
Axel Ranisch (* 30. Juni 1983 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Film- und Opernregisseur, Autor, Schauspieler und Produzent.
Axel Ranisch wurde 1983 im Ost-Berliner Bezirk Lichtenberg geboren und wuchs im Ortsteil Fennpfuhl auf. Im Jahre 2003 machte er sein Abitur. Schon davor, im Juni 2002, hatte er seinen ersten Kurzfilm realisiert. In den folgenden sieben Jahren entstanden etwa 80 Kurzfilme in Eigenregie und einige weitere unter seiner Mitwirkung als Darsteller, Autor, Filmkomponist oder Filmeditor. Noch parallel zum Abitur begann Ranisch eine Ausbildung in Medien- und Theaterpädagogik an der brandenburgischen DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin, die er im Frühjahr 2004 abschloss. Seitdem leitete er zahlreiche Projekte als Medienpädagoge.
Axel Ranisch studierte dann von 2004 bis 2011 an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Regie. Seine dort entstandenen Filmwerke sind auf über hundert kleinen und größeren Filmfestivals gezeigt worden (darunter die Werkstatt der Jungen Filmszene) und wurden in regelmäßigen Abständen mit Auszeichnungen bedacht. Einen ersten größeren Erfolg landete Axel Ranisch mit seinem Diplomfilm Dicke Mädchen, durch den er zum Exponenten des German Mumblecore wurde. Mit seiner Großmutter Ruth Bickelhaupt (1921–2022) in der Hauptrolle und den beiden Schauspielern Heiko Pinkowski und Peter Trabner an ihrer Seite, improvisierten sie ohne Filmteam und Budget in nur zehn Drehtagen eine Tragikomödie, die im Oktober 2011 ihre Premiere bei den Hofer Filmtagen feierte und auf zahlreichen nationalen und internationalen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet wurde. Zudem beendete Axel Ranisch sein Regiestudium dank dieses Films mit Auszeichnung. Im November 2012 kam Dicke Mädchen im Verleih von MissingFILMs bundesweit in die Deutschen Kinos. Im selben Jahr gründete Ranisch mit seinen Kommilitonen Dennis Pauls und Anne Baeker sowie dem Schauspieler Heiko Pinkowski die gemeinsame Produktionsfirma Sehr gute Filme.
Zusammen mit den Regisseuren Tom Tykwer, Chris Kraus, Robert Thalheim und Julia von Heinz drehte Ranisch den Dokumentarfilm Rosakinder (2012) über die Beziehung zu ihrem gemeinsamen „Filmvater“ und Mentor Rosa von Praunheim: „Rosa hat mir Mut gemacht, mich auf ein Treppchen gestellt und wieder runtergeholt, mir Vertrauen geschenkt, mich gefördert und gefordert, den Weg in die Filmbranche geebnet, mich angestachelt, unter Druck gesetzt, mich wütend gemacht, zum Lachen gebracht, nie im Stich gelassen und getröstet, wenn ich Hilfe brauchte. Für mich hätte es keinen besseren Professor als ihn geben können und deshalb wird er es auch für immer bleiben: mein Prof. Rosa von Praunheim.“
2013 inszenierte Ranisch seinen ersten Opernabend (The Bear von William Walton & La voix humaine von Francis Poulenc) an der Bayerischen Staatsoper in München. Zudem startete sein Debütfilm Ich fühl mich Disco am 31. Oktober 2013 bundesweit in den deutschen Kinos und wurde erneut national und international mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. Am 25. September 2014 feierte in der Orangerie von Schloss Herrenhausen in Hannover, im Rahmen der KunstFestSpiele Herrenhausen, die Komische Oper George von Elena Kats-Chernin ihre Welturaufführung. Ranisch war in dieser Produktion nicht nur für die Inszenierung verantwortlich, er verfasste auch das Libretto. Im Frühjahr 2018 inszenierte Ranisch sein erstes Theaterstück Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse nach Christine Nöstlinger am Theater an der Parkaue.
Im gleichen Zeitraum erschien im Ullstein Verlag sein erster Roman Nackt über Berlin, der den mit 2.222 Euro dotierten Debütpreis der lit.Cologne 2018 erhielt. Die Bühnen Halle sicherten sich früh die Lizenz für eine Bühnenbearbeitung, und bereits am 16. September 2018 fand die Uraufführung als erste Musiktheaterpremiere der Saison unter großem Zuspruch der Kritiker statt. Die dreistündige Inszenierung von Henriette Hörnigk auf der Opern-„Raumbühne“ sei „ein Pointenfeuerwerk mit Tiefgang, eine Art böses Tschick“, kommentierte Matthias Schmidt auf Nachtkritik.
Zu Axel Ranischs wichtigsten Lehrern und Mentoren gehören der bildende Künstler Ricardo Zamora, der Filmemacher Rosa von Praunheim, die Pädagogin und Autorin Annelie Streit, der Publizist und Schriftsteller Gerhard Dahne und der langjährige Leiter der Berliner Bildungsstätte Wannseeforum, Moritz von Engelhardt.
Nach einer Gastprofessur im Jahr 2022 ist Axel Ranisch seit 2023 Lehrkraft für besondere Aufgaben, Bewegtbild/Künstlerischer Film an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken (HBKsaar) und unterrichtet im Studiengang Media Art Design die Studierenden des Filmateliers von Professorin Cho Sung-hyung.
Ranisch ist offen homosexuell und lebt in Berlin. Im Jahr 2016 hat Ranisch seinen langjährigen Partner, den Autor Paul Norman Zacher, geheiratet, mit dem er auch gelegentlich zusammenarbeitet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ranisch, Axel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 30. Juni 1983 |
| GEBURTSORT | Ost-Berlin |