| Internationale Hofer Filmtage | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Ort | Hof, |
| Veranstalter | Cine Center Hof e. V. |
| Website | https://www.hofer-filmtage.com/de |
Die Internationalen Hofer Filmtage sind ein jährlich im Oktober stattfindendes Filmfestival in Hof in Bayern. Dabei werden an sechs Tagen in zwei Kinos und insgesamt acht Kinosälen rund 130 Filme (ca. 90 Spiel- und Dokumentarfilme und 40 Kurzfilme) in mehr als 200 Vorstellungen angeboten. Alle Filme (mit Ausnahme der Retrospektive) laufen als deutsche Erstaufführung bzw. Weltpremiere. Das Filmfestival zählt jährlich rund 30.000 Besucher.
Nach dem Tod des Gründers der Internationale Hofer Filmtage Heinz Badewitz im 2016 übernahm im darauffolgenden Jahr Thorsten Schaumann die künstlerische Leitung des Filmfestivals.

Initiatoren des Festivals waren Heinz Badewitz und Uwe Brandner, die auch Mitglieder der Hofer „New Jazz Group“ waren, zusammen mit dem Künstler Werner Weinelt, der später seine Galerie in die Kneipe Galeriehaus verlegte. Badewitz, bis zu seinem Tod 2016 der Leiter des Festivals, und Brandner zogen nach München und drehten dort seit 1963 Kurzfilme. Badewitz und Brandner hatten Schwierigkeiten, ein Kino für die Vorführung ihrer Kurzfilme zu finden. Da Badewitz aus Hof stammte und die Hofer Kinobetreiber kannte, beschlossen sie kurzerhand, die Filmschau in der oberfränkischen Stadt zu veranstalten. So entstand 1967 ein Hofer Kurzfilmfestival mit 2½-stündigem Programm.
1968 wurde Badewitz mit seinem zweiten Kurzfilm in den Deutschen Wettbewerb zu den Oberhausener Kurzfilmtagen eingeladen. Der Skandal um den Beitrag „Besonders Wertvoll“ von Hellmuth Costard führte nach Hof, da die Filmemacher aus Protest ihre Werke vom Festival in Oberhausen zurückzogen. Das war der Startschuss für die zweiten Internationalen Hofer Filmtage im Jahr 1968. Die Filmtage waren anfangs ein reines Publikumsfestival ohne Wettbewerb und Filmpreise. Schnell entwickelt sich Hof zum jährlichen Treffpunkt der „Jungfilmer“, der Filmemacher des Neuen Deutschen Films. Viele Regisseure präsentieren hier ihre Debütfilme und bleiben dem Festival jahrelang verbunden. Zum 25. Festivaljubiläum prägte Wim Wenders 1991 den Begriff „Hof: Home of Films“. Das Motto der Filmtage lautet: „Wir brauchen keine Stars – wir machen sie“ (Heinz Badewitz).
1984 feierte der Horrorfilm Nightmare – Mörderische Träume mit der Filmfigur Freddy Krueger seine Welturaufführung auf den Internationalen Hofer Filmtagen. Außerdem gastierte der Regisseur George A. Romero 1978 mit seinem Horrorfilm Zombie – Dawn of the Dead auf dem Filmfestival in Bayern. Völlig überraschend verstarb Heinz Badewitz während der Vorbereitungen für das 50. Jubiläumsfestival der Hofer Filmtage im März 2016. Die 50. Internationalen Hofer Filmtage fanden trotzdem wie gewohnt in der letzten Oktoberwoche des Jahres statt. Sie wurden von dem Hofer Filmtage Team und den vielen freiwilligen Mitarbeiten organisiert. Das Filmprogramm wurde von Linda Söffker, Alfred Holighaus und Thorsten Schaumann kuratiert.

Seit den 51. Internationalen Hofer Filmtagen 2017 ist Thorsten Schaumann der Künstlerische Leiter der Internationalen Hofer Filmtage. Er hat das Programm „HoF PLUS“ ins Leben gerufen, das die Filmtage während der Festivalzeit mit Panel-Diskussionen zu aktuellen Themen der Branche begleitet, und „HoF RENDEZVOUS“ initiiert, das während des Jahres Filme aus dem vorjährigen Programm der Filmtage präsentiert.
Im Jahr 2018 fand zum ersten Mal eine Kooperation mit dem Internationalen Filmfestival Karlovy Vary statt.
Aufgrund der Corona-Pandemie 2020 war das Festival zum ersten Mal auch online zugänglich. Mit „HoF-On-Demand“ sind die Festvalfilme auch für Interessierte zugänglich, die nicht zum Festival kommen. Zudem waren aufgrund der geringeren Auslastungsmöglichkeiten 4 zusätzliche Vorführstätten eingeplant.
Zum 55. Jubiläum führte die Stadt Hof neue Preise ein, den Kurzfilmpreis der Stadt Hof und den Publikums-Kurzfilmpreis der Stadt Hof. 2021 wurden die Preise zum ersten Mal verliehen.
Traditionell findet ein Fußballspiel statt: Dabei spielt jährlich am Filmtage-Samstag eine Auswahl von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten als „FC Hofer Filmtage“ gegen den „FC Filmwelt Hof“, bestehend aus Mitarbeitern und Fans.
Mit einem wöchentlich wechselnden Programm bestehend aus Filmen und Gesprächsrunden im Internet unterstützen die Internationalen Hofer Filmtage die Filmbranche während der Corona-Krise. Das Projekt „HoF Filmtage Rendezvous“ zeigt Filme wie Haldern Pop – Dorf mit Festival und alle zwei Wochen das 45-minütige Talkformat „HoF Talk Rendezvous“. Anstatt ein Ticket zu kaufen, können die Zuschauer online spenden und haben zusätzlich die Möglichkeit über einen Chat mit Filmschaffenden zu kommunizieren.
Das Festival deckt beinahe das gesamte Spektrum des Films jenseits des Mainstreams ab. Bei der Herkunft der Filme liegt der Schwerpunkt auf dem deutschen Film, z. B. 1979 Monach, 1986 Der Flieger oder 2021 Das Schwarze Quadrat. Produktionen deutscher Filmhochschulen (vor allem Erstlingswerke) nehmen hier einen großen Teil ein. Auch viele Produktionen aus dem Ausland werden gezeigt: Aus allen Ländern Europas sowie den Vereinigten Staaten, Australien oder Neuseeland. Von den insgesamt 130 Filmen sind gewöhnlich etwa 90 Spielfilme/Dokumentarfilme und etwa 40 Kurzfilme. Diese werden ausgewählt aus ca. 2000 bis 2500 Einsendungen.


