

Mit Achsel (lateinisch Axilla) bezeichnet man sowohl die Schulter als auch die Achselhöhle (lateinisch Spatium axillare). Etymologisch geht das Wort auf mittelhochdeutsch ahsel, althochdeutsch ahsla zurück und beruht wie das Wort Achse auf einer alten indogermanischen Bildung zu der Verbalwurzel *ag̑- mit der Bedeutung „(mit geschwungenen Armen) treiben, in Bewegung setzen, führen“. Die Achsel ist demnach als „Treiber, Antreiber“ benannt, als der Körperteil bzw. die Stelle, an dem die beweglichen Arme angebracht sind und sich der Oberarm an der Schulter dreht. Ähnlich wie im Falle des lateinischen Worts ala (von älterem *agsla) für „Flügel“ oder „Ruder“ geht das germanische Wort auf eine Verkleinerungsbildung *ahslō zurück. Es gibt in der deutschen Sprache die Redewendung mit den Schultern zucken bzw. mit den Achseln zucken (siehe Achselzucken).
Die Achselhöhle (lateinisch Axilla) ist in der Anatomie der Raum unter der Schulter, der vorne von der vorderen Achselfalte (lateinisch Plica axillaris anterior), gebildet vom großen Brustmuskel, hinten von der hinteren Achselfalte (Plica axillaris posterior), gebildet vom großen Rückenmuskel, und nach innen vom Brustkorb begrenzt wird, dabei aber unter der Haut liegt. Der umgangssprachliche Begriff der Achselhöhle dagegen meint nur die Hautfalte zwischen Brustwand und Oberarm, also die mit Achselhaaren besetzte Haut der Achselgrube (lateinisch Fossa axillaris).
Im eigentlichen Sinn wird die Achselgrube erst dann zur Achselhöhle, wenn der Arm anliegt und die Grube zu einer Höhle schließt. In der Anatomie spricht man daher nicht vom Inneren der Achselpyramide (Cavum axillare), was die Leere der Höhle bezeichnen würde, sondern vom Achselbereich (lateinisch Regio axillaris). Die Achselhöhle ist je nach Stellung bei adduziertem Arm nur ein schmaler Spalt und bei Abduktion des Arms eine vierseitige Pyramide. Die Behaarung der Achselhöhlen ist ein sekundäres Geschlechtsmerkmal bei beiden menschlichen Geschlechtern und bildet sich in der Pubertät. In vielen Kulturen gelten Achselhaare als erotisch, es gibt allerdings einige, insbesondere in den USA, Europa und im Islam, in denen die Achselhaare bei Frauen als unästhetisch gelten und dann entfernt werden.
In der Achselhöhle befinden sich die apokrinen Schweißdrüsen sowie ekkrine Schweiß- und Talgdrüsen. Die apokrinen Schweißdrüsen geben Sexuallockstoffe ab, was durch die Achselhaare verstärkt wird. Mittels eines Deodorants, das in den Achselhöhlen aufgebracht wird, kann dies unterdrückt und die Aktivität der Schweißdrüsen gehemmt werden.
Die Hautdrüsen können für verschiedene Krankheiten verantwortlich sein, unter anderem übermäßige Achselnässe und Karbunkel. Unter der Haut liegen die Achsellymphknoten. In der Achselhöhle wird häufig die Körpertemperatur mit einem Fieberthermometer gemessen (axillare Temperaturmessung), um eventuelles Fieber zu diagnostizieren, auch wenn diese Methode im Vergleich zur rektalen oder oralen Messung besonders ungenau ist.
Die axilläre Blockade ist ein Regionalanästhesieverfahren, das operative Eingriffe am Arm ermöglicht.
Viele Menschen sind im Bereich der Achseln kitzlig, besonders im Kindesalter.
Die Fossa axillaris wird von einem großen Fettkörper (Corpus adiposum axillae) ausgekleidet.
