facto Chefredakteur der Afrika-Studien, eines renommierten wissenschaftlichen Forums, in dem zwischen 1975 und 1999 über 40 Bände erschienen.

Früh hatte er Reisen ins Ausland unternommen: in den Jahren 1956/57 und 1963/64 lebte er jeweils für ein Jahr in Südwest- und Südafrika. Diese prägenden Erfahrungen beeinflussten maßgeblich seine über 30 Jahre andauernde berufliche Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit, die ihn in mehr als 25 Länder Afrikas und Asiens führte. Im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit führte er über 100 Entwicklungsprojekte durch. Unter anderem erbrachte er den empirisch gestützten Nachweis, dass Länder mit stärker marktwirtschaftlich orientierter Ordnungspolitik in Bezug auf wirtschaftliche und soziale Indikatoren erfolgreicher waren als planwirtschaftlich orientierte Staaten. Dies führte zu erheblichen Diskussionen innerhalb des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und beeinflusste einen Paradigmenwechsel in der deutschen Entwicklungspolitik.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf dem südlichen Afrika, insbesondere auf Namibia. Schon vor der offiziellen Unabhängigkeit des Landes 1990 war Halbach mit zahlreichen Studien und der Erstellung eines Entwicklungsmasterplans betraut. Er koordinierte über zwanzig sektorale Untersuchungen und galt als einer der einflussreichsten externen Fachleute bei der Vorbereitung der Unabhängigkeit. Auch im Präsidentenbüro in Windhoek lagen später Empfehlungen aus seiner Feder aus.

Halbach ist Autor und Mitautor zahlreicher wissenschaftlicher Studien, die in den wichtigsten Bibliotheken weltweit verzeichnet sind. Seine Arbeiten behandeln Themen der Entwicklungsökonomie, internationalen Zusammenarbeit und regionalen Wirtschaftsanalyse.

Axel Jonas Halbach starb am 12. Dezember 2022 in Ismaning, wo er auf dem Neuen Friedhof bestattet wurde.

Künstlerisches Wirken

Das Schreiben, Malen und Dichten begleiteten ihn sowohl während seiner aktiven Berufstätigkeit als auch im Ruhestand. Als leidenschaftlicher Leser von Karl-May-Romanen begann Halbach bereits in seiner Jugend mit dem Schreiben von Abenteuergeschichten im Stil seines literarischen Vorbilds. Aus diesen frühen Texten entwickelten sich im Laufe der Zeit 20 eigenständige Bände. Bekannt wurde er vor allem für diese sogenannten Karl-May-Pastiche – in Mays Stil verfasste Romane, die auch dessen Figuren und Themen aufgriffen. Einige der Bücher erschienen im Blitz-Verlag München, andere im Selbstverlag.

Halbach gelingt es in seinen Romanen sehr schön, Karl Mays Abenteuerwelt wieder erstehen zu lassen, aber er setzte auch eigene Akzente. So holte er Karl Mays Ich-Helden von seinem Supermannsockel herab. Bei Halbach ist Kara Ben Nemsi/Old Shatterhand mehr ein primus inter pares, der einheimische Helfer als gleichberechtigter Partner mit ins Boot nimmt. Auch Halef ist nicht nur der kleine tapfere „Freund und Beschützer“ seines Sidi, sondern Halbach hat ihm auch viel von der barbarisierenden Darstellung dieses Helden in der Interpretation Ralf Wolters aus den Verfilmungen der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts mitgegeben.

Auch verfasste er humorvolle und reflektierende Gedichte, oft in Anlehnung an Wilhelm Busch. In Versform schilderte er Erlebnisse aus Schule, Studium, Beruf und Familienleben.