Bereits seit Gründung des Festivals ist es typisch, dass viele Regisseure und Schauspieler der eingeladenen Filme in Hof präsent sind und sich den Fragen der Kinobesucher stellen bzw. an Diskussionen im Rahmen der Filmtage teilnehmen. Einigen der Gäste ist es gelungen, nach der Vorstellung in Hof dauerhaft in der deutschen und internationalen Filmszene zu reüssieren. Hier eine Auswahl der Persönlichkeiten:
Außergewöhnlichen Regisseuren wird jedes Jahr eine Retrospektive gewidmet. In dieser wird ein Ausschnitt des Lebenswerks des Künstlers ins Programm aufgenommen. Es finden unter anderem Diskussionsrunden mit dem Gast statt. Im Zentrum standen bisher:
| Jahr | Filmtitel | Regie | Preis |
|---|---|---|---|
| 2024 | Shut Up and Suffer | Emma Bading | Jury-Kurzfilmpreis |
| Fish and Cheese | Sina Guntermann | Jury-Kurzfilmpreis – Lobende Erwähnung | |
| No More Pool Time | Jonas Baumann | Publikums-Kurzfilmpreis | |
| 2023 | Verrücktes Blut | Can Tanyol | Jury-Kurzfilmpreis |
| My Orange Garden | Anna-Sophia Richard | ||
| Niemand wie Ihr | Maximilian Riemer | Publikums-Kurzfilmpreis | |
| 2022 | Angelique | Elisabeth Kratzer | Jury-Kurzfilmpreis |
| Taximann | Leander Behal | Publikums-Kurzfilmpreis | |
| 2021 | Erwachsen oder Sowas | Marlena Molitor | Jury-Kurzfilmpreis |
| Aysha | Cengiz Akaygün | Publikums-Kurzfilmpreis | |

„H.O.F., diese drei Buchstaben stehen für Home of Films.“
„Jeder meiner ersten Filme lief in HoF. Staunend erlebte ich, wie sich ein großer Kinosaal ausschüttete vor Lachen über MÄNNER. Das hatte niemand erwartet, am allerwenigstens ich. In HoF wurde ich wirklich zur Filmemacherin. Ich wünsche allen, die Filme machen, so sehr, dass sie ein ähnliches Nest und so hingebungsvolle Brutpflege finden wie ich durch Heinz und die Hofer Filmtage.“
„Hof ist wie Heimat für mich.“
„Hof war und ist das Festival eines radikal besetzten Achtundsechzigers und seiner Verbündeten, die mehr für den deutschen Film getan haben als die Berlinale, Oberhausen, München und Mannheim zusammen.“
„Hof hat meine Schauspielkarriere mitgeprägt. Ich komme gerade vom Set eines Drehs, und bin quasi noch im Kostüm (lacht). Aber Hof hat den Beginn meiner Karriere unterstützt. Das werde ich nicht vergessen. Jetzt will ich Hof mit meinem Film auch repräsentieren – ohne, dass das arrogant klingen soll. Heinz Badewitz hat mich damals eingeladen und ich komme auch wieder in Gedanken an ihn.“
„Hier in Hof hat für mich alles begonnen. „Vier Minuten“ war mein allererster Kinofilm und der wurde damals bei den Hofer Filmtagen aufgeführt. Wir hatten sehr großes Glück, dass Heinz Badewitz uns nach Hof eingeladen hat und wir hier diese unvergessliche Premiere mit so tollem Publikum feiern durften. Danach kam alles ins Rollen. Ich bin dann ein Jahr durch die Welt gereist und durfte den Film in unfassbar vielen Ländern zeigen. Und jetzt – 17 Jahre später – bin ich wieder hier, und zwar mit einer Fortsetzung zum Film, mit dem meine Karriere begonnen hat.“
„Hof ist, wenn Bügelbierflaschen im Kanon ploppen, sobald im Kinosaal das Licht erlischt. Hof ist, wenn der Festivalleiter im Snoopy-Pullover eine Diskussion moderiert und die Premierengesellschaft am Bratwurstwagen feiert. Hof ist, wenn vor jedem Lang- ein Kurzfilm läuft und die Regisseure beim Fußballspiel im Park eine Viererkette inszenieren. Vor allem aber sind die Hofer Filmtage dafür bekannt, dass sie seit mehr als 50 Jahren dem deutschen Kino jenseits des Mainstreams eine Bühne bieten, konsequent im Hauptprogramm und nicht in separaten Reihen wie beim Filmfest München und bei der Berlinale.“
„Nach wie vor ist Hof, nach der Berlinale, aber vor München, das Schaufenster des deutschen Kinos.“
„Auch als etabliertes Festival haben die Hofer Filmtage ihren provinziellen und zugleich weltoffenen Charme nicht verloren. Wo sonst ist die Bandbreite so groß wie in Hof …“