Bei abduziertem (abgespreiztem) Oberarm bildet die Fossa axillaris eine vierseitige Pyramide, deren räumliche Ausdehnung etwa die folgende ist:
| Basis: | Fascia axillaris |
| ventrale (vordere) Wand: | Fascia clavipectoralis, Musculus pectoralis major, Musculus pectoralis minor |
| dorsale (hintere) Wand: | Musculus subscapularis, Musculus latissimus dorsi, Musculus teres major |
| mediale (zur Körpermitte hin) Wand: | Musculus serratus anterior |
| laterale (äußere) Ränder: | vordere und hintere Achselfalte (gebildet durch Musculus pectoralis major und Musculus latissimus dorsi) |
| kraniale (obere) Wand: | Schultergelenk (Articulatio humeri), proximales Ende des Oberarmknochens, M. coracobrachialis und Caput breve des Musculus biceps brachii |
| Spitze: | Mitte des Schlüsselbeins |
Da der Raum zwischen dem Musculus teres major und dem Musculus teres minor vom langen Trizepskopf geteilt wird, entstehen so zwei Lücken, die man als Foramen axillare laterale (seitliche Achsellücke) und Foramen axillare mediale (mittlere Achsellücke) bezeichnet. Durch das viereckige Foramen axillare laterale treten der Nervus axillaris, der den Musculus deltoideus und die darüber gelegene Haut innerviert, und die Arteria circumflexa humeri posterior; durch das dreieckige Foramen axillare mediale die Arteria circumflexa scapulae.
Das Mikrobiom bezeichnet allgemein – hier im Bereich der menschlichen Achselhöhle – im weiteren Sinne die Gesamtheit aller den Menschen besiedelnden Mikroorganismen. Im engeren Sinn wird hierdurch die Gesamtheit aller mikrobiellen Gene bzw. Genome (DNA) im menschlichen Organismus bezeichnet und vom Begriff der Mikrobiota unterschieden, die alle Mikroorganismen bezeichnen.
In einer groben Übersicht lässt sich die menschliche Haut in drei Zonen einteilen: in fettige, feuchte und trockene Regionen. Fettige Haut, d. h. reich an Talgdrüsen findet sich zwischen den Augenbrauen, neben der Nase, am Hinterkopf, auf der Brust und am oberen Rücken. Feuchte Regionen finden sich am Naseneingang, unter den Achseln, in der Ellenbeuge, in der Kniekehle, auf der Fußsohle, im Nabel oder in der Gesäßfalte. Zu den trockenen Regionen zählt die Haut auf den Pobacken, an den Handflächen und an den Unterarmen.

Eine der frühesten Untersuchungen des Mikrobioms der Achselhöhlen wurde von James Leyden u. a. im Jahr 1981 veröffentlicht. Man konnte bei einer kleinen Stichprobe von 200 Frauen und Männern in Bakterienkulturen vor allem Mitglieder der Bakterienfamilie Micrococcaceae und Vertreter der Bakteriengattungen Corynebacterium und Propionibacterium nachweisen. Jackman und Noble unterzogen 1983 der Bakterienzusammensetzung der Achselhöhlen von 163 männlichen und 122 weiblichen Versuchspersonen einer Untersuchung und konnten zeigen, dass in dieser ebensokleinen Stichprobe bei den Männer die aeroben Bakterien der Gattung, Corynebacterium spp. vorherrschten, während beiden Frauen die axilläre Bakterienflora von Micrococcaceae dominiert wurde.
Patrick Zeeuwen u. a. (2012) konnten in ihrer Versuchsanordnung (verletzte vs. sich regenerierender Haut) zeigen, dass das Mikrobiom der Haut sich nicht an der Oberfläche der Hornschicht befindet, sondern in den tieferen Schichten darunter und dass es sowohl eine individuell unterschiedliche mikrobielle Zusammensetzung zwischen der obersten Hornschicht und den tieferen Hautschichten normaler gesunder Haut gibt, als auch deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung des Mikrobioms zwischen der Gruppe der Frauen und der der Männer. In geringer Zahl fanden sich Bakterien aus dem Genitalbereich, also bei Frauen Bakterien aus der Vulva und Vagina und bei Männern Bakterien vom Penis.