Neben Karl May und Afrika galt Halbachs Liebe aber seit seinen jungen Jahren auch der Malerei. Schon als Schüler schuf er fantasievolle Bilder. Sein Bild „Gespräch unter vier Augen“ ging sogar in die Annalen seines Gymnasiums in Hamburg-Volksdorf ein, als er als Schüler mit zwei Freunden auf die Idee kam, eins der von lokalen Künstlern in der Schule ausgestellten Bilder durch sein eigenes Bild zu ersetzen. Auch bei der Malerei konnte Halbach seiner überbordenden Fantasie freien Lauf lassen. Im Laufe von über 68 Jahren entstanden mehr als 1000 „verrückte Bilder“ (Halbach), zu denen er jeweils auch launige Kurzgedichte verfasste.

Als Maler verband Halbach in seinen Arbeiten häufig abstrakte, figurative und humorvolle Elemente. 2017 wurden seine Gemälde in einer Einzelausstellung mit dem Titel Die fabelhafte Welt von Axel Halbach im KreativRaum „An der Schwelle“ in Ismaning gezeigt. In einer Rezension in der Süddeutschen Zeitung hieß es:

„Der 83-Jährige malt seit seiner Jugend, die Werke im Kreativraum zeugen von der großen Bandbreite, die sich über 60 Jahre hin entwickelt hat. Farbenprächtige Fabelwesen schlängeln sich durch die Rahmen, gegenüber vermitteln zurückhaltend skizzierte Instrumente den Klang von Smooth Jazz. Längere Auslandsaufenthalte in Afrika und Asien haben Halbach geprägt, er war lange in der Entwicklungsarbeit tätig. Anlehnungen an Masken und afrikanische Muster lassen das in seinen Arbeiten erahnen.“

Wissenschaftliche Publikationen (Auswahl)

Literarische Werke (Auswahl)

In der Reihe Kara ben Nemsi - Neue Abenteuer im Blitz-Verlag

In der Reihe Im Wilden Westen Nordamerikas (Neue Abenteuer mit Old Shatterhand) im Blitz-Verlag

Quelle

Rezeption

Die literarischen Arbeiten Halbachs wurden in verschiedenen Fachpublikationen diskutiert. Volker Krischel würdigte sein Werk unter anderem in den KMG-Nachrichten sowie in der Zeitschrift Karl May in Leipzig. Halbachs Texte galten als respektvolle und kreative Erweiterung des Karl-May-Kosmos.

Literatur

Commons: Axel Jonas Halbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Edelgard Halbach mit der ganzen Familie: Traueranzeigen von Axel J. Halbach. In: sueddeutsche.de. 17. Dezember 2022, abgerufen am 25. Juli 2025.
  2. 1 2 Königliche Bibliothek der Niederlande.
  3. ↑ Volker Krischel: Eine etwas andere Welt des Karl May. In: KMG-Nachrichten, Nr. 198, März 2018, S. 43–47.
  4. ↑ Volker Krischel: Zweite Heimat Leipzig: Axel J. Halbachs literarische Visionen. In: Karl May in Leipzig, Nr. 117 (2019), S. 20–26.
  5. 1 2 Volker Krischel: Abschied, lieber Shatterhand ben Nemsi. Zum Tode von Axel Jonas Halbach. In: Karl May in Leipzig. Band 34, Nr. 132, 2023, ISSN 2568-2946, S. 17–19.
  6. 1 2 Irmengard Gnau: Über die Schwelle. In: Süddeutsche Zeitung. 10. Dezember 2017, abgerufen am 21. September 2025.
  7. ↑ Axel J. Halbach: Im wilden Westen Nordamerikas 14: Im Land der Saguaros. Blitz Verlag, 2023, ISBN 978-3-95719-445-9 (google.de [abgerufen am 28. Juli 2025]).
  8. ↑ Einträge im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (nicht dem Datensatz Axel J. Halbach zugeordnet) und Allgemeine Publikationsliste auf der Website des Blitz-Verlag (PDF)
Personendaten
NAME Halbach, Axel Jonas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Diplom-Kaufmann, Schriftsteller und Künstler
GEBURTSDATUM 18. März 1934
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 12. Dezember 2022
STERBEORT Ismaning